Oberösterreichs erste Laser-assistierte Hornhauttransplantation erfolgreich durchgeführt
LINZ. An der Uniklinik für Augenheilkunde und Optometrie in Linz konnte erstmals in Oberösterreich eine Laser-assistierte Hornhauttransplantation erfolgreich durchgeführt werden. Das Verfahren wird ab sofort am Kepler Universitätsklinikum angeboten.

Bestens gelungen ist der erste derartige solche Eingriff, freuen sich die beiden Oberärzte Peter Laubichler und Paul Jirak von der Uniklinik für Augenheilkunde und Optometrie, die das Verfahren im Kepler Uniklinikum implementiert haben. Wird die durchgreifende Hornhautransplantation normalerweise mit einem durch Vakuum am Auge befestigten Trepan (Rundmesser) durchgeführt, können beim neuen Verfahren die Hornhautschnitte mit einem hochpräzisen Femtosekundenlaser durchgeführt werden. „Bei dieser neuartigen Technik werden die Spenderhornhaut und das Empfängerauge exakt aufeinander abgestimmt, was Größe und Form der Schnittfläche betrifft. Mit dieser Innovation können Patienten bereits kurz nach einem kompletten Ersatz der Hornhaut wieder scharf sehen und sind kaum durch die große Wundfläche beeinträchtigt“, erklären die beiden Mediziner.
Sehfähigkeit erhalten
Eine neue Hornhaut benötigen in erster Linie Menschen, deren Hornhaut durch Verformungen oder Narben undurchsichtig geworden ist. Dafür gibt es verschiedene Gründe, Verletzungen mit anschließender Narbenbildung gehören zu den häufigsten. Auch Personen, deren Hornhaut so schwer entzündet war, dass Narben verblieben sind, sind oft auf einen Ersatz angewiesen. Aber auch altersbedingt oder nach operativen Eingriffen kann es zu Hornhautveränderungen kommen, die eine Transplantation notwendig machen. Eine weitere mögliche Ursache sind angeborene Hornhauterkrankungen.
Wie werden Spenderhornhäute gewonnen?
In Österreich ist grundsätzlich jeder Organ- und Gewebespender, es sei denn, die oder der Betroffene hat zu Lebzeiten eine notariell beglaubigte Patientenverfügung gegen eine Organspende erstellen lassen. Hornhäute können bis zu 72 Stunden nach dem Tod entnommen werden. Die Koordination und Prüfung von Spendereigenschaften übernimmt eine Hornhautbank in Zusammenarbeit mit Augenkliniken.
Da die Hornhäute im Brutschrank vier bis sechs Wochen überleben können, bleibt genügend Zeit, die Patientinnen und Patienten in Ruhe und planmäßig in die Klinik zu bestellen und auf ihre Operation vorzubereiten.
Die Erfolgsrate bei Hornhauttransplantationen ist mit über 90 Prozent sehr hoch. Dies liegt in erster Linie daran, dass Hornhautgewebe nicht durchblutet ist und somit im Verhältnis zu anderen menschlichen Geweben ein sogenanntes Immunprivileg vorliegt.
Augenambulanz
Die Spezialambulanz am Kepler Uniklinikum bietet genau diagnostische Abklärung und eine optimale Therapie. Ambulanzzeiten: Montag von 8 bis 14 Uhr, Tel. 05/768083-1048.


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