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Die Freude am Abenteuer und die Möglichkeit, billig zu reisen veranlasste die Generation unserer Eltern zum „Daumen-Hoch-Reisen“. Heute hingegen trampt kaum jemand. Den Grund dafür wollen die Tips-Jugendredakteurinnen Clara und Maria herausfinden und wagen ein Selbstexperiment.

Voller Motivation starten wir unser Experiment.
Voller Motivation starten wir unser Experiment.

Dienstagmorgen an der Bahnhofstaße in Attnang-Puchheim. Ausgerüstet mit heißem Kakao strecken wir Daumen und ein Pappschild mit der Aufschrift „Linz“ in die kalte Morgenluft. Die meisten vorbeikommenden Autofahrer reagieren überrascht und belustigt, als sie unsere Autostopp-Versuche beobachten. Nach ungefähr 20 Minuten bleibt ein grauer BMW M4 stehen. Erfreut nehmen wir auf den roten Ledersitzen platz und erzählen dem Fahrer Peter von unserer Mission. Er bietet uns eine Mitfahrgelegenheit nach Wels an, ist aber wenig davon begeistert, zwei Mädchen alleine hitchhiken zu sehen. „Meine Schwestern haben das natürlich auch gemacht, als wir jung waren. Allerdings hat es meine Mutter nie sehr gerne gesehen. Würde meine Tochter Autostoppen wollen, würde ich ihr davon abraten. Ich halte es einfach für zu gefährlich.“ Ähnlich denkt auch Franz, unsere zweite Mitfahrgelegenheit, der uns nach kurzer Wartezeit in Wels aufgabelt. Er ist zunächst skeptisch.

Ist es nicht strafbar, zu trampen?

Tatsächlich ist in Österreich lediglich das Autostoppen auf Autobahnen und Schnellstraßen verboten. Ganz generell gilt: Sicherheit geht vor. Nach Möglichkeit nicht alleine trampen und eine bekannte Person über den Verlauf des Autostoppens informieren sind nur zwei der vielen Dinge, die beim Autostoppen beachtet werden sollten. Alternativen sind neben Bus und Bahn die Carsharing- Plattform BlaBlaCar, bei der nach Absprache mit einem privaten Fahrer eine Mitfahrgelegenheit gefunden werden kann, sozusagen die moderne Version des Trampens. Auch manche Facebook-Gruppen erfüllen den gleichen Zweck. Im Unterschied zum Autostoppen weiß man hier vorher, wann und wo man genau ankommt, und bezahlt ein meist geringes Fahrtgeld.

Fazit unseres Selbstversuchs

Ob und wann wir genau ankommen würden steht bei uns am Dienstagmorgen noch in den Sternen – doch wir haben Glück. Franz fährt sogar extra einen Umweg und bringt uns direkt zur Tips-Redaktion. Eineinhalb Stunden hat unser Abenteuer gedauert – keine schlechte Zeit, denn auch mit dem eigenen Auto wären wir eine Stunde unterwegs gewesen. Experiment Autostoppen ist geglückt und entgegen aller Erwartungen sind wir erfolgreich nach Linz gekommen. Alle Risiken lassen sich trotzdem nie ausschalten und obwohl das Gefühl von Freiheit und Abenteuer beim Autostoppen unbezahlbar ist, können wir nun einmal mehr nachvollziehen, warum günstige Alternativen immer beliebter werden.


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