Kepler Uniklinikum Teil eines KI-Forschungsprojekts der Harvard Medical School
LINZ. Großer Erfolg für das Kepler Universitätsklinikum: Als eine von nur wenigen europäischen Kliniken wurde es erneut für ein internationales Forschungsprojekt der renommierten Harvard Medical School ausgewählt. Im Mittelpunkt steht diesmal der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Auswertung von Lungen-Computertomographien.

Bereits 2023 war das Kepler Universitätsklinikum am Projekt „MAIDA“ (Medical AI Data for All) beteiligt. Nun folgt der nächste Schritt: In einem internationalen Folgeprojekt soll eine KI-gestützte Analyse von Thorax-Computertomographien entwickelt werden, um Lungenknoten präzise zu erkennen und im Zeitverlauf zu beobachten.
Das ist ein entscheidender Faktor in der Früherkennung von Lungenkrebs.
Oberösterreich als „Innovationsstandort mit internationaler Bedeutung“
„Die erneute Beteiligung des Kepler Universitätsklinikums an einem Projekt der Harvard Medical School zeigt, dass Oberösterreich ein Innovationsstandort mit internationaler Bedeutung ist. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind zentrale Zukunftsthemen – und wir gestalten diese aktiv mit. Solche Kooperationen stärken nicht nur die medizinische Weiterentwicklung für unsere Patienten, sondern auch den Forschungsstandort Oberösterreich“, so Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP).
Lungenknoten identifizieren
Am aktuellen Projekt sind zwölf europäische Länder beteiligt. Ziel ist die Entwicklung und Evaluierung von KI-Modellen, die radiologische Berichte auf Basis von Thorax-Computertomographien automatisiert erstellen können.
Der Fokus liegt dabei auf der genauen Identifikation und Nachverfolgung von Lungenknoten. Künftig sollen Radiologen durch diese Technologie in ihrer täglichen Arbeit deutlich unterstützt werden.
Kepler Universitätsklinikum stellt Datensätze zur Verfügung
Ein Problem in der Forschung: Öffentlich zugängliche medizinische Datensätze reichen oft nicht aus. Besonders serielle Bildgebungen – also wiederholte Aufnahmen derselben Patienten – sind selten verfügbar. Genau hier setzt das Projekt an.
Das Kepler Universitätsklinikum stellt hochwertige medizinische Datensätze zur Verfügung. Diese werden anonymisiert und pseudonymisiert in die Forschung eingebracht. Die Harvard Medical School koordiniert daraus einen umfangreichen, institutionsübergreifenden Datensatz aus Computertomographie-Bildern, radiologischen Befunden und klinischen Metadaten.
Erfolgreiche Zusammenarbeit bereits 2023
Schon im Jahr 2023 lieferte das Kepler Universitätsklinikum anonymisierte Datensätze aus der Intensiv- und Neugeborenenstation zur Validierung von KI-Modellen für Thorax-Röntgenbilder. Dabei ging es um die Erkennung von medizinischen Geräten wie Schläuchen und Leitungen sowie Infektionssystemen in kritischen klinischen Bereichen.
Das Ergebnis dieser Studie wurde im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Die Studie zeigt, dass eine KI für medizinische Röntgenbilder besser funktioniert, wenn sie in jedem neuen Krankenhaus weiterlernt. Dieser kontinuierliche Lernprozess macht die KI genauer als das bloße Übernehmen eines fertigen Modells oder das Nachtrainieren nur in einem einzelnen Krankenhaus.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit und die hohe Datenqualität führten nun zur Einladung in die nächste Projektphase.
Künstliche Intelligenz in klinischer Praxis immer bedeutender
„Die Integration von Künstlicher Intelligenz in die klinische Praxis gewinnt immer mehr an Bedeutung, um das medizinische Personal zu unterstützen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren. Durch die Mitwirkung an internationalen Projekten wie MAIDA können wir neueste Technologien frühzeitig evaluieren und gezielt in unsere Versorgungsprozesse integrieren. Diese Kooperation zeigt auch, wie sehr sich das Kepler Universitätsklinikum als gefragter internationaler Partner für Innovationsprojekte im Gesundheitswesen etabliert hat“, so Franz Harnoncourt, Geschäftsführer des Kepler Uniklinikums und der Oberösterreichischen Gesundheitsholding.
„Entscheidend“ für frühzeitige Erkennung von Lungenkrebs
„Die präzise Nachverfolgung von Lungenknoten ist entscheidend für die frühzeitige Erkennung von Lungenkrebs. Dieses Projekt ermöglicht es uns, KI-Modelle auf Basis realer, vielfältiger Patientendaten zu validieren – ein bedeutender Schritt für die Weiterentwicklung der radiologischen Diagnostik“, erklärt Franz Fellner, Vorstand des Zentralen Radiologie Institutes am Kepler Universitätsklinikum.
400.000 Dateien übermittelt
Für das aktuelle Projekt wurden die Daten von den Medizinern Marco Scala und Julian Niedermayr aufbereitet. Der IT-Spezialist des Geschäftsbereichs Medizininformatik und Informationstechnologie, Bernd Göttel, sorgte für die Anonymisierung und Pseudonymisierung.
Nach Abstimmung mit Harvard wurden Datensätze von 300 Patienten mit den zugehörigen klinischen Informationen sowie Bildmaterial übermittelt. Insgesamt umfasst das Datenpaket rund 400.000 Dateien.
Die Teilnahme am Projekt wurde von der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz geprüft und freigegeben.
„Starkes Zeichen für hohe Qualität von Daten und IT-Infrastruktur“
„Dass das Kepler Universitätsklinikum erneut ausgewählt wurde, ist ein starkes Zeichen für die hohe Qualität unserer Daten und IT-Infrastruktur. Wir sind stolz darauf, dass unsere Systeme internationalen Vergleichsstandards standhalten und einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung medizinischer KI leisten“, sagt Humayaun Kabir, CIO der Oberösterreichischen Gesundheitsholding.


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