Landespolizei OÖ: Anzahl der Anzeigen gestiegen, Aufklärungsquote bei knapp 60 Prozent
LINZ. 68.571 Delikte wurden in Oberösterreich im Vorjahr bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Dabei verzeichnet Oberösterreich weiter die höchste Aufklärungsquote in den großen Bundesländern.

Verändert hat sich der Anteil fremder Tatverdächtiger: Waren es 2014 noch 10.021 Fremde, konnten 2023 20.274 identifiziert werden, ein Anstieg von 102,32 Prozent. Die Top-3 bei den fremden Tatverdächtigen: Rumänien, Deutschland und Ungarn.
Angezeigte Gewaltdelikte steigen
2023 wurden 10.547 Gewaltdelikte zur Anzeige gebracht. Dies entspricht einem Plus von 9,6 Prozent (2022: 9.624). In 7.128 Fällen (62,2 Prozent) ging dem Gewaltdelikt eine Beziehung zwischen Täter und Opfer voran.
2023 wurde, wie auch in den Jahren zuvor, die Stichwaffe am häufigsten eingesetzt (318 Fälle). In absoluten Zahlen kam es aber entgegen dem österreichweiten Trend in Oberösterreich zu einem Rückgang (2022: 332).
Insgesamt wurden 2023 acht Morde verzeichnet, bei denen drei Männer und fünf Frauen getötet wurden.
161 Anzeigen wurden wegen Vergewaltigung erstattet; ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2022 mit 156 erstatteten Anzeigen.
Eigentumsdelikte steigen wieder
Pandemiebedingt gab es in den Jahren 2020 und 2021 einen starken Rückgang bei den Eigentumsdelikten. 2022 fand mit der Rückkehr zum normalen Leben auch ein deutlicher Anstieg (29,1 Prozent) bei diesen Anzeigen statt. 2023 wurden der Polizei in OÖ 19.950. Anzeigen gemeldet, eine Steigerung von 16,2 Prozent.
Auch beim Kfz-Diebstahl kann ähnliches beobachtet werden. In den Pandemiejahren waren die Anzeigen rückläufig, bis sie 2022 um 33,3 Prozent auf 204 Straftaten und im vergangenen Jahr um 22,5 Prozent auf 250 wieder angestiegen sind. 2019 waren es noch 263.
Einen Anstieg von 9,8 Prozent auf 816 Anzeigen verzeichnete die Polizei auch beim Taschen und Trickdiebstahl. Der Wert liegt jedoch immer noch bei Weitem unter jenem von 2019 (1.629) und den noch intensiveren Jahren davor.
Internetkriminalität weiter auf hohem Niveau
Die Internetkriminalität ist 2023 auf dem hohen Niveau des Vorjahres geblieben. Mit 8.571 Anzeigen verzeichnen die Polizei um 0,7 Prozent mehr wie im Jahr davor (8.512).
2.094 Anzeigen entfielen dabei auf den Bereich Cybercrime im engeren Sinne, ein Minus von 26,8 Prozent (2022: 2.859). Der Internetbetrug ist 2023 hingegen um 21,6 Prozent auf insgesamt 4.941 Straftaten angestiegen (2022: 4.063).
Wirtschaftskriminalität verzeichnet Höchstwert
2023 ist die Wirtschaftskriminalität von 11.662 angezeigten Straftaten auf 12.694 gestiegen, eine Zunahme von 8,8 Prozent, was einen neuen Höchstwert markiert. Der Großteil der Fälle entfiel auf Betrugsdelikte (2023: 8.503). 398 Anzeigen wurden wegen Sozialleistungsbetrug erstattet (2022: 326).
Beim Trickbetrug wurde mit 510 angezeigten Delikten der Höchstwert von 2022 (433) neuerlich getoppt.
Die Urkundenkriminalität hat 2023 (1.589) entgegen des Trends der vergangenen Jahre wieder abgenommen (2020: 1.531, 2021: 1.592, 2022: 1.673).
Jugendkriminalität nur wenig gestiegen
Im Vergleich mit der Entwicklung bei der Gesamtkriminalität ist die Anzahl der Anzeigen, bei denen Jugendliche als Beschuldigte auftraten, weniger stark gestiegen. In der Altersgruppe der 10- bis 13-Jährigen verzeichnete man von 2022 auf 2023 einen Anstieg um 16 Beschuldigte (von 1.594 auf 1.610) und in jener der 14- bis 17-Jährigen um 144 Beschuldigte (von 5.606 auf 5.750).
Suchtmittelkriminalität
2023 wurden 6.486 Delikte nach dem Suchtmittelgesetz zur Anzeige gebracht, ein Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zu den im Jahr 20212 erstatteten 6.473 Anzeigen.


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