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LINZ. Die Kunstuni Linz erkennt dem ehemaligen Generaldirektor der Vöest Herbert Koller, während der NS-Zeit SS-Untersturmführer, die Ehrenmitgliedschaft ab. Das Rektorat fasste am Mittwoch einen entsprechenden Beschluss, nachdem auch der Senat diesen Schritt einstimmig befürwortet hatte.

Kunstuni-Standort am Hauptplatz 6 (Foto: Mark Sengstbratl Architekturfotografie)
Kunstuni-Standort am Hauptplatz 6 (Foto: Mark Sengstbratl Architekturfotografie)

Die NS-Vergangenheit Kollers bekam bislang wenig Aufmerksamkeit. Schon 1931 trat er der NSDAP bei. Mit Februar 1941 trat Koller der SS bei und rückte dort zum Untersturmführer auf. Ab 1944 diente er in der Kriegsmarine, die Jahre 1945 bis 1947 verbrachte er in britischer Gefangenschaft. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands hat nach entsprechender Prüfung der Kunstuniversität Linz all diese Eckdaten bestätigt, ebenso wie die Mitgliedsnummern von Koller bei der NSDAP und der SS.

„Als Kunstuni besondere Verantwortung bei NS-Aufarbeitung“

„Nach heutigem Stand würde man ihm solche akademischen Würden keinesfalls mehr verleihen“, so Kunstuni-Rektorin Brigitte Hütter, zur Aberkennung der Ehrenmitgliedschaft. „Als Mieterin von Gebäuden, die durch das NS-Regime errichtet wurden, trägt die Kunstuniversität eine besondere Verantwortung bei der NS-Aufarbeitung. Deswegen haben wir im Fall Koller das Dokumentationsarchiv eingeschalten, um zu einer Entscheidung zu kommen. Angesichts der Prüfungsergebnisse sehen wir es als unseren Auftrag, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.“

Koller, 1911 geboren und 1995 verstorben, arbeitete sich im Nachkriegsösterreich in der Vöest vom Sachbearbeiter zum Generaldirektor des Gesamtkonzerns hoch. In seiner Pension wurde der Wirtschaftskämmerer in den Generalrat der Österreichischen Nationalbank berufen, von 1981 bis 1988 war er deren erster Vizepräsident.


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