JKU besetzt Lehrstuhl für Klinische Infektiologie
LINZ. Mit 1. September hat Helmut Salzer die Professur für Klinische Infektiologie an der Johannes Kepler Universität Linz übernommen. Eingebettet in das neue interuniversitäre Ignaz Semmelweis Institut soll der Experte im Bereich infektiologische Forschung, Lehre und Versorgungsqualität neue Maßstäbe setzen.

„Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe. Unsere klinische Forschungsausrichtung und die Kooperation mit anderen Instituten an der JKU und mit dem im Aufbau befindlichen Ignaz Semmelweis Institut werden einen translationalen Forschungsansatz ermöglichen“, sagt Helmut Salzer.
Infektionserkrankungen können jedes Organ betreffen und spielen in jedem Lebensalter eine bedeutende Rolle. Entsprechend vielfältig ist das internistische Fach der Infektiologie. Es sei aber auch ein sehr dynamisches Fach, so Salzer, das laufend vor neuen Herausforderungen stehe, wie die letzten Jahre eindrucksvoll gezeigt haben. Neue Infektionserreger wie SARS-CoV-2 oder das Zika-Virus, zunehmende Antibiotikaresistenzen, lokale Infektionsausbrüche wie die Tularämie in Oberösterreich oder Ebola in Afrika, aber auch die Zunahme an immunsupprimierten Menschen mit erhöhtem Risiko für Infektionen und der Klimawandel mit Verbreitung der Tiger-Mücke in Österreich seien Beispiele für die Herausforderung, mit denen das Fach konfrontiert sei.
Fokus auf klinische Forschung und Versorgungsqualität
Am Kepler Universitätsklinikum wird Helmut Salzer der Klinischen Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin vorstehen, die Teil der Universitätsklinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie ist.
Die Professur ist klinisch ausgerichtet und wird auch einen wichtigen Beitrag zur Versorgungsqualität am Kepler Universitätsklinikum leisten. Neben einer infektiologischen Bettenstation mit Schleusenzimmer zur Behandlung von ansteckenden Infektionserkrankungen wie etwa der Lungentuberkulose, wird es eine infektiologische Ambulanz und ein Konsiliarsystem geben. Die Patientenversorgung wird stets akademisch begleitet sein und die Weiterbildung von Jungärzten und Medizinstudierenden ermöglichen. Durch Fokus auf die klinische Forschung, haben die Patienten den Vorteil rasch mit den neuesten Medikamenten therapiert zu werden und an klinischen Studien teilzunehmen.
Internationales Zentrum für Infektionserkrankungen
Die Klinische Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin soll als international anerkanntes Expertenzentrum für Infektionserkrankungen der Lunge wahrgenommen werden. Der wissenschaftliche Schwerpunkt fokussiert sich auf eine an den Patienten orientierte klinische Forschung. Vor allem die Erforschung chronischer Lungeninfektionen, wie etwa der chronisch pulmonalen Aspergillose oder Infektionen durch Mykobakterien stellen einen Abteilungsschwerpunkt dar.
Studierende für Infektiologie begeistern
Die Infektiologie ist ein Querschnittsfach und soll in allen Fachbereichen und Modulen des Curriculums abgebildet sein. „Es ist wichtig, Studierenden frühzeitig ein grundlegendes Verständnis von Infektionserkrankungen und für den richtigen Einsatz von antimikrobiellen Substanzen zu vermitteln“, so Salzer. Darüber hinaus soll es aber auch ein spezifisches Angebot zur Vertiefung der infektiologischen Lehre geben.
Unter anderem wird eine sogenannte ID-Week („engl. Infectious Diseases-Week) angeboten, ein Projekt, das von der EU gefördert wird und Studierenden ermöglicht, in einem mehrtägigen Kurs an der JKU in die Welt der Infektiologie einzutauchen. Der Unterricht wird durch neue innovative Lehrmethoden praxisnah gestaltet und durch internationale Experten in der Infektiologie unterstützt. Darüber hinaus sollen Studierende über Bachelor- und Masterarbeiten an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt werden. „Infektiologie kann begeistern, und so wollen wir die Studierenden auf diese spannende Reise mitnehmen“, sagt Salzer, der ergänzt: „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die Infektiologie in der Lehre von Medizinstudierenden an der JKU und in der medizinischen Versorgung von Patienten am KUK einen bedeutenden Beitrag leisten kann.“
Mit der Professur für Klinische Infektiologie hat die JKU den 14. Klinischen Lehrstuhl besetzt (21 Lehrstühle insgesamt).
Ignaz Semmelweis Institut (ISI) für Infektionsforschung nimmt Formen an
In Österreich war die Expertise zum Thema Infektionskrankheiten bisher auf eine Vielzahl von Stellen verteilt. Wie viele Reibungsverluste das Fehlen eines eigenen Kompetenzzentrums für Infektionskrankheiten mit sich bringt, hat die Corona-Pandemie eindrücklich gezeigt. Ende 2021 entschied sich die Bundesregierung zur Gründung des Ignaz Semmelweis Instituts (ISI) in dem die infektiologische Expertise gebündelt werden soll.
Mittlerweile nimmt das von fünf Universitäten getragene Institut, darunter die Professur für Klinische Infektiologie an der JKU, konkrete Formen an. Hauptsitz des ISI wird am Campus der MedUni Wien sein.


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