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Online Redaktion, 11.09.2017 12:08

Zum Start in die heurige Pilz-Saison erinnert Dr. Gabriele Lerche, Chefärztin bei den Johannitern, an die wichtigsten Regeln, die Leben retten können.

Beim Sammeln und dem Verzehr von Pilzen sollte man besonders achtsam sein. Foto: Weihbold
Beim Sammeln und dem Verzehr von Pilzen sollte man besonders achtsam sein. Foto: Weihbold

Grundsätzlich sollte man nur Pilze sammeln, die man mit Sicherheit bestimmen kann. Denn fast jeder Pilz hat einen ungenießbaren Doppelgänger. Pilze sollten am selben Tag verarbeitet und keinesfalls länger gelagert werden, es sei denn sie werden getrocknet. Die meisten Pilzarten sind nicht für den rohen Verzehr geeignet, auch in Kombination mit Alkohol können einige Arten gesundheitsschädlich sein.

Anzeichen einer Pilzvergiftung

Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Schweißausbruch nach dem Genuss eines Pilzgerichtes können Hinweise auf eine Pilzvergiftung sein. Schwindel und Kreislaufprobleme bis hin zu Halluzinationen sind ebenso häufige Anzeichen einer Vergiftung wie Herzrasen, Zittern oder Atemprobleme. Die Symptome können unmittelbar nach dem Verzehr von Pilzen auftreten wie auch erst Stunden oder gar Tage nach der gefährlichen Mahlzeit.

Keine Hausmittel

„Hausmittel gegen eine Pilzvergiftung gibt es nicht. Nur ein Arzt kann wirksam Hilfe leisten“, so Dr. Gabriele Lerche, Chefärztin bei den Johannitern. In keinem Fall sollten Betroffene durch den berühmten Finger in den Hals oder Salzwasser versuchen, Erbrechen herbeizuführen. Auch Milch ist kein Gegenmittel, sondern kann die Giftaufnahme in manchen Fällen sogar beschleunigen. Das gilt ebenso für Alkohol.

Im schlimmsten Fall die Rettung rufen

„Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte je nach Zustand ein Krankenhaus aufgesucht oder im schlimmsten Fall die Rettung alarmieren werden. Ohne eine ärztliche Weisung sollte nach Auftreten der Symptome weder etwas gegessen noch etwas getrunken werden“, mahnt Gabriele Lerche.

Pilzreste helfen bei Diagnose

Wer noch Pilzreste oder Speisereste zu Hause hat, sollte diese zum Arzt mitnehmen, um die Identifikation des Giftes zu ermöglichen. Auch Erbrochenes kann mitgenommen werden. Eine wichtige Information für die Ärzte ist die Zeit, die zwischen der Pilzmahlzeit und dem Auftreten der ersten Symptome vergangen ist.


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