Gemeinsame Initiative: Fußballplatz soll "herzsicher" werden
Linz. Mit der Initiative „Herzsicherer Fußballplatz“ sollen Vereine vom Roten Kreuz optimal auf einen lebensbedrohlichen Kreislaufstillstand vorzubereitet werden und ihnen mit einem Defibrillator die Möglichkeit zu geben, rasch zu helfen.

Wie wichtig Erste Hilfe und der rasche Einsatz eines Defibrillators sind, hat ein Notfall während eines Fußballspieles in Bad Leonfelden am 22. März aufgezeigt. Ein Spieler brach in der 73. Minute leblos am Platz zusammen. Schiedsrichter Thomas Mario Kerschbaumer erkannte den Ernst der Lage und begann sofort mit lebensrettenden Wiederbelebungsmaßnahmen.
Leistbar leben retten
Ein Defibrillator leistete wertvolle Dienste. Als Reaktion darauf rief der OÖ Fußballverband in Kooperation mit dem Roten Kreuz und mit Unterstützung des Sportressorts des Landes OÖ die Aktion „Herzsicherer Fußballplatz“ ins Leben. Daher bietet das Rote Kreuz in Zusammenarbeit mit dem OÖFV und dem Land OÖ Defibrillatoren zum Sonderpreis an – und damit allen Fußballvereinen in OÖ Leben leistbar zu retten. Mit der Anschaffung verbunden ist auch eine Einschulung der Vereinsmitglieder. Mitarbeiter des OÖ. Roten Kreuzes erklären die wichtigsten Erste-Hilfe-Sofortmaßnahmen und die Handhabung des Defibrillators.
„Im Ernstfall zählen Minuten“
„Im Ernstfall zählen Minuten, wenn nicht Sekunden. Deshalb unterstützt das Land Oberösterreich die Initiative „Herzsicherer Fußballplatz` von OÖ Fußballverband und Rotem Kreuz: Ein Defibrillator kann Leben retten – im Sport bzw. auf Fußballplätzen, wo viele Menschen zusammen treffen, sollte er deshalb zur Standardausrüstung gehören. Die Fußballvereine zeigen damit darüber hinaus, dass sie Verantwortung für ihre Spieler, aber auch für ihre Fans übernehmen“, so Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner.
Lebensrettende Maßnahmen
„Der Fall in Bad Leonfelden hat gezeigt, dass es für eine erfolgreiche Lebensrettung nicht nur professionell agierende Ersthelfer braucht, sondern auch das notwendige Equipment. Ziel der gemeinsamen Bemühungen ist es, dass Oberösterreichs stark frequentierte Fußballanlagen, die den Nabel des Ortslebens darstellen, dank Defibrillatoren optimal für Notfälle gewappnet sind – und die Fußballvereine als Eigentümer eines Defibrillators ihren gesellschaftlichen Stellenwert in den Gemeinden weiter heben. Ich hoffe, dass die Vereine in ihrem regionalen Umfeld noch weitere Unterstützer finden, die ihnen bei der Finanzierung eines Defis unter die Arme greifen“, sagt Gerhard Götschhofer, Präsident OÖ FUSSBALLVERBAND.
„Es kann jeden treffen“
„Erste Hilfe zu leisten kann jeden treffen. Im Fall der Fälle entscheiden oft nur wenige Handgriffe über Leben oder Tod, über schnelle Heilung und Genesung oder bleibende Schäden. Nur ein Beispiel: Wenn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die Hilfe nicht einsetzt, verschlechtert sich die Überlebensrate mit jeder Minute um bis zu zehn Prozent. Im Ernstfall können Defibrillatoren Leben retten. Das Einzige, was Menschen im Notfall falsch machen können, ist nichts zu tun. Zusätzliche Informationen über Defibrillatoren erhalten Teilnehmer von Erste-Hilfe-Kursen, die das OÖ. Rote Kreuz regelmäßig an den Dienststellen anbietet. Dabei trainieren sie auch den Einsatz eines Defibrillators im Ernstfall. Auch wenn in 99 Prozent der Fälle nichts passiert, lohnt sich ein Erste-Hilfe-Kurs zu 100 Prozent“, fasst Walter Aichinger, Präsident OÖ. Rotes Kreuz, zusammen.
Gesundheitsorientiertes Projekt
„Die Aktion „Herzsicherer Fußballplatz“ ergänzt ideal unsere zahlreichen gesundheitsorientierten Projekte, die der Verband seit Jahren forciert. Die Schulungen für lebensrettende Sofortmaßnahmen bereichern das bestehende Fortbildungsangebot im Rahmen des bewährten Vereinscoaching-Programms und stärken einmal mehr die Kompetenzen der Vereinsmitglieder“, Raphael Oberndorfinger, OÖFV-Direktor Finanzen & Organisation.


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