Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Pilotprojekt am KUK: Sitzwachen bieten Patienten Sicherheit und entlasten Personal

Nora Heindl, 25.01.2023 10:51

LINZ. Krankenhausaufenthalte stellen für Patienten mit dementiellen Veränderungen eine massive Belastung dar und führen oft dazu, dass diese unruhig und desorientiert werden. Aber auch bestimmte operative Eingriffe oder ein Delir (Bewusstseinsstörung) können zu selbst- bzw. fremdgefährdenden Verhalten führen. Um den besonderen Bedürfnissen dieser Patienten gerecht zu werden aber auch um die Mitarbeiter zu entlasten, wurde am Kepler Universitätsklinikum ein Pilotprojekt mit Sitzwachen gestartet.

 (Foto: KUK)
(Foto: KUK)

Personen, die diese Sitzwachen übernehmen, kümmern sich ausschließlich um einen einzigen Patienten und sind stets anwesend, sodass sie unmittelbar auf die Bedürfnisse des ihnen Anvertrauten reagieren und gegebenenfalls Hilfe holen können. So ist eine nahtlose, sorgfältige Beobachtung der betreffenden Personen sichergestellt und Notfälle können rechtzeitig bemerkt und dem qualifizierten Personal gemeldet werden. Zum Beispiel können Sitzwachen eingreifen, wenn desorientierte Patienten versuchen, die Station zu verlassen oder selbständig Infusionen zu entfernen bzw. um Hilfe rufen, wenn sturzgefährdete Personen versuchen aufzustehen. Qualifizierte Freiwillige als Sitzenwachen

„Für die Auswahl der Patientinnen und Patienten, bei denen eine Sitzwache zum Einsatz kommt, gibt es ganz klare medizinisch-pflegerische Indikationen. Sind diese erfüllt, kann eine Sitzwache eine große Hilfe für das Pflegepersonal, aber vor allem für die Betroffenen selbst darstellen. Wir besetzen unsere Sitzwachen mit qualifizierten Freiwilligen, die sich für bestimmte Dienste melden können. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Medizinstudierende, aber auch um 24-Stunden-Betreuerinnen und 24-Stunden-Betreuer“, erklärt

 

Simone Pammer, Pflegedirektorin am Kepler Universitätsklinikum

 

und Initiatorin des Pilotprojekts.

 

Das Pilotprojekt in Kooperation mit einer externen Vermittlungsagentur wurde Anfang des Jahres gestartet. „Aktuell hatten wir bereits mehrere Einsätze, die von den Kolleginnen und Kollegen auch sehr gut angenommen wurden. Wenn sich unsere Erwartungen bezüglich der Entlastung bestätigen, werden wir das Angebot der Sitzwachen auf das gesamte Universitätsklinikum ausweiten“, so Pammer.

Durchwegs positive Erfahrungen

„Unsere bisherige Erfahrungen mit den Sitzwachen sind durchwegs positiv. Die Sitzwachen geben den Patientinnen und Patienten ein Gefühl der Sicherheit – sie sorgen somit dafür, dass sie ruhiger werden und sich gut aufgehoben fühlen. Für die Kolleginnen und Kollegen im Dienst wiederum stellen sie eine große Erleichterung dar, da durch die permanente Anwesenheit die Gefahr eines Sturzes minimiert und unkontrollierte Handlungen der Patientinnen und Patienten, welche sie aufgrund ihrer Bewusstseinsstörung setzen, überwacht werden und Gefährdungen somit verhindert werden können“,

 

erklärt

 

Stationsleitung DGKP Bettina Engleder, die für ihre Station schon mehrmals Sitzwachen angefordert hat.

„Ich finde dieses Pilotprojekt sehr positiv. Bei unruhigen aber auch bei dementen Patientinnen und Patienten hat man ständig im Hinterkopf, dass etwas passieren könnte, während man sich gerade um andere Patientinnen und Patienten kümmert. Das Wissen, dass jemand ununterbrochen und unmittelbar vor Ort am Bett ist, entlastet enorm. Die Freiwilligen erkennen Gefahren, sprechen mit den Patientinnen und Patienten und wirken dadurch beruhigend auf diese ein. Sie sind eine wertvolle Hilfe“,

 

sagt

 

DGKP Evelyn Kreuzer, die bereits Erfahrung mit Sitzwachen in ihren Diensten hatte.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Tag der Patientensicherheit: Kepler Universitätsklinikum setzt auf Videos

Tag der Patientensicherheit: Kepler Universitätsklinikum setzt auf Videos

LINZ. Am Donnerstag, 17. September, steht die Patientensicherheit im Mittelpunkt. Die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG) beteiligt ...

Tips - total regionalNora Heindl

Kontinuität an der Spitze von Theater und Orchester: Verträge von Schneider und Königstorfer verlängert

LINZ. Das Land Oberösterreich setzt langfristig auf Kontinuität an der Spitze seiner großen Kulturinstitutionen:  Die Verträge von Hermann ...

Tips - total regionalNora Heindl
Autogrammstunde mit Fußballer Saša Kalajdžić im Passage Linz

Autogrammstunde mit Fußballer Saša Kalajdžić im Passage Linz

LINZ. Am Freitag, 18. September, lädt das Passage Linz zu einem besonderen Termin für Fußballfans: Saša Kalajdžić ist zur Autogrammstunde ...

Tips - total regionalNora Heindl
Vitalakademie unterstützt OÖ Fußballverband bei der Suche nach Masseuren

Vitalakademie unterstützt OÖ Fußballverband bei der Suche nach Masseuren

LINZ. Bei der Suche nach Masseuren ziehen der OÖ Fußballverband und die Vitalakademie an einem Strang. 

Tips - total regionalNora Heindl
Botanischer Garten Linz startet in die Umbauphase

Botanischer Garten Linz startet in die Umbauphase

LINZ. Der Botanische Garten auf der Linzer Gugl wird in den kommenden zwei Jahren umfassend erneuert. Während die Gewächshäuser für Besucher ...

Tips - total regionalLeitner Birgit
Neue Plattform soll die Suche nach Psychotherapie erleichtern

Neue Plattform soll die Suche nach Psychotherapie erleichtern

LINZ. Wer einen Psychotherapieplatz sucht, braucht oft Geduld. Eine neue Plattform mit Sitz in Linz will die Suche nun einfacher machen. „MatchYourTherapy“ ...

Tips - total regionalLeitner Birgit
Weitere Beiträge