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LINZ/BEZIRK. Fünf Schulen aus Oberösterreich - die Berufsbildende Schule Weyer, die HTL Perg, die MS2 GTS Ennsleite, die MS Esternberg sowie das Kollegium Aloisianum sowie zig via Stream zugeschaltete Schüler waren zu Gast beim Hermann-Langbein-Symposium der Arbeiterkammer OÖ. Sie trafen dabei unter anderem auf NS-Zeitzeugin Anna Hackl.

  1 / 8   Markus Schmorell, der Neffe von Alexander Schmorell, einem Mitbegründer der Widerstandsorganisation „Weiße Rose“ (Foto: AK OÖ / Wolfgang Spitzbart .)

Rund 150 Schülern und Lehrkräften beteiligten sich an der Auftaktveranstaltung des Hermann-Langbein-Symposiums der Arbeiterkammer Oberösterreich vor Ort, rund 850 Schüler waren online bei der in Hybridform abgehaltenen Veranstaltung mit dabei.

Im Zuge eines Buchprojekts, bei dem die Arbeiterkammer Bücher über die Widerstandskämpferin Sophie Scholl zur Verfügung stellte, setzten sich die Schüler kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinander und präsentierten berührende Beiträge.

„Seid wachsam und vorsichtig“

Greifbar wurde das Thema durch die Schilderungen der anwesenden Zeitzeugin Anna Hackl und des sekundären Zeitzeugen Markus Schmorell sowie in der anschließenden Diskussion. Die 90-jährige Anna Hackl aus Schwertberg erzählte die Geschichte ihrer mutigen Familie, die im Zweiten Weltkrieg drei Monate lang zwei Geflüchtete aus dem Konzentrationslager Mauthausen bei sich zu Hause versteckte. Ihre klare Botschaft an die Jugendlichen: „Seid wachsam und vorsichtig.“

Markus Schmorell, der Neffe von Alexander Schmorell, einem Mitbegründer der Widerstandsorganisation „Weiße Rose“, hat zwar seinen Onkel nicht mehr persönlich kennengelernt, weil dieser im Jahr 1943 von den Nazis ermordet wurde. In seiner Familie wurde aber immer offen gesprochen. Markus Schmorell engagiert sich aktiv in der Erinnerungsbotschaft. „Wahrhaftigkeit und Selbstreflexion war es, was die Mitglieder der Weißen Rose ausmachte. Ohne diese Werte sind auch heute keine Zivilcourage und kein Mut möglich“, so Schmorell.

„Anna Hackl, Markus Schmorell und ihre Familien haben Mut und Engagement bewiesen im Kampf gegen das Regime der Nationalsozialisten. Durch die Auseinandersetzung mit diesem Thema leben die mutigen Aktionen und ihre Gedanken bis heute weiter. Junge Menschen, wie die heute anwesenden Schülerinnen und Schüler, sind der Beweis dafür, dass auch die heutige Generation bereit ist, gegen gewaltsame Unterdrückung, Verfolgung und Hass zu kämpfen“, danke AK-Präsident Andreas Stangl.

Berührende Beiträge

Die Schüler der zweiten Klassen der berufsbildenden Schulen Weyer schlüpften auf der Bühne und in einem Videoclip in die Rolle der Mitglieder der Weißen Rose. Ebenso mit einem Video, aber in einer Gegenüberstellung „Damals – Heute“ stellte die 5a des Kollegium Aloisianum die Themen Toleranz, Demokratie und Zusammenleben vor. Die 2BHIF der HTL Perg zeigte mit einem Twitter Account, wie im Jahr 2022 Widerstand geleistet werden könnte. Selbst gestaltete Flugblätter brachten die vierten Klassen der MS Ennsleite mit in die Arbeiterkammer. Mit dem Lied „Die Gedanken sind frei“ untermalte die 4. Klasse der MS Esternberg die Veranstaltung gesanglich.

Symposium 1980 gegründet

Das jährlich stattfindende Symposium ist nach dem Widerstandskämpfer und Auschwitz-Überlebenden Hermann Langbein (1912-1995) benannt. 1980 wurde das Symposium von Langbein selbst gegründet. Mittlerweile besteht das Hermann-Langbein-Symposium länger als alle anderen Veranstaltungen der Lehrerfortbildung in Österreich. In der AK Linz findet es seit 2012 statt.


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