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30 Millionen Euro-Projekt: Caritas baut am Froschberg ein "Haus der NächstenLiebe"

Nora Heindl, 04.02.2026 14:30

LINZ. Die Caritas Oberösterreich baut am Froschberg das „Haus der NächstenLiebe“. 30 Millionen Euro kostet das Projekt, das über zehn Linzer Standorte in sich bündeln wird. Baubeginn ist 2027, der Einzug ist 2030 geplant. 

So soll das Haus der NächstenLiebe einmal ausschauen. (Foto: Rendering: SWAP)
  1 / 2   So soll das Haus der NächstenLiebe einmal ausschauen. (Foto: Rendering: SWAP)

Das Betreubare Wohnen und das Seniorenwohnhaus St. Anna entlang der Leondinger Straße schirmen ab, was sich dahinter tut. Der alte Vierkanter wird dem „Haus der NächstenLiebe“ weichen. Die Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote für Menschen mit Beeinträchtigung, die darin beheimatet waren, wurden bereits 2025 dauerhaft in die Mozartstraße übersiedelt. Das dahinter gelegene Gebäude wurde bereits im Oktober abgerissen, das darin befindliche Zentrallager in die Industriestraße verlegt. 

„Mit dem Haus der NächstenLiebe entsteht ein zentraler, moderner und nachhaltiger Dienstleistungsstandort der Caritas Oberösterreich“, betont Caritas OÖ-Direktor Stefan Pimmingstorfer.

„Neubau langfristig die wirtschaftlichere Lösung“

Über zehn von insgesamt 22 in Linz verstreuten Standorten werden dort in einem Neubau zusammengeführt, ebenso wie rund 300 Mitarbeiter. „Durch kurze Wege gelingen uns Abstimmungen schneller und es bleibt mehr Zeit für jene Menschen, die unsere Unterstützung brauchen“, nennt Pimmingstorfer einen Grund von mehreren, warum man sich für einen Neubau entschieden hat. 

Würde man die betroffenen Standorte sanieren – insgesamt rund 9.150 Quadratmeter –, käme man auf etwa 23 Millionen Euro. Der Neubau kostet hingegen 30 Millionen Euro, ist dafür aber „langfristig gesehen die wirtschaftlichere, wirksamere und nachhaltigere Lösung“, so Pimmungstorfer. Alleine schon die Barrierefreiheit, die der Caritas enorm wichtig ist, könnte in den bestehenden Gebäuden nicht so erreicht werden, wie es ein Neubau sicherstellt.

Mit einem Neubau sinken auch die Betriebskosten. Eine wesentliche Rolle spielt hier die Bauweise. Der Neubau wird als Holz-Hybrid-Bau errichtet, geplant vom Architekturbüro Swap. Das bedeutet: Beton wird dabei nur dort eingesetzt, wo es notwendig ist, etwa bei der Garage oder beim Lift. Ansonsten dominiert Holz. „Beim Holz-Hybrid-Bau liegen die CO2-Equivalente bei rund 50 Tonnen, während ein reines Betontragwerk etwa 1.707 Tonnen verursacht hätte“, so Pimmingstorfer.

Ressourcenschonung spielt schon beim Abbruch eine Rolle. Bauteile vom bereits abgetragenen Zentrallager wurden in der Dachkonstruktion der Gerätehalle von St. Pius wiederverwendet. 

1.400 Quadratmeter werden entsiegelt

Lässt bei Neubauten die Versiegelung von Grünraum normalerweise Kritiker aufhorchen, werden bei diesem Projekt 1.400 Quadratmeter entsiegelt. Während derzeit etwa 3.400 Quadratmeter bebaut sind, wird der Neubau nur rund 2.000 Quadratmeter beanspruchen – bei einer Bruttogeschossfläche von 9.560 Quadratmetern.

„Die Gebäudeausrichtung wurde so geplant, dass der bestehende Baubestand weitgehend erhalten bleibt. Nur zwei Bäume mussten aus Sicherheitsgründen für den Baustellenbetrieb entfernt werden“, so der Caritas OÖ-Direktor. 

Ein Garten für die Öffentlichkeit

Rund um das Gebäude entsteht der Garten der Nächstenliebe, der Mitarbeitern, Besuchern aber auch der Nachbarschaft offen steht. „Wir haben dort jetzt schon viele Spaziergängerinnen und Spaziergänger in Richtung Sternwarteweg und wollen den Garten auch weiterhin als Erholungsraum anbieten“, so Pimmingstorfer. Ein weiterer, damit einhergehender Vorteil: „Menschen, die Unterstützung von der Caritas brauchen, erleben keine Barrieren im Sinne von einer Stigmatisierung. Sie sind am Areal unterwegs, wie andere auch.“ 

Um sich noch offener für alle zu zeigen, wird auch das Café Carla, das jetzt noch im Seniorenwohnhaus St. Anna untergebracht ist, in den Neubau übersiedeln. 

Die nächsten Schritte

Derzeit läuft die Ausschreibung für den Totalübernehmer. Baubeginn ist 2027, der Einzug 2030 geplant. „Die Bauzeitplanung ist bewusst langfristig angelegt. Qualität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen vor Geschwindigkeit“, so Pimmingstorfer.

Finanziert wird das Projekt durch Eigenmittel der Caritas sowie durch Beiträge von Partnern und Spendern. 


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