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LINZ. Es war im März einer der großen Schläge gegen die Drogenkriminalität, der diese Problematik groß in die Öffentlichkeit brachte. Damals gab es 85 Festnahmen im Bereich um den Drogen-Hotspot Krempl-Hochhaus im Linzer Süden.

In Linz wird an mehreren Orten mit Drogen gedealt. (Foto: Syda Productions - stock.adobe.com)
  1 / 3   In Linz wird an mehreren Orten mit Drogen gedealt. (Foto: Syda Productions - stock.adobe.com)

von Christoph Steiner

Dass man in Linz ein zunehmendes Drogenproblem hat, erklärt auch Vizebürgermeister Martin Hajart (VP Linz). „Wir haben in Linz offenkundig Probleme im Bereich des Drogenhandels sowie des Drogenkonsums“, so Hajart gegenüber Tips.

Auch bei Sozialarbeitern, mit denen sich Tips unterhalten hat, wird ein zunehmendes Problem bestätigt. So sei der Reinheitsgrad bei Kokain und synthetischen Drogen gestiegen. Auch die Verfügbarkeit von Substanzen sei leichter geworden.

Hotspots

Als bekannte Problemzonen im Zentrum von Linz gelten der Volksgarten und der Bahnhofsvorplatz. „Ich fordere ein Alkoholverbot am Bahnhofsvorplatz sowie im Bahnhofspark, weil dort die 'Eskapaden' mittlerweile eine Grenze überschritten haben (Lärm, Streitereien, Müll, Pöbeleien, Geschrei). Gleichzeitig braucht es konsequente Kontrollen und eine verstärkte Betreuung in sensiblen Bereichen wie dem Volksgarten und dem Schillerpark“, so Hajart.

Im Volksgarten etwa gibt es eine stabile Gruppe von rund 50 Personen, die dort ihre Freizeit verbringt.

Diskussion um Alkoholverbot

Unter Sozialarbeitern wird ein Alkoholverbot kontrovers diskutiert. „Bisherige Versuche in Linz, Szenen – sei es Alkohol, sei es Drogen – durch Verbote wegzukriegen, haben eigentlich oft nur zu einer Verlagerung des Problems geführt“, heißt es von einem Sozialarbeiter.

Raml für Maßnahmen-Mix

Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) will mit einem Maßnahmen-Mix gegensteuern. „Die Drogenproblematik in Linz kann nur mit einem klaren Maßnahmenmix aus Prävention und konsequenter Strafverfolgung bekämpft werden. Wer suchtkrank ist, braucht Unterstützung auf dem Weg aus der Abhängigkeit. Wer mit Drogen handelt und unsere Stadtteile unsicher macht, muss die volle Härte des Rechtsstaates spüren“, betont Raml.

Mehr Auffälligkeiten

Eine gesteigerte Aggressivität bei den herumlungernden Personen können Sozialarbeiter nicht bestätigen. Zwar mache der höhere Reinheitsgrad bei synthetischen Drogen die Personen auffälliger, aber gehäufte Übergriffe auf Passanten stelle man nicht fest.

Drogenscreening

Hajart will künftig mit einem Drogenscreening im Abwasser Problemzonen in Linz besser erkennen. „Gemeinsam mit der Polizei und der Linz AG soll ein Konzept erarbeitet werden, um über das Abwasser ein gezieltes Monitoring des Drogenkonsums in den Linzer Stadtvierteln zu ermöglichen. Wir müssen wissen, wo sich Entwicklungen verschärfen, um frühzeitig und gezielt handeln zu können. Moderne Sicherheitspolitik braucht auch moderne Instrumente“, so der Vizebürgermeister.

Videoüberwachung

Raml und Hajart machen sich zudem für mehr Videoüberwachung stark. „Videoüberwachung wirkt abschreckend, hilft bei der Aufklärung von Straftaten und erhöht das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Dort, wo es wiederholt zu Drogenhandel und Kriminalität kommt, müssen wir alle rechtlich zulässigen Mittel nutzen“, so Raml.

Auch bei Haltestellen

Hajart will Kameras an Haltestellen. „Das Problem im Haltestellenbereich ist, dass man hier konkret auf die Öffis warten muss. Man kann sich bei einem 'Unwohlsein' beziehungsweise einer Belästigung/Gefahrensituation nicht wirklich wegbewegen. Dementsprechend sollte diese Maßnahme politisch diskutiert werden“, so Hajart. „Der öffentliche Raum muss wieder den Menschen gehören, die sich dort sicher fühlen wollen. Dauerhafte Angsträume dürfen wir in Linz nicht akzeptieren“, betont er.


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