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Der Botanische Garten wird baulich auf Vordermann gebracht 

Nora Heindl, 13.01.2026 13:47

LINZ. Der Botanische Garten wird bis Anfang 2028 modernisiert. Nebst neuem Eingangsbereich und neuen Glashäusern wird auch das bestehende Hauptgebäude adaptiert. Sieben Millionen Euro werden dafür investiert. 

  1 / 4   Der neue Eingangsbereich steigert die Attraktivität des Gartens erheblich und erlaubt eine bessere ganzjährige Nutzung. (Foto: Rendering: Architekten Kneidinger ZT GmbH)

Der Botanische Garten auf der Linzer Gugl zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Linz. Jährlich besuchen mehr als 100.000 Menschen das rund 4,2 Hektar große Areal mit über 12.000 Pflanzenarten.

Baulich in die Jahre gekommen

Doch baulich ist der Garten seit der Eröffnung 1952 in die Jahre gekommen. Neben den Glashäusern, die das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht haben und erneuert werden müssen, erfüllen auch der Eingangsbereich und das bestehende Hauptgebäude weder funktional noch sicherheitstechnisch die Anforderungen eines modernen Besucherzentrums.

Es fehlt an wettergeschützten Wartebereichen für Gruppen, an ausreichend dimensionierten Räumen für Veranstaltungen oder Vermittlungsformaten sowie an einer professionellen Anbindung an Gastronomie und WC-Anlagen. Auch für das Personal bestehen keine adäquaten Arbeits- und Aufenthaltsräume.

Investition in die Zukunft

Für das gesamte Projekt inklusive neuer Glashäuser, dem Eingangsbauwerk und der Adaptierung des Hauptgebäudes ist eine Investition von 7 Millionen Euro vorgesehen. Die Umsetzung erfolgt durch die stadteigene Immobilien Linz GmbH & Co KG.

Die Gesamtfertigstellung des Projekts ist etappenweise bis Anfang 2028 geplant.

Neues Eingangsgebäude als zentrale Schnittstelle

Der Siegerentwurf für den neuen Eingangsbereich stammt vom Architekturbüro Kneidinger ZT GmbH wurde neu präsentiert.

Geborten werden überdachte und klimatisierte Bereiche für Gruppen, verbesserte Zugänge zu Glashäusern und Gastronomie und Platz für neue Veranstaltungsformate. Der Entwurf setzt auf nachhaltige Holzbauweise, großflächige Verglasungen und öffnet den Blick in den Garten. Der Innenbereich verbindet Kasse, Garderobe, Shop, Aufenthaltsbereich und bietet Raum für Ausstellung und Bildung.

Die geplante neue Raumaufteilung im bestehenden Hauptgebäude sieht eine stärkere Trennung zwischen Besuchs- und Arbeitsbereichen sowie eine Aufwertung des Gastro-Innenhofs vor. Zusätzlich ist ein Überwinterungsglashaus mit Doppelnutzung als Winter-garten vorgesehen. Auch die Nutzung in den Wintermonaten oder bei Schlechtwetter wird damit möglich. 

„Der Botanische Garten ist nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Zentrum für Umweltbildung und kulturelle Vielfalt. Mit dem neuen Eingangsbereich verbessern wir das Ankommen für Besucher*innen und schaffen eine Infrastruktur, die neue Möglichkeiten für Veranstaltungen und Gastronomie eröffnet“, betont Vizebürgermeisterin Merima Zukan.

„Der Botanische Garten ist ein echtes Naturjuwel und ein wichtiger Ort für die Umweltbildung in unserer Stadt. Nun bekommt er endlich auch einen würdigen Eingangsbereich. Das neue Gebäude wird zahlreiche wichtige Funktionen erfüllen und zum Beispiel auch einen überdachten Treffpunkt für Schulklassen und Gruppen bieten „, erklärt Stadträtin Eva Schobesberger.

Kritik von der FPÖ - trotz eigenem Antrag im Jahr 2019

Bei den Linzer Freiheitlichen stößt die Umgestaltung des Botanischen Gartens auf scharfe Kritik. „Wie bereits im Budgetgemeinderat klar kommuniziert, sehen wir die Umgestaltung des Botanischen Gartens oder auch des Linzer Hauptplatzes als derzeit nicht notwendige rot-grüne Luxusprojekte. Statt das marode städtische Budget endlich zu sanieren, wird von der rot-grünen Mehrheit weiterhin Steuergeld zum Fenster hinausgeworfen“, kritisiert der freiheitliche Finanzsprecher Željko Malešević.

Während die meisten Linzer angesichts der äußerst schwierigen wirtschaftlichen Lage den Gürtel enger schnallen müssten, würden sich manche Parteien in Linz wie ein abgehobener Milliardär benehmen, der jede Bodenhaftung verloren hat: „Einerseits wird das Linzer Schulstartpaket mit dem Argument gestrichen, es sei kein Geld vorhanden, andererseits werden gleichzeitig Millionenbeträge für Luxusprojekte wie ein neues Glashaus im Botanischen Garten ausgegeben.“

Gleichzeitig betont Malešević, dass sich die FPÖ klar zum Botanischen Garten als städtischer Einrichtung bekennt: „Der Botanische Garten ist zweifellos wertvoll für unsere Stadt. Es ist auch verständlich, dass die Infrastruktur nach einer gewissen Zeit saniert und angepasst werden muss. Solche Vorhaben gehören jedoch in wirtschaftlich guten Zeiten umgesetzt, und nicht in einer Phase, in der überall gespart, gekürzt und gestrichen wird.“

Die Kritik stößt bei den Grünen auf Unverständnis. Sie weisen darauf hin, dass es die FPÖ selbst war, damals durch Gemeinderat Wolfgang Grabmayr, die in der Gemeinderatssitzung am 7. März 2019 den Antrag einbrachte, ein Konzept für den Botanischen Garten zu erstellen, da dieser sträflich vernachlässigt worden sei. Explizit ging es um die Platzverhältnisse in den Glashäusern und den Eingangsbereich, der sehr unattraktiv und wenig praktikabel gestaltet sei. Für letzteren sollte eine Umgestaltung ausgearbeitet werden, um ihn sinnvoll zu er­neuern und eine praktikable Funktionsweise zu ermöglichen.


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