Kosten für Linzer Westring steigen auf 1,3 Milliarden Euro
LINZ. Die Kosten für den Westring steigen auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Während das Land am Bau festhält, fordern die Grünen einen Ausstieg der Stadt Linz aus der Finanzierung.

Die aktuelle Kostenprognose liegt bei rund 1,3 Milliarden Euro. Das sind rund 120 Millionen Euro mehr als 2023. Als Gründe nennt das Land höhere Baupreise, Inflation und geänderte gesetzliche Vorgaben.
Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sieht trotz der Mehrkosten keinen Anlass, vom Projekt abzurücken. „Die Kostensteigerung ist nicht erfreulich, aber sie ändert nichts daran, dass die A 26 eine wichtige Investition in die Zukunft unseres Landes ist. Sie soll die Landeshauptstadt vom Verkehr entlasten, den Pendlern Zeit sparen und die Verbindung zwischen Stadt und Mühlviertel verbessern.“
Nach Angaben des Landes soll der Verkehr im Linzer Stadtgebiet nach Fertigstellung um rund acht Prozent sinken. Die volle Entlastung werde aber erst mit Abschluss aller Bauabschnitte erwartet.
Tunnelbau startet noch heuer - Fertigstellung 2035 geplant
Die Arbeiten am zweiten Abschnitt mit Freinbergtunnel und Unterflurtrasse Waldeggstraße haben im Sommer 2026 begonnen. Der Tunnelvortrieb soll noch heuer starten. Während der Bauarbeiten bleiben auf der Waldeggstraße vier Fahrspuren erhalten.
Von der insgesamt 4,7 Kilometer langen A 26 verlaufen rund vier Kilometer unterirdisch. Etwa 500.000 Kubikmeter Ausbruchmaterial sollen überwiegend per Schiff abtransportiert werden. Dadurch sollen rund 75.000 Lkw-Fahrten durch Linz vermieden werden.
Die Teilverkehrsfreigabe des zweiten Abschnitts ist für 2032 geplant. Der dritte und letzte Abschnitt mit der Westbrücke soll von 2033 bis 2035 gebaut werden.
Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) fordert einen genauen Blick auf die Ausgaben: „Bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung müssen die Kostenentwicklung und die wirtschaftliche Umsetzung genau im Blick behalten werden. Die Preisentwicklung der vergangenen Jahre und geänderte gesetzliche Vorgaben haben die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Umso wichtiger ist es, die Umsetzung weiterhin verantwortungsvoll zu begleiten und die verfügbaren Mittel effizient einzusetzen.“
Grünen Linz verlangen Ausstieg aus Vertrag
Linz trägt fünf Prozent der Gesamtkosten der A26. Damit steigt der Anteil der Stadt nach Angaben der Linzer Grünen auf knapp 65 Millionen Euro. Einen vertraglichen Kostendeckel gibt es nicht. Umweltstadträtin Eva Schobesberger und Klubobmann Helge Langer verlangen deshalb, die Finanzierungsvereinbarung zu verlassen.
„Die Stadt Linz muss alles daransetzen, um aus diesem verheerenden Vertrag auszusteigen. Angesichts der finanziellen Situation der Stadt ist ein Ausstieg alternativlos“, betonen Schobesberger und Langer. Einen entsprechenden Antrag hätten die Grünen bereits im März im Gemeinderat eingebracht.
Auch auf Landesebene wächst die Kritik der Grünen. „Einmal mehr rächt sich, dass das Land OÖ keinen vertraglichen Kostendeckel eingezogen und damit jeden Preissprung mitzutragen hat“, so Klubobmann LAbg. Severin Mayr. Bereits im Sommer 2020 sind die Gesamtkosten von damals 646 Millionen Euro auf 743 Millionen Euro angestiegen. Im Juni 2023 erfolgte dann der nächste Sprung auf insgesamt 1,18 Milliarden Euro - und jetzt 1,295 Milliarden Euro.
Mayr fordert, den Landesbeitrag verbindlich zu begrenzen und die Mitfinanzierung neu zu verhandeln. Dazu kündigt er einen Antrag im Landtag an. Auch will er wissen, wie die zusätzlichen Ausgaben im kommenden Budget berücksichtigt werden und welche anderen Vorhaben dafür zurückstehen müssen.
„Was könnte man mit 1,2 Milliarden Euro nicht alles für eine klimafreundliche Mobilität machen“, fragt sich die Grüne Mobilitätssprecherin LAbg. Dagmar Engl. Um jeden kleinen Radweg müsse man ringen. „Den Menschen einen permanenten Sparzwang aufzuerlegen und dann für den Westring immer neue Millionen durchzuwinken, geht gar nicht zusammen“, so Engl.








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