Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November): Linzer Bündnis lädt zu Demo
LINZ. In Österreich ist laut Schätzungen jede fünfte Frau von körperlicher oder/und sexueller Gewalt betroffen. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, lädt das Bündnis Do It Yourself: Frauentag Linz am Donnerstag, 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, zu einer Demonstration.

Ab 17 Uhr kommen die Teilnehmer am Martin-Luther-Platz in Linz zusammen. Anschließend führt ein Marsch über die Landstraße und Promenade bis zum Landhaus, dem Sitz der Landesregierung.
Teil des Corona-Sicherheitskonzepts sind FFP2-Masken und Abstand. Do It Yourself: Frauentag Linz weist vor der Demonstration auf den eigenen Social Media Kanälen darauf hin beziehungsweise bittet die Teilnehmer, impfen zu gehen und sich nach Möglichkeit auch testen zu lassen. Bei Symptomen wird gebeten, zu Hause zu bleiben.
Bereits 27 getötete Frauen in diesem Jahr
Die Veranstaltung soll ein Zeichen gegen Morde und Gewalt in jeglicher Form setzen. Laut Medienberichten wurden 2021 österreichweit 27 Frauen (Stand: 20. November 2021) ermordet. Die meisten von ihnen gehen mutmaßlich auf das Konto eines (Ex)-Partners, eines Bekannten oder Familienmitglieds.
„Femizid bedeutet, Frauen werden nicht zufällig getötet, sondern aufgrund schädlicher Rollenbilder und ihrer Schlechterstellung in der Gesellschaft“, sagt Julia Mandlmayr, Grüne Gemeinderätin und Aktivistin bei Do It Yourself: Frauentag Linz. Beispiele für diese Schlechterstellung seien etwa die geringe Bezahlung in sogenannten „Frauenberufen“, (finanzielle) Abhängigkeiten vom Partner und fehlende flächendeckende, ganztägige und kostenlose Kinderbetreuung.
„Femizide sind die Spitze allgegenwärtiger Gewalt“
„Gewalt gegen Frauen ist allgegenwärtig, Femizide sind nur die Spitze davon. Jede fünfte Frau in Österreich ist von körperlicher oder/und sexueller Gewalt betroffen“, ergänzt Margherita Matzer von Do It Yourself:Frauentag Linz. Der Lockdown verschärfe die Situation zusätzlich, wenn Gewaltbetroffene etwa kontrolliert werden und daher nicht um Hilfe bitten können.
Um einer erneuten Zunahme an Gewalt vorzubeugen, ist laut den Aktivisten in erster Linie die Politik gefragt. „Während Frauen bei der Steuerreform benachteiligt werden und Alleinerziehende durch die Finger schauen, bekommen Konzerne fast 800 Millionen Euro geschenkt. Im Budget für 2022 sind wir weit weg von den dringend benötigten Mitteln für Gewaltschutz, Kinderbetreuung, Pflege und andere Sozialeinrichtungen. Der jüngste Korruptionsskandal deckte auf, wie Ex-Kanzler Kurz 1,2 Milliarden Euro für die Kinderbetreuung zurückgehalten hat“, kritisiert Aktivistin Mira Standhartinger.
Do It Yourself: Frauentag Linz fordert unter anderem 218 Millionen Euro für den Ausbau von Gewaltschutz wie Frauenhäusern, mehr Sozialarbeiter, Gewaltprävention sowie Sexualpädagogik in allen Bildungseinrichtungen. Damit wirtschaftliche Abhängigkeiten beendet werden können, brauche es zudem eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Wochenstunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich sowie ein Mindesteinkommen von 1.700 Euro für alle. Alle Forderungen im Detail können in der Facebook-Veranstaltung zur Demonstration nachgelesen werden.
Über Do It Yourself: Frauentag Linz
Do It Yourself: Frauentag Linz ist ein feministisches Bündnis, das aus Einzelpersonen und politischen Organisationen wie der SLP (Sozialistische LinksPartei) und Der Funke besteht. Gegründet wurde es rund um den Internationalen Frauentag 2020. Interessierte sind herzlich eingeladen, aktiv zu werden.


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