Kepler Uniklinikum arbeitet als erstes Krankenhaus in Österreich mit neuer Behandlungsmethode bei Gebärmuttermyomen

Hits: 469
Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 12.08.2020 12:44 Uhr

LINZ. Myome sind gutartige Muskelwucherungen der Gebärmutter. Sie kommen häufig vor und entstehen bei den meisten Frauen während des gebärfähigen Alters. Als erstes Krankenhaus in Österreich bietet das Kepler Uniklinikum das Sonata®-Treatment, eine neue, komplikationsarme Methode zur Behandlung von Myomen.

Die Sonata®-Behandlung wurde in den USA entwickelt. In Deutschland wird die Methode bereits im evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal eingesetzt. Und nun kommt als erstes Krankenhaus in Österreich das Kepler Universitätsklinikum Linz dazu.

Die Behandlung ist eine neue, minimalinvasive Radiofrequenzbehandlung, die in das Leistungsspektrum der Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Gynäkologische Endokrinologie aufgenommen wurde. Minimalinvasiv bedeutet, dass ein operativer Eingriff ohne größere Schnitte in Haut und Gewebe auskommt. Die Operationsmethode wird demnach ohne Skalpell und Röntgenstrahlen durchgeführt. Die Myome werden ausschließlich durch Radiofrequenzenergie zerstört. „Die Sonata-Behandlung ist eine komplikationsarme und zuverlässige Alternative zu den vorhandenen Verfahren, auch durch die kurze Erholungszeit, die eine schnelle Rückkehr in das private und berufliche Umfeld ermöglicht“, erläutert Peter Oppelt, Vorstand der Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Gynäkologische Endokrinologie.

Ursachen und Symptome von Gebärmuttermyomen

Gynäkologische Blutungsstörungen zählen zu den häufigsten Problemen in der gynäkologischen Praxis. Vor allem vor und während der Wechseljahre kann es sein, dass die Blutungen stärker werden, betroffene Frauen haben häufiger Zwischenblutungen oder die Periode dauert länger. Eine häufige Ursache der Blutungsstörungen können Myome sein.

Myome gehören zu den hormonabhängigen Tumoren, das bedeutet, ihre Entstehung und ihr Wachstum sind abhängig von Östrogenen. Daher entwickeln sich bei Kindern keine Myome. Auch bei Frauen in der Postmenopause entstehen keine neuen Myome. Allgemein treten diese vor dem 25. Lebensjahr nur sehr selten auf. 80 Prozent der Myome finden sich bei Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Die Ursachen, die zur Bildung einer Gebärmuttergeschwulst führen, sind bisher nicht bekannt. Sie können unangenehme Symptome verursachen, darunter zu starke und zu lang dauernde Regelblutungen sowie Regelschmerzen. Werden Myome nicht behandelt, können sich die Symptome mit der Zeit verschlimmern. Laut medizinischer Fachliteratur können Myome auch ein Grund für Unfruchtbarkeit sein.

Bisherige Behandlungsoptionen

Die bisher am häufigsten angewandte Behandlungsoption ist die Hysterektomie. Hierbei wird die Entfernung aller Myome durch die Entfernung der gesamten Gebärmutter gewährleistet. Bei der Myomektomie handelt es sich um einen operativen Eingriff, mit dem die Myome entfernt werden, die Gebärmutter jedoch erhalten bleibt. Dieser Eingriff weist je nach Lage der Myome Einschränkungen auf und wird ebenfalls unter Vollnarkose durchgeführt.

Eine die Gebärmutter schonende Behandlung mit dem Sonata®-System sei daher ein großer Fortschritt. Hierbei werden Myome durch Radiofrequenzen erhitzt und damit geschrumpft. Das Verfahren kann auch ohne Vollnarkose durchgeführt werden. „Somit können durch die Behandlung mit dem Sonata®-System sowohl die Entfernung der gesamten Gebärmutter als auch allgemeine Operationsrisiken vermieden werden. Im Rahmen einer klinischen Studie meldeten neun von zehn Frauen eine Verbesserung (leichtere Regelblutungen) innerhalb von drei Monaten nach der Sonata®-Behandlung“, freut sich Christina Arnreiter von der Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Gynäkologische Endokrinologie des Linzer KUK.

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Krisenhilfe OÖ unterstützt Menschen bei coronabedingten psychischen Belastungen

OÖ. Die Corona-Krise, die Lockdowns und die soziale Isolation gehen nicht spurlos an den Menschen vorbei. Tips befragte Sonja Hörmanseder, Geschäftsfeldleiterin der Krisenhilfe OÖ, ...

„Digital Starter 21“ - neues Förderprogram für Digitalisierungsschub

OÖ. Nachdem die „Digital Starter“-Förderung des Landes OÖ und der WKOÖ für Digitalisierungsprojekte von Unternehmen ein großer Erfolg war, geht mit März das neue Förderprogramm „Digital Starter ...

Gastronom Sigi Goufas: „Ich möchte da keine Ketten haben“

LINZ. Mit Frühling öffnen in der neu gestalteten Linzerie – ehemals Arkade – die Türen. Mit ihr öffnet der erste permanente Linzer Foodmarket. Hier sollen vor allem neue, kreative Konzepte eine ...

Covid-19-Situation in OÖ: 230 Neuinfektionen (Stand: 28. Februar, 17 Uhr)

OÖ. Von 27. auf 28. Februar wurden vom Land OÖ 230 Covid-19-Neuinfektion gemeldet. Die Anzahl der Verdachtsfälle bei Virusmutationen in OÖ liegt bei 1.399. Das Land OÖ erweitert noch einmal seine ...

Knalleffekt im Linzer Eishockey: Linz AG und Ke Kelit ziehen sich aus dem Sponsoring zurück (Update, 28.2., 20.53 Uhr)

LINZ. In einer kurzen Pressemeldung gab die Linz AG am Sonntag, den 28. Februar, ihren Rücktritt aus dem Sponsoring im Bereich Profi-Eishockeysport zurück. Nicht betroffen sei der Eishockey-Nachwuchs ...

Online-Vortrag: „Artenvielfalt und noch viel mehr“

LINZ. Die VHS Linz veranstaltet am Donnerstag, 4. März einen Abend zum Thema „Biodiversität? Artenvielfalt und noch viel mehr“. Der Vortrag von Gudrun Fuß von der Naturkundlichen Station findet ...

LASK unterliegt Hartberg

LINZ, PASCHING. Der LASK musste im Heimspiel gegen den TSV Hartberg eine bittere 1:2-Niederlage hinnehmen.

Kunstuni Linz startet mit Corona-Selbsttests ins neue Semester

LINZ. Die Kunstuni Linz bietet mit Beginn des Sommersemesters ab 1. März die Möglichkeit an, sich kostenlos auf Covid-19 testen zu lassen, per Selbsttest. Parallel dazu schaltet die Uni ihre Corona-Ampel ...