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LINZ. Susanne Hain, zweifache Mutter aus Linz, hat uns folgenden Leserbrief zukommen lassen:

 (Foto: Tips)
(Foto: Tips)

„Derzeit beginnt sich die Erkenntnis durchzusetzen, die schon immer den medizinisch-diagnostischen Standards entsprochen hat, nämlich dass Massentesten eine Strategie braucht und diese sich vor allem auf vulnerable Gruppe und ihr Umfeld konzentrieren sollte. Die WHO und Deutsche Fachgesellschaften wie jene für pädiatrische Infektiologie oder für Krankenhaushygiene raten seit über einem Jahr wiederholt vom anlasslosen Massentesten gesunder Kinder ab. Allyson Pollock, Professorin für Public Health an der Universität Newcastle, sagte vor wenigen Wochen im englischen Parlament, dass es höchst unethisch sei, gesunde Kinder ohne gute Beweise für Nutzen und Schaden zu testen. Trotzdem wird in keinem europäischen Land so viel in Bildungseinrichtungen getestet wie in Österreich. Wider aller Evidenz. Komplexitätsforscher scheinen den epidemiologischen Nutzen unter Annahme idealer Bedingungen herbei zu modellieren. Der Alltag zeigt jedoch: Dass sich alle Schüler morgens vor dem Unterricht 30 Sekunden die Hände mit Seife waschen - in vielen Klassen gibt es immer noch kein Warmwasser - ist ebenso unrealistisch wie mehrmals tägliches Maskenwechseln und Abstand halten. Am besten scheint noch das regelmäßige Lüften zu funktionieren. Die Forscher gehen bei ihren Berechnungen von einem ‚modellierten Kind‘ aus. Dass dabei alles verboten ist, was Spaß macht (Turnen, Ausflüge, Projekttage) und die negativen, psychosozialen Folgen der Maßnahmen, sowie der damit verbundene organisatorische Stress für Schulen und berufstätige Eltern werden nicht miteingerechnet. Weil diese Rechnung nicht aufgeht, müssen die Maßnahmen an Schulen und in Kindergärten sofort beendet werden. Kinder und Jugendliche haben sie lange genug - viele auf Kosten ihrer Gesundheit - verantwortungsvoll mitgetragen. Es ist höchste Zeit, dass jene, die von dieser Solidarität am meisten profitieren, ältere Menschen und vulnerable Gruppe bzw. deren Interessensvertreter, ihre Stimme für junge Menschen erheben. Solidarität ist keine Einbahnstraße. Wenn wir unseren Kindern diese nun verweigern, dann werden wir Erwachsenen uns in naher Zukunft viele unangenehme Fragen stellen müssen.“


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