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Gleam of Hope: „Wir sind nicht da, um die Welt zu retten, aber wir fangen klein an“

Valerie Himmelbauer, 26.10.2016 11:48

Ob als Charity-Organisatorin von Gleam of Hope, das Kinder in Südafrika unterstützt, als Designerin, als selbstständige Geschäftsfrau und als Erziehungsberechtigte ihres siebenjährigen Enkelkinds ist Sandra Andrews-Brandstätters Leben genauso bunt wie ihre kreative Tätigkeit als Afri-Dirndl-Designerin.
 

  1 / 3   Gleam of Hope unterstützt Kinder in Südafrika mit Kleidung, Lebensmitteln und Alltagsgegenständen.  Fotos: www.amaka-indigo.at

Vor vier Jahren hat die gebürtige Südafrikanerin Sandra Andrews-Brandstätter die Hilfsorganisation „Gleam of Hope“ gegründet, mit der sie Kinder in ihrer Heimat Durban unterstützt, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. „Die Drogen, in welcher Form auch immer, die Gewalt und die Kriminalität sind katastrophal in Südafrika. Ich wollte vor 26 Jahren auch einfach nur weg, ich habe es nicht mehr ausgehalten“, blickt Sandra zurück. Mit der Ausstattung für den Schultag wie Schuluniformen, aber auch anderen Alltagsgegenständen oder Lebensmitteln greift die Lichtenbergerin den Kindern in ihrer ehemaligen Heimat unter die Arme. „Ich finde die Idee hinter den Schuluniformen besonders sinnvoll. Es steht dafür, dass wir alle gleich sind und man jemandem die Schicht, aus der er kommt, nicht ansieht. Ich denke es ist sinnvoll, unsere Spendeneinnahmen in Bildung zu investieren, Bildung kann man keinem mehr wegnehmen“, positioniert sich die ausgebildete Modedesignerin und Kosmetikerin. Einmal im Jahr fährt sie nach Südafrika, voll bepackt mit eigenen, privaten Kleiderspenden zusätzlich zu den Einnahmen ihrer Hilfsorganisation. „Ich vermisse nichts an meiner Heimat. Ich kann das afrikanische Essen, das ich gerne esse, auch hier kochen, und der Kontakt mit meiner Mutter und meiner Tochter ist durch moderne Kommunikationsformen heute auch viel leichter als früher“, erzählt die Unternehmerin.

30 Kinder werden derzeit von Gleam of Hope ausgestattet, 10.000 Euro wurden bisher gesammelt und investiert. „Es gibt so viel zu tun, da weiß man gar nicht wo man anfangen soll“, wird die 49-Jährige nachdenklich und erzählt: „Das Drogenproblem und deren Auswirkungen auf die Kinder vor Ort, die auf der Straße leben, zu sehen, macht mich wirklich fertig, es muss etwas geschehen. Ich wünsche mir, dass es den Leuten besser geht.“ In Durban wird mit Sozialarbeitern Aufklärungsarbeit auch in Bezug auf HIV geleistet, Schulen und Familien werden besucht und unterstützt. „Wir sind nicht da, um die Welt zu retten, aber wir fangen klein an. Ich bin mir sicher, wenn wir in Südafrika helfen können, dann werden diejenigen, denen es besser geht, auch anderen helfen und motiviert sein, etwas zu verändern“, ist die 49-Jährige sicher. Ein großes Ziel von Sandra ist es, in Durban ein Kinderheim zu eröffnen, derzeit wird ein Haus gesucht und auch weitere finanzielle Hilfsmittel. Ein neuer Sponsor ist der Soweto Gospel Choir, der auch am 16. November im Brucknerhaus in Linz auftritt. Mit dem Kauf einer Karte kommen 20 Prozent der Einnahmen-Erlöse direkt Gleam of Hope zugute.

„Ich will Anerkennung“

Auch persönlich kommt sie mit ihrer dunklen Hautfarbe immer wieder mit Situationen in Berührung, die nachdenklich machen: „Ich möchte auch hier in Linz mit meiner Hautfarbe Anerkennung bekommen, was anderes will ich nicht. Sie sollen mich nicht anschauen, als wäre ich ein Schmarotzer, das bin ich nicht. Ich arbeite für mein Geld und helfe anderen“, wird die Großmutter zweier Enkel ernst. Seit einem Jahr lebt ihre siebenjährige Enkeltochter bei ihr in Lichtenberg, die Mutter der Tochter ist in Südafrika geblieben. „Das ist für uns Südafrikaner ein ganz normales Familienbild. Ich ziehe meine Enkeltochter groß und sie weiß, dass sie es hier in Ö gut hat. Es ist für uns beide eine große Bereicherung“, strahlt sie.

Afri-Dirndl

Mit dem Designen der „Afri-Dirndl“ hat sich die Geschäftsfrau mit Kosmetikstudio in Linz einen Traum verwirklicht. 80 Dirndl hat sie bis jetzt verkauft, preislich kommt eines auf zirka 350 Euro. Schon in Südafrika hat sie eine Modeschule besucht und im Lentia ihre Meisterklasse beendet. Mit Baumwoll-Stoffen, die zu 100 Prozent aus Durban stammen und mit südafrikanischem Blaudruck vollendet wurden, kreiert sie hochqualitative Meisterwerke. „Ich verbinde die südafrikanische und die österreichische Kultur. Für mich stehen die Afri-Dirndl für Toleranz und Mut“, lächelt die Multi-Kulti-Designerin. 

Info:

Termine: Leondinger Advent am 10. und 11. 12.

Weihnachtsmarkt im Landhaus-Hof am 17. und 18. 12.

Termin Soweto Gospel Choir: 16. November im Brucknerhaus Karten: www.brucknerhaus.at

Info: Gleam of Hope www.gleam-of-hope.org


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