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OÖ. Mittlerweile stehen Medikamente zur Verfügung, darunter eine Infusionstherapie, die im Fall einer Covid-Infektion schwere Verläufe verhindern können. Nach einer Pilotphase in Oberösterreich wird die Verteilung mit Unterstützung des niedergelassenen Bereichs nun landesweit ausgerollt. Die Behandlung erfolgt in den oö. Spitälern, nach vorheriger Abklärung mit dem Hausarzt.

Symbolbild (Foto: Pitchyfoto/Shutterstock.com)
Symbolbild (Foto: Pitchyfoto/Shutterstock.com)

Schon seit längerem werden von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassene Medikamente zur Behandlung von Hochrisikopatienten bei Covid-Infektionen in Spitälern eingesetzt. Nun wird die Therapie schrittweise in allen oö. Regionen breiter angeboten.

Zuweisung über Hausarzt

Die Zuweisung von Patienten erfolgt ab sofort über den niedergelassenen Bereich entsprechend der gemeinsam festgelegten Risikofaktoren: Bei Feststellung der Infektion erhalten die Betroffenen zeitgleich mit dem Absonderungsbescheid eine Information von der Behörde, sich beim behandelnden Hausarzt zu melden, wenn gewisse Risikofaktoren vorhanden sind. Auch Personen, die so einer Behandlung skeptisch gegenüberstehen, können so persönlich beraten werden.

Tilmann Königswieser, Mitglied des Landeskriesenstabs und Ärztlicher Direktor des Salzkammergut Klinikums: „Mit dieser Therapie lassen sich nicht nur schwere Verläufe verhindern, sondern auch die Spitäler und die dortigen Mitarbeiter werden entlastet. Wir sehen auch bei Omikron, insbesondere bei Ungeimpften, leider sehr schwere Verläufe. Mit den uns jetzt auch für den ambulanten Bereich zur Verfügung stehenden Medikamenten werden wir die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe in einer sogenannten Postexpositionsprophylaxe verringern können.“

Gleich mit Arzt in Verbindung setzen 

„Es ist ganz wichtig, dass sich betroffene Personen, bei denen einer der genannten Risikofaktoren vorliegt, gleich direkt mit der Ärztin, dem Arzt ihres Vertrauens berät, ob eine solche Therapie für sie zur Anwendung kommen sollte. Die Hausärzte kennen ihre Patienten am besten und können daher optimal beratend zur Seite stehen bzw. auch am besten von den Vorteilen überzeugen, wenn Skepsis besteht. Die Durchführung der Therapie erfolgt schließlich in einer der oö. Krankenanstalten“, erläutert Landeshauptmannstellvertreterin, Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander.

Wie Wolfgang Ziegler, Kurienobmann-Stellvertreter der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer für OÖ ergänzt, ist eine Behandlung nur in den ersten fünf bis maximal sieben Tagen sinnvoll, deswegen sei es für betroffene Patienten nötig, sich möglichst rasch mit dem Hausarzt abzusprechen.

Ambulante Behandlung

Nach Zuweisung an das Krankenhaus findet die Behandlung ambulant statt, in einer abgeschirmten Ambulanz und unter ärztlicher Aufsicht. Im Fall einer Infusionstherapie erfolgt nach der rund 30-minütigen Infusion eine zumindest 30-minütige Beobachtung.

Das Konzept sieht auch vor, Menschen, die etwa aufgrund von Erkrankungen schwer immunsupprimiert sind, zu behandeln, auch wenn noch keine Infektion stattgefunden hat. „Denn in diesen Fällen ist es so, dass sie trotz Impfung nicht immer einen ausreichenden Schutz vor schweren Krankheitsverläufen aufbauen können. Diese sogenannte Präexpositionsprophylaxe, das heißt die Verabreichung des Medikaments vor einer möglichen Infektion, wird von den behandelnden Ärzten direkt den betroffenen Patienten angeboten. Allgemein gilt jedoch, dass die Impfung weiterhin der beste und verträglichste medikamentöse Schutz vor Covid ist“, so Königswieser.

 


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