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GALLNEUKIRCHEN/LINZ. Der Diakonie-Adventkranz mit seinen drei Metern Durchmessern hat zum fünften Mal seinen Platz auf der Wiese des Linzer Donauufers vorm Brucknerhaus eingenommen. Er zählt so viele Kerzen, so viele Tage der Advent hat. Das sind heuer 28 Tage: von 27. November bis 24. Dezember. Die Kerzen tragen die künstlerische Handschrift von Magdalena Zehetner. Sie ist Künstlerin im Atelier der Kunstwerkstatt des Diakoniewerks in Gallneukirchen.

 (Foto: Oliver Erenyi)
(Foto: Oliver Erenyi)

„Besonders in der auch heuer herausfordernden und angespannten Adventzeit möchten wir mit dem Diakonie-Adventkranz die soziale, mitmenschliche Verbundenheit betonen, die uns selbst schwierige Situationen miteinander bestehen lässt. Dieses runde vorweihnachtliche Symbol lenkt den Blick auf die tiefere Gemeinschaft, Zuversicht und Hoffnung bei allen menschlichen Unterschiedlichkeiten, die aktuell unsere Gesellschaft prägen“, sagt Daniela Palk, Vorständin im Diakoniewerk.

„Draußen vor dem Brucknerhaus Linz auf der Donaulände spendet die Adventkranz der Diakonie mit seinen glanzvollen Lichtern Hoffnung. Drinnen, im Foyer vor dem Mittleren Saal, von dem aus man den Adventkranz sehr gut sehen kann, geht der Musikalische Adventkalender des Brucknerhauses mit stimmungsvoller Musik über die Bühne“, ergänzt Dietmar Kerschbaum, Künstlerischer Vorstandsvorsitzender der LIVA und Intendant des Brucknerhauses Linz.

Ein Unikat, hergestellt von Menschen mit Behinderungen

Besonders ist nicht nur die Entstehung des ersten Adventkranzes vor 180 Jahren, sondern auch seine Entstehung heute. War es damals Johann Hinrich Wichern, der das Warten auf Weihnachten mit einem kerzenbestückten Wagenrad verkürzte, so sind es heute Menschen mit Behinderungen, die ihre Fähigkeiten einsetzen konnten, um diesen großen Hoffnungsträger fertigzustellen. Das Team der integrativen Beschäftigung in der Gärtnerei & Bioladen Friedenshort des Diakoniewerks in Gallneukirchen hat den Drei-Meter-Kranz mit hauseigenem Reisig und in Windeseile gebunden.

Ein Gemeinschaftswerk ist entstanden, das in einer nach wie vor außergewöhnlichen Zeit Hoffnung schenken und Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Fähigkeiten in den Mittelpunkt rücken soll.

Zur Geschichte des Adventkranzes

Entstanden ist der erste Adventkranz 1839 im ersten Haus der Diakonie in Hamburg in Form eines Wagenrads. Die Idee hatte der evangelische Theologe und Pädagoge Johann Hinrich Wichern. Er kümmerte sich um sozial benachteiligte und körperlich behinderte Kinder. Sie warteten genauso ungeduldig auf Weihnachten wie die Kinder heute. Tägliche Geschichten und das Flackern einer weiteren Kerze, montiert auf einem Wagenrad, verkürzten die Zeit.

Der Adventkranz war erfunden, einer, der mit einer Kerze für jeden Tag des Advents gleichzeitig Adventkalender war. Ab 1851 wurde der Überlieferung nach der Holzreif erstmals mit grünem Tannenreisig geschmückt. Aus dieser Tradition hat sich der heutige Adventkranz entwickelt.


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