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LINZ. Am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz wurde das erste Kompetenzzentrum für Neuroimmunologie gegründet. Dahinter verbirgt sich eine zentrale Anlaufstelle für Menschen, bei denen das Zusammenspiel von Nerven- und Immunsystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ziel ist es, Patienten von der Diagnose bis zur langfristigen Betreuung aus einer Hand zu begleiten.

Markus Hutterer, Leiter des Zentrums für Neuroimmunologie (Foto: Barmherzige Brüder/Moritz Reisinger)

Im gesunden Körper arbeiten Nerven- und Immunsystem eng zusammen. Das Immunsystem meldet Veränderungen im Körper an das Gehirn, das darauf reagieren kann. Ist diese Abstimmung gestört, kann es zu Entzündungen im Nervensystem kommen. Solche Prozesse stehen unter anderem mit Erkrankungen wie Multipler Sklerose, bestimmten Lähmungen oder Muskelstörungen in Zusammenhang. Auch anhaltender Stress, Bewegungsmangel, schlechte Ernährung oder Schlafmangel können Entzündungen im Körper fördern und so das Risiko für Erkrankungen wie Demenz, Parkinson oder Depressionen erhöhen.

Viele dieser Krankheiten beginnen plötzlich, verlaufen aber langfristig und betreffen oft auch jüngere Menschen. Die Diagnose ist nicht immer einfach, die Belastung für Betroffene und Angehörige groß.

„Neuroimmunologische Erkrankungen sind hochkomplex und betreffen viele Patient:innenüber Jahre hinweg. Unser Ziel ist es, medizinische Expertise, moderne Diagnostik undinterdisziplinäre Zusammenarbeit so zu bündeln, dass Betroffene von Beginn an strukturiert,individuell und auf dem neuesten Stand der Medizin begleitet werden“, erklärt Markus Hutterer, Leiter des Zentrums für Neuroimmunologie (ZNI).

Gebündelte Expertise

Das neue Kompetenzzentrum wurde von der Abteilung für Neurologie mit Stroke Unit und Akutgeriatrie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz gegründet. In engerZusammenarbeit mit spezialisierten Neurologen sowie weiteren Fachrichtungen innerhalb des Krankenhauses und dem Ordensklinikum Linz entsteht eine zentrale Anlaufstelle für die hochspezialisierte Versorgung von Patienten mit neuroimmunologischen Erkrankungen - und das über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg. Das Zentrum ist in dieser Form in Österreich einzigartig.

„Mit dem Zentrum für Neuroimmunologie bündeln wir unsere bereits bestehendenspezialisierten Ambulanzen unter einem gemeinsamen Dach und schaffen klare Strukturenfür Patient:innen ebenso wie für zuweisende Stellen“, betont Christian Lampl, Vorstand der Abteilung für Neurologie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz. Digitale Angebote wie Telemedizin sollen das Leistungsangebot unterstützen.

Hubert Eisl, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder, sieht darin einen wichtigen Schritt: Man wolle nicht nur in der Akutversorgung stark sein, sondern auch „Taktgeber in der Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten“ dieser Erkrankungen.

„Der Aufbau erfolgt etappenweise; langfristig soll das Zentrum als Anlaufstelle für Patient:innen mit neuroimmunologischen Erkrankungen in Oberösterreich etabliert werden und dazu beitragen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die klinische Praxis überzuführen,“ ergänzt der Ärztliche Direktor Thomas Berger.


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