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Vortrag zum Thema „Nachzuchten für eine nachhaltige Meeresaquaristik“ bei Megazoo

Leserartikel Robert Riedlbauer, 04.06.2016 13:05

Nachhaltigkeit ist im Bereich der Meerwasser-Aquaristik zum Schutz von zahlreichen Fischarten von großer Bedeutung. Der Megazoo Wien-Stadlau führt aus diesem Grund am Samstag, 11. Juni 2016 um 14 Uhr eine wichtige Informationsveranstaltung durch: Die anerkannte Meeresbiologin Christiane Schmidt vom Verein ESAIA e.V. wird zum Thema „Nachzuchten für eine nachhaltige Meeresaquaristik“ wichtige Informationen über die richtige Auswahl von Aquarienfischen geben. Dieser Vortrag ist Teil der Kooperation von ESAIA mit Megazoo Österreich, die unter anderem einen Verkaufsstopp für einige Arten von Meerwasser-Zierfischen vorsieht, die für die Heimtierhaltung nicht geeignet sind. Der Anfang wurde bereits mit dem Verkaufsstopp für Palettendoktorfische (bekannt als „Dorie“) gemacht, da nach dem Kinofilmstart im Herbst 2016 mit einer großen Nachfrage nachdieser Fischart zu rechnen ist. Beim kostenlosen Fachvortrag ist die Teilnehmerzahl begrenzt, daher wird um Anmeldung per E-Mail unter mz3310a@at.megazoo.eu oder direkt im Megazoo am Zwerchäckerweg 4 ersucht.
 

Für Megazoo ist die Nachhaltigkeit und Verantwortung im Bereich der Aquaristik von großer Bedeutung. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, im Rahmen einer Kooperation mit ESAIA verschiedene Meerwasser-Fischarten, die aufgrund verschiedener Faktoren (z.B. Futter- und Haltungsanforderungen) nicht optimal für Aquarien geeignet sind, aus dem Sortiment zu nehmen. „Wir haben das Ziel, vor allem Meerwasser-Nachzuchttiere anzubieten und damit die natürlichen Bestände in der Natur zu schonen“, stellt Thomas Ptok fest. Im Rahmen ihres Vortrages wird die anerkannte Meeresbiologin Christiane Schmidt über die aktuelle Situation in diesem Bereich informieren und einen Ausblick auf die künftige Entwicklung geben.

ESAIA setzt auf Aufklärung bei Kunden und dem HandelBeim Verein ESAIA handelt es sich um eine internationale Vereinigung von Hobbyaquarianern, Wissenschaftlern und Industrievertretern, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, mit Hilfe des Projektes SAIA (Sustainable Aquarium Industry Association) im Aquarienhandel und -hobby Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu fördern. SAIA setzt sich für einen nachhaltigen und ethisch vertretbaren Handel mit Meeresorganismen ein. Ziele sind die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch umweltverträgliche Methoden des Fangs, der Pflege und des Transports unter Berücksichtigung tierschutzrechtlicher Aspekte. Wichtige Bereiche sind auch die Aufklärung über Tier- und Umweltschutz im marinen Bereich sowie in Kooperation mit Organisationen in den Herkunftsländern einen Beitrag zum Umweltschutz und fairem Handel zu leisten. Die Vereinigung hat eigene Fischlisten erstellt, die für Aquarien ungeeignete oder ökologisch bedenkliche Fische ausweist.

Ein erstes gemeinsames Projekt wurde bereits gestartet. Megazoo hat den Verkauf von Palettendoktorfischen eingestellt, da durch den im Herbst 2016 anlaufenden Kinofilm „Dorie“, dem Nachfolgefilm von „Findet Nemo“ mit einer großen Nachfrage nach diesen Fischen zu rechnen ist. Palettendoktorfische können noch nicht nachgezüchtet werden und können somit bald zu den gefährdeten Tierarten zählen. Durch den erfolgreichen Kinofilm „Findet Nemo“ vor einigen Jahren stieg die Nachfrage nach Clownfischen extrem an. Nun könnte dies auch bei Palettendoktorfischen der Fall sein. „Wir verzichten auf den Verkauf und setzen ein klares Zeichen zum Schutz dieser Fischart. Damit wollen wir die Sensibilität und das Bewusstsein unseres Umfelds und unserer Kunden für den Artenschutz weiter steigern. Unterhaltung im Kino ist zu begrüßen, es muss aber darauf geachtet werden, dass Tierarten in ihrem natürlichen Lebensraum nicht gefährdet werden“, so Thomas Ptok.

Im Rahmen der Kooperation ist die Finanzierung einer wissenschaftlichen Arbeit  geplant, die eine Zählung und ein Monitoring der Palettendoktorfische in den Herkunftsgebieten in Indonesien ermöglicht. Diese Zahlen werden dann der IUCN Liste für bedrohte Arten zur Verfügung gestellt. Außerdem sollen Nachzuchtprojekte vor Ort unterstützt werden. Ein großes von Megazoo unterstütztes SAIA-Projekt ist die Erarbeitung einer Nachhaltigkeits-Kennzeichnung (Label) für Aquarienfische. Ziel von SAIA und seinen Mitgliedern ist es, die Transparenz in der Handelskette von Meerwasser-Zierfischen zu erhöhen und sicherzustellen, dass Fischer fair entlohnt werden und beim Fang und Transport nachhaltige Fair Trade und Best Practice-Methoden zur Anwendung kommen.


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