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OÖ. Rund um den Globus feiert man am Sonntag, 7. April, den Weltgesundheitstag. Heuer macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die Bedeutung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung aufmerksam. In Oberösterreich rückt ein zunehmender Mangel an Hausärzten in den Vordergrund. 

Primärversorgungszentren und attraktives Mentoring sollen dafür sorgen, dass auch in Zukunft junge Mediziner nachrücken. Foto: George Rudy/shutterstock.com

670 Vertragsarztstellen gibt es in Oberösterreich. 18 davon sind derzeit unbesetzt, bei 10 Stellen davon ist die Nachfolge geregelt oder eine Übergangslösung geplant. Warum das so ist, ist sich Wolfgang Ziegler, stellvertretender Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte bei der Ärztekammer OÖ sicher: „Wir haben leider ein wahrhaftiges Nachwuchsproblem bei den Hausärzten.“ „Dabei ist Allgemeinmediziner ein wunderschöner und flexibler Beruf“, ergänzt Ziegler. 

Unbesetzte Vertragsarztstellen:

  • 2x Braunau
  • Aschach
  • Hartkirchen
  • Gschwandt
  • 5x Linz
  • Leonding
  • Schärding
  • Ried im Innkreis
  • Ottnang
  • Vöckabruck
  • Vöcklamarkt
  • Wolfsegg
  • Attnang-Puchheim

Primärversorgungszentren sollen helfen

Um dem entgegenzuwirken, werden sogenannte Primärversorgungszentren entstehen. In Oberösterreich sind bis zum Jahr 2025 25 solcher Einrichtungen geplant. Laut der OÖ Gebietskrankenkasse sollen je Zentrum mindestens drei Allgemeinmediziner praktizieren. 

In der „Neuen Primärversorgung“ stehen künftig neben einem Team von Allgemeinmedizinern auch weitere Gesundheitsberufe mit ihrem zusätzlichen Wissen zur Verfügung. Hier können sich Patienten auch wie gewohnt ihren Hausarzt wählen – wohnortnah und zu deutlich längeren Ordinationszeiten. Das Behandlungsspektrum reicht von Gesundheitsvorsorge über Akutversorgung bis hin zur Rehabilitation und Pflege. Der Vorteil: Im Vertretungsfall gibt es trotzdem einen anderen Allgemeinmediziner, der Patienten und Krankengeschichte kennt.

Mentoring für Jungmediziner

Um mehr Studierende und Jung­ärzte für den Beruf des Hausarztes zu gewinnen, soll nun den Studierenden der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz der Beruf des Allgemeinmediziners schmackhaft gemacht werden. Das sogenannte Ärztementoring, finanziert durch OÖGKK und Ärztekammer, beinhaltet ein verpflichtendes vierwöchiges Praktikum sowie Schnuppertage in einer allgemeinmedizinischen Ordination. Auch Seminare zu Themen aus der Hausarztpraxis werden künftig für Studierende und Jungmediziner angeboten. Dabei geht es nicht nur um Medizinisches, sondern auch um Personalführung, wirtschaftliches Know-how, Patientenkommunikation und mehr. Denn sich mit einer eigenen Praxis selbstständig zu machen, bedeutet auch, sich mit Unternehmensführung zu beschäftigen. „Die jungen Kollegen scheuen es“, so Ziegler, der in dem Bereich Informationsbedarf sieht

Hintergrund des Weltgesundheitstages

Die Weltgesundheitsorganisation erinnert mit diesem Tag an ihre Gründung im Jahr 1948. Sie legt jährlich ein neues Gesundheitsthema von globaler Relevanz für den Weltgesundheitstag fest. Ziel ist es dabei, dieses aus der Sicht der WHO vorrangige Gesundheitsproblem ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken.

Viele von der WHO vorgegebene Themen waren vorrangig den zum Teil dramatischen gesundheitlichen Verhältnissen in Entwicklungsländern gewidmet. Hiermit war der Appell an die Industrieländer verbunden, den ärmeren Ländern durch personelle und finanzielle Unterstützung und in Zusammenarbeit mit der WHO bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen. Andere Themen, wie Impfschutz, Ernährung, Rauchen, Unfälle und Familiengesundheit, waren für Entwicklungs- und Industrieländer gleichermaßen aktuell und relevant.


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