Innovative Projekte mit dem Vereinspreis ausgezeichnet
OÖ. Nachhaltigkeit, Innovation und Kreativität standen bei der Verleihung des Vereinspreises im Rampenlicht. Die Vereinsakademie und Tips holten die ideenreichsten Projekte im Bildungshaus St. Magdalena in Linz vor den Vorhang.

130 Einreichungen in vier Kategorien (je ein Haupt- und zwei Anerkennungspreise) zeigen, wie engagiert Oberösterreichs Vereine zu Werke gehen. Keine leichte Aufgabe für die Jury. „Hauptaugenmerk lag neben der Kreativität und Innovation der Projekte auch darin, Vereine vor den Vorhang zu holen, die nicht so sehr im Rampenlicht stehen“, erzählt Vereinsakademie-Obmann Günther Lengauer.
Landeshauptmann Thomas Stelzer hob erneut die Wichtigkeit von Vereinen hervor: „Fast jeder Zweite in Oberösterreich engagiert sich in einem Verein. Pro Woche werden so fast drei Millionen ehrenamtliche Stunden erbracht. Das könnten wir von Amtswegen her weder organisieren noch bezahlen.“
Kategorie Jugend- und Nachwuchsarbeit
Der Hauptpreis in der Kategorie Jugend- und Nachwuchsarbeit ging an den Shaolin Tempel Steyr und sein „Nachwuchskonzept“. Rund 40 Kinder und Jugendliche trainieren hier regelmäßig, in Workshops, Bewegungsprogrammen und bei Veranstaltungen sind es übers Jahr bis zu 1.500.
Einen Anerkennungspreis in der Kategorie Jugend- und Nachwuchsarbeit sicherte sich der SK Schärding mit seinem Projekt „Fußball und Integration am Inn ist in“. Nachdem der SK Schärding nach dem Hochwasser 2013 vor dem Aus stand, konnte durch engagierte Jugendarbeit die Anzahl der Kinder, die am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen, nahezu verdoppelt werden.
Ein weiterer Anerkennungspreis in der Kategorie Jugend- und Nachwuchsarbeit ging an die Goldhauben- und Kopftuchfrauen aus Bad Goisern. Sie bieten zum Erlernen alter Techniken Handarbeitskurse an. Zusätzlich gibt es ein jährliches Frühlingsfest, bei dem die Jugend den ersten öffentlichen Auftritt hat.
Kategorie Soziales Engagement
Über den Hauptpreis in der Kategorie Soziales Engagement freut sich das Jugendzentrum Perg für sein Projekt „Jugendaustausch in der Oase Nefta in der Sahara/Tunesien“. Das „Erasmus+“-Projekt wurde unter dem Motto „Leben und leben lassen: Verwüstung und ihre Effekte (auf die Asylströme)“ auf die Beine gestellt. 39 Jugendliche aus acht Nationen nahmen an dem Programm teil. „Wir haben mit den Jugendlichen zehn Tage in der Wüste verbracht, um ihnen zu zeigen, wie die Lebenssituation vor Ort aussieht und natürlich auch den Kontakt mit der Bevölkerung gesucht“, erzählt Leiterin Karin Peham-Strauß.
Einen Anerkennungspreis gab es für den Verein taufkirchen mobil und das Projekt „Elektro-Auto“ in der Kategorie Soziales Engagement. Bewohner von Taufkirchen an der Pram, die kein Auto haben oder in der Mobilität eingeschränkt sind, werden in der Gemeinde mit einem E-Auto befördert. Die Fahrten werden natürlich ehrenamtlich getätigt.
Ein weiterer Anerkennungspreis in der Kategorie Soziales Engagement ging an pro homine. Der Verein bietet „Hilfe für Menschen mit Depressionen“. Neben Selbsthilfegruppen in Steyr, Linz, Wels und Vöcklabruck werden Freizeitaktivitäten, Veranstaltungen und Vorträge durchgeführt.
Kategorie Veranstaltungsideen
Der Hauptpreis in der Kategorie Veranstaltungsideen ging an die Landjugend-Gruppen Taufkirchen an der Pram und Diersbach, mit der LJ OÖ. Gemeinsam stellten sie sich heuer der Herausforderung, die Europameisterschaft im Handmähen in St. Florian am Inn auszurichten.
Über einen Anerkennungspreis in der Kategorie Veranstaltungsideen darf sich das Familiennetzwerk Down-Syndrom mit Sitz in Freistadt freuen. Der Verein hat anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tags eine Wanderausstellung auf die Reise geschickt. Unter dem Titel „21+3...24 Frauen, ein Thema“ erzählen 24 Frauen in Bildern ihre persönlichen Geschichten. Bisher war die Ausstellung schon im Rathaus Linz, im BBRZ, in der PH OÖ Linz und aktuell im Therapiezentrum Linzerberg vom Diakoniewerk OÖ zu sehen. Für 2020 sind weitere Orte in Planung.
Ein weiterer Anerkennungspreis in der Kategorie Veranstaltungsideen ging an die DSG Union Walding für ihr Boccia-Turnier. Das Turnier wurde vor vier Jahren ins Leben gerufen, mittlerweile ist es überregional bekannt. „Boccia ist längst kein Alt-Männer-Sport mehr“, weiß Obmann-Stellvertreter Richard Schmaranzer. Fünf Tage nach der Ausschreibung des diesjährigen Turniers waren 112 Mannschaften angemeldet. Der Erlös des Charity-Bewerbs wurde vom Verein auf 3.500 Euro verdoppelt und einer sozialen Einrichtung in Gramastetten übergeben.
Kategorie Nachhaltigkeit und Umwelt
Über den Hauptpreis in der Kategorie Nachhaltigkeit und Umwelt darf sich die Offene Netzwerkstatt Innviertel für ihr Projekt „Netzwerkstatt für zukunftsweisende Technologien“ freuen. Der Verein mit Sitz in Munderfing bringt zum einen moderne Angebote aufs Land, zu denen man meist nur im städtischen Bereich Zugang hat, wie etwa 3D-Drucker. Zum anderen möchte der Verein traditionelles Handwerk und Wissen bewahren. „Wir wollen beide Bereiche verbinden und damit auch die Generationen“, so Obmann Thomas Gangl.
Einen Anerkennungspreis gab es für die Landjugend Gmunden in der Kategorie Nachhaltigkeit und Umwelt. Die Mitglieder unterstützen die Ortsgruppen bei ihren Projekten, wie etwa den Greenify-Express der LJ Kirchham.
Über einen weiteren Anerkennungspreis in der Kategorie Nachhaltigkeit & Umwelt darf sich der Verein Obermühlviertler Denkmalhof Unterkagerer und sein Jahresprogramm freuen. Vor vier Jahren gegründet, ist der Erlebnishof Zentrum für bäuerliche Kultur, Nachhaltigkeit und biologischen Landbau. Im Mittelpunkt steht der achtsame Umgang mit der Natur, Kultur, den Mitmenschen und sich selbst. Am Programm stehen Besenbindekurse, Bienenhaltung, Stubengespräche, Konzerte und vieles mehr.


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