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Fahne vor dem Alten Rathaus in Linz erinnert an den Völkermord von Srebrenica

Marlis Schlatte, 11.07.2024 16:29

LINZ. Heute, am 11. Juli, wurde eine Erinnerungsfahne zum Gedenken an den Völkermord in Srebrenica 1995 vor dem Alten Rathaus in Linz gehisst. Etwa 100 Personen nahmen an der Zeremonie teil. Linz ist die erste Stadt, die dieses Tages gedenkt - laut UNO wird der Tag 2025 erstmals offiziell begangen.

Die Erinnerungsfahne bleibt 14 Tage lang am Linzer Hauptplatz. (Foto: Stadt Linz/Sturm)
Die Erinnerungsfahne bleibt 14 Tage lang am Linzer Hauptplatz. (Foto: Stadt Linz/Sturm)

Linz pflegt eine Partnerschaft mit Tuzla, der einzigen Stadt in Bosnien, in der während des Krieges alle Bevölkerungsgruppen friedlich zusammenlebten. Anlässlich des Internationalen Tag der Reflexion und des Gedenkens an den Völkermord in Srebrenica 1995 hisste Bürgermeister Klaus Luger in Linz zusammen mit Demir Alagic , Obmann des Vereins der Bosniaken, und Honorarkonsul Josef Weidenholzer heute vor dem Alten Rathaus die Erinnerungsfahne. Das Memorial Center Srebrenica und der Weltverband der Diaspora von Bosnien und Herzegowina unterstützten die Veranstaltung und dankten der Stadt Linz dafür, ein Zeichen zu setzen.

Die gehisste Fahne zeigt die Blume von Srebrenica, ein Symbol der Erinnerung an die Opfer. Weiß steht für Unschuld, Grün für Hoffnung und die elf Blütenblätter symbolisieren den 11. Juli 1995.

10.000 Menschen mit bosnischen Wurzeln in Linz

Der Völkermord wurde von UN-Gerichten als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg eingestuft. Das Europäische Parlament und der Österreichische Nationalrat haben den 11. Juli als Gedenktag anerkannt. Die UN-Vollversammlung hat am 23. Mai 2024 den 11. Juli zum Internationalen Tag der Reflexion und des Gedenkens an den Völkermord in Srebrenica 1995 ernannt. Die Fahne wird für 14 Tage am Linzer Hauptplatz bleiben.

In Linz leben etwa 10.000 Menschen mit Wurzeln aus Bosnien und Herzegowina, darunter 5.600 mit bosnischer Staatsbürgerschaft. Nicht inkludiert in dieser Zahl sind jene Menschen, die bereits die österreichische Staatsbürgerschaft erlangt haben. Bürgermeister Klaus Luger besuchte 2017 das Hauptdenkmal und den Friedhof für den Genozid von Srebrenica in Potočari. Im Gedächtnis geblieben sind die Worte des Kurators: „Der Hass, trotz allem, was passiert ist, dürfe nicht weiterleben.“


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