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Jeans mit gutem Gewissen: Carla Linz setzt ein Zeichen gegen Fast Fashion

Nora Heindl, 22.02.2026 12:05

LINZ. Während ungetragene Kleidung oft um die halbe Welt reist und auf Müllhalden im globalen Süden endet, setzt die Caritas OÖ in ihrem Carla-Second-Hand-Shop in Linz auf Nachhaltigkeit und kurze Wege. Von 9. bis 13. März dreht sich dort alles um Jeans ­– ein Kleidungsstück mit enormem ökologischen Fußabdruck, das als „pre-loved“-Variante umso mehr Gutes für die Umwelt tut.

Das Carla-Team Linz (v. l.): Lucy Jirkalova, Gaby Hönekl und Samuel Stockhammer (Foto: Caritas)
Das Carla-Team Linz (v. l.): Lucy Jirkalova, Gaby Hönekl und Samuel Stockhammer (Foto: Caritas)

In der Aktionswoche von 9. bis. 13. März erwartet Kunden in der Carla Linz eine besonders große Auswahl an hochwertigen, gebrauchten Jeans – viele davon Markenstücke – zu günstigen Preisen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, gut erhaltene Jeans direkt in den Shops abzugeben. „Ganz ohne Plastik: Wir sammeln unverpackt und sortieren die Kleidung in wiederverwendbare Schachteln“, betont Helga Perusch, Leiterin des Carla-Shops in Linz.

Mit der Preloved-Jeans zum Umwelt-Hero

Warum stehen ausgerechnet Jeans im Mittelpunkt? „Sie sind ein zeitloses Kleidungsstück und gleichzeitig eines der umweltbelastendsten in der Textilbranche“, so Perusch. Für die Herstellung einer einzigen neuen Hose werden zwischen 7.000 und 10.000 Liter Wasser benötigt. Hinzu kommen große Mengen an Chemikalien, Färbemitteln und problematische Arbeitsbedingungen für die Menschen in den Niedriglohnländern. Deshalb sei es gerade bei Jeans besonders wichtig – und besonders wirkungsvoll –, sie im Kreislauf zu halten.

Was einem selbst nicht mehr passt, kann jemand anderem lange Freude bereiten. „Altkleiderspenden und Second-Hand-Mode können die Überproduktion von Fast Fashion nicht vollständig lösen“, weiß die Caritas-Mitarbeiterin: „Sie zählen jedoch zu den wirksamsten Möglichkeiten, Ressourcen – und nicht zuletzt auch den Geldbeutel – zu schonen.“

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung anstatt Profit

Die Caritas setzt in den Carla-Shops auf Regionalität. Kleiderspenden werden direkt in Oberösterreich gesammelt, sortiert und in den Shops weiterverwendet – ganz ohne lange Transportwege oder undurchsichtige Umwege.

Nicht mehr tragfähige Stücke gehen in den Großhandel zur Weiterverwendung – unter der Garantie, dass die Materialien in der EU bleiben. Jener Teil, der verschmutzt und/oder beschädigt ist, muss von der Caritas kostenpflichtig im Altstoffsammelzentrum vor Ort entsorgt werden.

Extra sortiert werden Heimtextilien aus reiner Baumwolle, weil sie direkt einer zweiten Nutzung zugeführt werden können, nämlich in der Reinigung als Putzlappen.

Jedes gespendete Stück wird händisch sortiert und begutachtet. Das gewährleistet, dass alles möglichst lange im Kreislauf bleibt und die Umwelt schont. „Wir bieten eine echte Alternative zum Fast-Fashion-System. Uns geht es nicht um Profit, sondern um nachhaltigen Konsum, Solidarität und soziale Verantwortung“, betont Helga Perusch.

Als Draufgabe zu herkömmlichen Second Hand-Geschäften bietet Carla auch einen soziale Mehrwert: Armutsbetroffene Menschen können sich hier mit Gratis-Gutscheinen, die sie in den Caritas-Sozialberatungsstellen erhalten, neu einkleiden – selbstbestimmt und bedarfsgerecht.


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