Neue Pflege-Hotline für Angehörige
Linz. Für die Beratung pflegender Familienmitglieder wird ab September eine neue Hotline in Oberösterreich angeboten. Mitarbeiter der Caritas werden rasche Auskunft über passende Einrichtungen und Hilfestellungen geben.

Rund 80.000 Menschen in Oberösterreich sind pflege- oder betreuungsbedürftig. Etwa 80 Prozent davon werden von Familienmitgliedern zuhause betreut. Ein erheblicher Anstieg dieser Zahlen wird in den nächsten Jahren erwartet.
Um die Pflegenden zu entlasten, bietet das Land OÖ und Caritas die telefonische Beratungsstelle an. „Mit der Pflege-Hotline schaffen wir ein gut erreichbares Angebot, um sich in allen Fragen rund um das Thema Pflege und Betreuung rasch informieren zu können“, sagt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ). Primär steht bei der Hotline die Pflege von älteren Leuten im Vordergrund, für die Betreuung behinderter Menschen ist das Projekt vorerst nicht gedacht.
Vorbilder in anderen Bundesländern
Die Mitarbeiter am Telefon werden vorwiegend aus dem Sozialbereich kommen und eine zentrale, erste Anlaufstelle für die Anrufer bieten. Bei der Hotline hat man sich an bereits bestehenden, ähnlichen Projekten in Niederösterreich und Kärnten orientiert. Laut Gerstorfer gab es in Niederösterreich im ersten Halbjahr bereits 4.200 Anrufe.
Ab 2. September erreichbar
Die Hotline ist ab 2. September von Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr, sowie am Freitag von 9 bis 12 Uhr unter der Nummer 051/775 775 erreichbar. Bei wichtigen Anliegen kann man sich bis dahin an die Sozialberatungsstellen der Caritas wenden. Nach einem Jahr Laufzeit des Programms planen die Verantwortlichen übrigens eine Überprüfung, um eventuelle Anpassungen vorzunehmen.
Mögliche Schwachstellen
“Die Pflege-Hotline ist eine bedeutende Unterstützung für pflegende Angehörige. Allerdings sind Menschen mit Beeinträchtigung nicht von dieser Hilfeleistung umfasst. Da muss jedenfalls nachgebessert werden“, gibtFPÖ-Klubobmann Herwig Mahr als Reaktion zu Denken.
OÖVP-Sozialsprecher Wolfgang Hattmannsdorfer spricht indes davon, dass man mit der Hotline einen „heißen Draht“ zu allen Pflegebereichen ermögliche und Unterstützung für die Angehörigen biete. “Wir müssen pflegende Angehörige weiter unter die Arme greifen und effizient unterstützen, denn sie leisten einen enormen Beitrag für unsere Gesellschaft. Einerseits durch eine intelligente Erhöhung des Pflegegeldes mit einem Bonus für die Pflege zuhause andererseits muss bei der Pflegegeld-Einstufung die Demenz wesentlich höher bewertet werden“, so Hattmannsdorfer in einer Aussendung.
Von Seiten des Sozialressorts reagiert man indes überrascht über die plötzliche Zustimmung durch Hattmannsdorfer. Demnach habe Schwarz-Blau das Vorhaben der Hotline nämlich zuerst noch abgelehnt, was den Prozess unter anderem auch um eine Woche verzögert habe.


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