Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2019: "Communities make the difference"
LINZ. Am 1. Dezember findet der Welt-Aids-Tag statt. 2019 steht dieser unter dem Motto „Communities make the difference“. Damit soll auf die Bedeutung verschiedenster Szenen und Communities in den Bemühungen zur Beendigung der HIV-Epidemie hingewiesen werden.

Beginnt man frühzeitig mit der Behandlung einer HIV-Infektion, so hat man eine annähernd gleiche Lebenserwartung, wie Menschen ohne HIV. Ist man aufgrund der HIV-Therapie unter der Virusnachweisgrenze, kann HIV auf sexuellem Wege nicht übertragen werden. Medizinisch gesehen ist eine HIV-Infektion gut behandelbar. Der soziale Alltag vieler Betroffener ist jedoch nach wie vor von Ausgrenzung und Stigmatisierung gekennzeichnet. „Die gesellschaftliche Entstigmatisierung von HIV schreitet nicht so rasch voran wie die medizinischen Erfolge bei der Behandlung der Infektion. Ein großer Teil der Betroffenen verschweigt die Infektion – sowohl beruflich als auch privat – aufgrund der Angst vor Stigmatisierung, Diskriminierung und deren Folgen“, so der Präsident der Aidshilfe Oberösterreich Erich O. Gattner.
„Sozialem Aids“ entgegentreten
Ein Hauptanliegen ist es daher, gemeinsam mit den Communities diesem „sozialen Aids“ entgegenzutreten. Die Aidshilfe Oberösterreich organisiert rund um den Welt-Aids-Tag 2019 wieder eine Reihe von Veranstaltungen.
Red Ribbon Night
Am Samstag, 30. November geht ab 21 Uhr in der Linzer Queer Bar „forty nine“ (Schillerstraße 49) die Red Ribbon Night über die Bühne. Die Gäste erwarten Performances von Lucy McEvil und Thomas Pohl sowie eine DJ Line mit Mr. Flock. Zwischen 23 und 1 Uhr kann man sich kostenlos und anonym auf HIV testen lassen. Der Eintritt ist frei.
28. Oberösterreichischer Aidstag
Am Montag, 2. Dezember veranstaltet die Aidshilfe OÖ ab 9.15 Uhr eine Fachtagung mit Vorträgen, Podiumsgespräch und Gesprächsrunden mit Betroffenen im Neuen Rathaus der Stadt Linz. Alle Interessierten sind eingeladen.Der Eintritt ist frei.
Schulfilmwochen 2019
Von Montag, 2. Dezember bis Freitag, 20. Dezember können Schulklassen Sonderfilmvorstellungen im Moviemento Linz und in der Lokalbühne Freistadt gegen Voranmeldung buchen. Zur Wahl stehen die drei Filme „Bohemian Rhapsody“, „Dallas Buyers Club“ und „Chucks“.
Rund um den Welt-Aids-Tag wandern Red Ribbons die Fassade des Ars Electronica Center entlang (von 30. November bis 1. Dezember) und ein großes Red Ribbon schmückt den Linzer Schloßberg.
Nähere Infos zu den Veranstaltungen: www.aidshilfe-ooe.at
Aids in Zahlen
Im Jahr 2018 gab es laut Aidshilfe OÖ in Österreich 397 Neudiagnosen, davon 38 in Oberösterreich, hinter Wien (2020) und der Steiermark (50). 20 bis 40-Jährige bilden zwar die größte Gruppe der neudiagnostizierten Fälle in Österreich, es sind aber auch durchaus ältere Personen betroffen. So waren in Österreich im vergangenen Jahr 24 Prozent der Personen bei HIV-Erstdiagnose zwischen 40 und 50 Jahre alt, und fast jeder fünfte über 50 Jahre alt.
Die in einem bestimmten Jahr erfolgten Neudiagnosen geben keinen verlässlichen Aufschluss über den Infektionszeitpunkt, weil die HIV-Diagnose oft erst Jahre nach der Infektion erfolgt. Die Tatsache, dass viele Menschen jahrelang mit der HIV-Infektion leben, ohne es zu wissen, ist nach wie vor eines der größten Probleme in der Bekämpfung der HIV-Epidemie.
Besonders häufig sind Spätdiagnosen bei Personen, die älter als 50 Jahre sind (57 Prozent), sowie bei Frauen und Männern, die sich auf heterosexuellem Weg infiziert haben (52 Prozent bzw. 57 Prozent). Demgegenüber haben junge Erwachsene und MSM (men who have sex with men) eine vergleichsweise niedrige Rate an Spätdiagnosen (33 Prozent).


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