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„Die erste Reanimation bleibt einem natürlich schon in Erinnerung“
Zweimal die Woche leistet der 23-jährige Hüseyin Gürbey Dienst als Rettungssanitäter beim Linzer Roten Kreuz. Nachtdienste unter der Woche, Tagdienste am Wochenende - nur so lässt sich das ehrenamtliche Engagement mit seinem Beruf verbinden. Zum Roten Kreuz kam er, anders als viele seiner Kollegen, nicht über den Zivildienst, sondern über das Bundesheer.

Ein Dienst als Rettungssanitäter dauert zwölf Stunden. Ein bis zwei solcher Dienste leistet der 23-jährige Online Marketing-Spezialist pro Woche. Bei den Nachtdiensten könne man aber meist mehrere Stunden schlafen, so könne man das auch mit dem Beruf vereinbaren, erklärt Gürbey. Seine Freizeit wird durch sein ehrenamtliches Engagement aber natürlich merklich geschmälert, etwa 80 Prozent seiner Zeit wende er für Job und das Rote Kreuz auf, schätzt er. Fragt man Hüseyin Gürbey nach seinen Beweggründen, hört man eine Antwort, die viele ehrenamtlich tätigen Menschen geben - es ist die Lust etwas Sinnvolles zu tun. „Man lernt sehr viel, man leistet einen Beitrag, das ist eigentlich genug Motivation.“ Und der junge Rettungssanitäter gefällt sich auch in seiner Rolle, natürlich sei das ein Image, das man gerne habe. UnvergesslichWährend vier Jahren als Rettungssanitäter erlebt man eine Menge. Schönes, Emotionales aber natürlich auch Belastendes, und viele Dinge bleiben einem lange im Gedächtnis. „Die erste Reanimation bleibt einem natürlich schon in Erinnerung“, so Gürbey. Nach dem Einsatz frage man sich dann schon, ob man alles richtig gemacht habe, ob einem Fehler unterlaufen sind.Diese Eindrücke verarbeiten die Rot-Kreuz-Mitarbeiter gemeinsam, das Gespräch und der Erfahrungsaustausch helfen. Darüber hinaus steht den Mitarbeitern auch professionelle Hilfe zur Verfügung, so sie sich diese Unterstützung wünschen. Es gebe bei den Einsätzen aber auch wahnsinnig schöne Momente, etwa wenn man eine junge Familie zur Entbindung ins Krankenhaus fahre, oder wenn man sich mit älteren Menschen unterhalte - man bekomme dann wahnsinnig viel Wertschätzung zurück. Positiv sei es auch, wenn man merke wie erleichtert türkischstämmige Patienten reagieren, wenn sie von einem Sanitäter versorgt werden, der ihre Sprache spreche und ihre Kultur kenne, erklärt Hüseyin Gürbey, dessen Eltern in der Türkei geboren wurden. Weg zum SanitäterDen ersten Kontakt mit dem Roten Kreuz hatte Gürbey während seines Präsenzdienstes. Beim Bundesheer wurde er zum Sanitäter ausgebildet, die praktische Ausbildung absolvierte er dabei beim Roten Kreuz. „Das war die beste Zeit während ich beim Bundesheer war, eine willkommene Abwechslung zum Kasernentrott.“ Die Arbeit beim Roten Kreuz faszinierte den jungen Mann so sehr, dass er sich schon kurz nach seinem Wehrdienst beim Roten Kreuz engagierte. Ob man besondere Voraussetzungen für den Dienst als Sanitäter braucht? „Man braucht schon einen starken Magen“, erklärt der 23-Jährige trocken. Aber eigentlich müsse man keine besonderen Fähigkeiten mitbringen. Einsatz und EngagementWas ein Sanitäter aber in großem Maß braucht ist Engagement und der Wille zu helfen. Und davon hat der junge Linzer genug. Ein Freiwilliger, der sich beim Linzer Rettungsdienst engagiert, leistet im Schnitt 245 Stunden ehrenamtliche Arbeit im Jahr, eine großartige Leistung. Vom Roten Kreuz erfahren wir, das Hüseyin Gürbey 2014 sogar unglaubliche 508 Stunden für das Rote Kreuz gearbeitet hat. „Man investiert schon viel Zeit, man darf es eigentlich nicht in Stunden rechnen“, scherzt Hüseyin Gürbey, der neben seiner Aufgabe als Sanitäter auch als Gruppenführer im Einsatz ist. „Meine Aufgabe ist es, die Praktikanten zu motivieren und zu fesseln.“ Er organisiert Fortbildungen und Gruppentreffen für die Kollegen, aber es komme auch vor, dass man ab und an gemeinsam fortgehe. Vielleicht sei er ja ein bisschen übermotiviert. Ein Leben ohne Rotes Kreuz kann er sich nicht vorstellen. „Ich glaube ich werde in 40 Jahren immer noch dabei sein, vielleicht in einer anderen Funktion, ich habe hier alles was ich brauche.“ Linzer FreiwilligeBeim Linzer Rettungsdienst sind derzeit 425 Freiwillige im Einsatz. Ihre Leistung und ihr Engagement sind für ein funktionierendes Rettungswesen unverzichtbar. Freiwillige sind immer willkommen und können sich jederzeit beim Linzer Roten Kreuz über mögliche Aufgaben informieren. Am 22. Juni findet darüber hinaus um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung im Volkshaus Ebelsberg, Kremsmünsterer Straße 1-3, statt. Anmeldungen bei Tina Kern unter 0732/7644-231 oder li-office@o.roteskreuz.at<


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