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LINZ. Wer einem verstorbenen Menschen noch etwas sagen möchte, kann ab 1. September einen anonymen Brief in einen Griefyards-Briefkasten in Linz werfen. Aus ausgewählten Briefen entstehen Kunstwerke, die in der Ausstellung „Death Positive. Gestorben wird immer“ im Nordico zu sehen sein werden.

 (Foto: Patrick Sturm)
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Was würden wir einem Menschen sagen, der nicht mehr da ist? Was ist unausgesprochen geblieben? Welche Erinnerungen möchten wir festhalten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Kunst- und Schreibinitiative Griefyards. Sie schafft einen Raum für Trauer, Liebe und Erinnerung und lädt Menschen dazu ein, Briefe an Verstorbene zu verfassen. Die Briefe bleiben anonym. Sie dürfen traurig, wütend, liebevoll oder dankbar sein. Vorgaben gibt es nicht.

Griefyards-Briefkästen in Linz

Ab 1. September stehen dafür an mehreren Orten im Linzer Stadtgebiet eigens eingerichtete Griefyards-Briefkästen bereit. Bis 25. Oktober können dort Briefe eingeworfen werden.

Zu finden sind sie im Nordico Stadtmuseum, Domcafé, Stadtbibliothek Wissensturm, Café Viele Leute, Salonschiff Fräulein Florentine, Barbarafriedhof (Haupteingang innen rechts) und Café Frédéric.

Unter griefyards.com gibt es auch die Möglichkeit, die Briefe online abzugeben.

Aus persönlichen Briefen wird Kunst

Ausgewählte Künstler erhalten jeweils einen anonymisierten Brief und entwickeln daraus ein zweidimensionales Kunstwerk. Persönliche Geschichten über Verlust, Erinnerung und Verbundenheit werden so in eine neue künstlerische Form übersetzt.

Für die Linzer Ausgabe greifen Valentin Bernauer, Blooming in May, Rosalie Goess-Enzenberg, Melina Gold, Antonio Labuhar, Marie-Andrée Pellerin, Julia Ryaguzova, Helene Traxler, Laura Weiss und Rosemarie Zacher die Briefe in ihren Arbeiten auf.

Die so entstandenen Werke werden bei einer eigenen Vernissage mit Storytelling-Performance am 26. November im Rahmen der Ausstellung „Death Positive.“ im Nordico präsentiert und können auch käuflich erworben werden.

Trauer sichtbar machen

Griefyards wurde von Celine Vanhoutte und Rosa Braber initiiert. Nach der ersten Ausgabe in Wien wird das Projekt 2026 weiterentwickelt und neben Wien und Graz erstmals auch in Linz umgesetzt.

Im Zentrum steht die Idee, Trauer einen sichtbaren Platz im gesellschaftlichen Leben zu geben und Gespräche über Verlust zu ermöglichen. Dabei geht es nicht ausschließlich um das, was durch den Tod eines Menschen fehlt, sondern ebenso um das, was bleibt: Erinnerungen, Geschichten, Verbundenheit und Liebe.

Ausstellung „Death Positive. Gestorben wird immer“

23. Oktober 2026-4. April 2027

Nordico Stadtmuseum, Linz


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