Kepler Uniklinikum arbeitet als erstes Krankenhaus in Österreich mit neuer Behandlungsmethode bei Gebärmuttermyomen

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 12.08.2020 12:44 Uhr

LINZ. Myome sind gutartige Muskelwucherungen der Gebärmutter. Sie kommen häufig vor und entstehen bei den meisten Frauen während des gebärfähigen Alters. Als erstes Krankenhaus in Österreich bietet das Kepler Uniklinikum das Sonata®-Treatment, eine neue, komplikationsarme Methode zur Behandlung von Myomen.

Die Sonata®-Behandlung wurde in den USA entwickelt. In Deutschland wird die Methode bereits im evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal eingesetzt. Und nun kommt als erstes Krankenhaus in Österreich das Kepler Universitätsklinikum Linz dazu.

Die Behandlung ist eine neue, minimalinvasive Radiofrequenzbehandlung, die in das Leistungsspektrum der Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Gynäkologische Endokrinologie aufgenommen wurde. Minimalinvasiv bedeutet, dass ein operativer Eingriff ohne größere Schnitte in Haut und Gewebe auskommt. Die Operationsmethode wird demnach ohne Skalpell und Röntgenstrahlen durchgeführt. Die Myome werden ausschließlich durch Radiofrequenzenergie zerstört. „Die Sonata-Behandlung ist eine komplikationsarme und zuverlässige Alternative zu den vorhandenen Verfahren, auch durch die kurze Erholungszeit, die eine schnelle Rückkehr in das private und berufliche Umfeld ermöglicht“, erläutert Peter Oppelt, Vorstand der Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Gynäkologische Endokrinologie.

Ursachen und Symptome von Gebärmuttermyomen

Gynäkologische Blutungsstörungen zählen zu den häufigsten Problemen in der gynäkologischen Praxis. Vor allem vor und während der Wechseljahre kann es sein, dass die Blutungen stärker werden, betroffene Frauen haben häufiger Zwischenblutungen oder die Periode dauert länger. Eine häufige Ursache der Blutungsstörungen können Myome sein.

Myome gehören zu den hormonabhängigen Tumoren, das bedeutet, ihre Entstehung und ihr Wachstum sind abhängig von Östrogenen. Daher entwickeln sich bei Kindern keine Myome. Auch bei Frauen in der Postmenopause entstehen keine neuen Myome. Allgemein treten diese vor dem 25. Lebensjahr nur sehr selten auf. 80 Prozent der Myome finden sich bei Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Die Ursachen, die zur Bildung einer Gebärmuttergeschwulst führen, sind bisher nicht bekannt. Sie können unangenehme Symptome verursachen, darunter zu starke und zu lang dauernde Regelblutungen sowie Regelschmerzen. Werden Myome nicht behandelt, können sich die Symptome mit der Zeit verschlimmern. Laut medizinischer Fachliteratur können Myome auch ein Grund für Unfruchtbarkeit sein.

Bisherige Behandlungsoptionen

Die bisher am häufigsten angewandte Behandlungsoption ist die Hysterektomie. Hierbei wird die Entfernung aller Myome durch die Entfernung der gesamten Gebärmutter gewährleistet. Bei der Myomektomie handelt es sich um einen operativen Eingriff, mit dem die Myome entfernt werden, die Gebärmutter jedoch erhalten bleibt. Dieser Eingriff weist je nach Lage der Myome Einschränkungen auf und wird ebenfalls unter Vollnarkose durchgeführt.

Eine die Gebärmutter schonende Behandlung mit dem Sonata®-System sei daher ein großer Fortschritt. Hierbei werden Myome durch Radiofrequenzen erhitzt und damit geschrumpft. Das Verfahren kann auch ohne Vollnarkose durchgeführt werden. „Somit können durch die Behandlung mit dem Sonata®-System sowohl die Entfernung der gesamten Gebärmutter als auch allgemeine Operationsrisiken vermieden werden. Im Rahmen einer klinischen Studie meldeten neun von zehn Frauen eine Verbesserung (leichtere Regelblutungen) innerhalb von drei Monaten nach der Sonata®-Behandlung“, freut sich Christina Arnreiter von der Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Gynäkologische Endokrinologie des Linzer KUK.

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