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LINZ. Die Spitzen der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Österreich riefen am Freitag, 25. Februar um 15 Uhr zu einer überkonfessionellen Gedenkminute für den Frieden auf. Begleitend läuteten im ganzen Land die Kirchenglocken.

Beider Gedenkminute im Mariendom (Foto: Diözese Linz / Kienberger)
Beider Gedenkminute im Mariendom (Foto: Diözese Linz / Kienberger)

Mit Stille, Friedensliedern, biblischen Texten und Gebeten gedachten etliche Gläubige um 15 Uhr im Linzer Mariendom der Leidenden und der Opfer des Krieges in der Ukraine und beteten um Frieden in der Welt. „Das Schwierigste ist das Gefühl der Ohnmacht – wir leben in einer Welt, in der es für manche möglich ist, sich über alles hinwegzusetzen. Was sollen wir tun? Man betet wie Maria im Magnificat: Möge Gott die Tyrannen stürzen“, zeigt sich der evangelische Superintendent Gerold Lehner betroffen, ebenso wie sein der katholische Bischof Manfred Scheuer: „In den letzten Jahrzehnten gab es einen breiten Konsens in Europa, dass Krieg nicht Mittel der Politik sein darf, dass Gewalt keine Lösung ist, sondern nur die Spirale von Gewalt und Gegengewalt weiterdreht. Was in der Ukraine geschieht, ist ein fatales Ereignis, weil das Vertrauen in die Friedensordnung und in ein Miteinander der Völker nachhaltig gestört ist.“ Es sei wichtig, bei einem Krieg nicht von Siegesmeldungen auszugehen, sondern vom Blick der Opfer, der Vertriebenen – von denen, die die menschlichen, existentiellen Kosten zu tragen haben. Wie sich die Lage weiterentwickelt, ist noch nicht abzusehen. „In jedem Fall ist unsere monetäre Hilfe gefragt. Gerade jetzt ist es Aufgabe der Diplomatie und der Politik, Konflikte auf gewaltloser Ebene zu regeln bzw. zu verhindern, dass die Situation noch weiter eskaliert.“

Große Verunsicherung

Sigried Spindlbeck ist Koordinatorin des Osthilfefonds der Diözese Linz und hat den Auftrag, Partnerdiözesen unter anderem in Weißrussland (Belarus), Rumänien, Bosnien-Herzegowina und Tschechien zu unterstützen. Auch sie blickt fassungslos in die Ukraine. „Gerade letzte Woche war ich für den Osthilfefonds und die Caritas in Weißrussland, um Projektpartner zu treffen und Projekte zu besprechen. Da lag schon eine extreme Spannung in der Luft. Im Süden, an der Grenze zur Ukraine, in Gomel, war viel Militär unterwegs – die Menschen waren sehr verunsichert. Nun haben sie große Angst, wie es weitergeht – und auch davor, dass durch den Durchmarsch von Gomel nach Kiew der Sarkophag des Atomkraftwerks von Tschernobyl beschädigt werden könnte.“ Die Menschen in Weißrussland seien froh um jede Unterstützung, weiß Spindlbeck: „Unsere Partner in Weißrussland sind sehr dankbar, dass sie nicht vergessen werden.“

Ökumenisches Friedensgebet am 28. Februar im Mariendom

Am Montag, 28. Februar 2022 um 19.00 Uhr laden Dompfarrer Maximilian Strasser und der Pfarrer der Martin-Luther-Kirche Wolfgang Ernst zu einem ökumenischen Friedensgebet in den Linzer Mariendom ein. Pfarrer Samuel Ebner von der Altkatholischen Kirche und Pastor Martin Obermeir-Siegrist von der Evangelisch-methodischen Kirche haben ihre Teilnahme bereits zugesagt, Vertreter weiterer christlicher Kirchen werden erwartet. Alle, denen es ein Anliegen ist, für den Frieden in der Ukraine zu beten, sind herzlich eingeladen.


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