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Welttag der humanitären Hilfe: 27 Rotkreuz-Märkte helfen armutsgefährdeten Menschen

Karin Seyringer, 18.08.2020 19:33

OÖ. Abstand, Einsamkeit, Einsparungen, steigende Arbeitslosigkeit, Insolvenzen: Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise verschärfen den Alltag auf vielen Ebenen. Besonders betroffen sind armutsgefährdete Menschen. Sie würdevoll zu unterstützen, ist Ziel der 27 Rotkreuz-Märkte im Bundesland Oberösterreich. Laut einer aktuellen Befragung sind 85 Prozent der Kunden mit dem Angebot sehr zufrieden.

Die insgesamt 27 Rotkreuz-Märkte bieten Waren des täglichen Bedarfs zu stark reduzierten Preisen an. (Foto: OÖRK/Eferding)

Ein Schicksalsschlag in der Familie, eine plötzliche Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes: Armut kann jeden treffen, es gibt viele Gründe, warum Menschen mit einem geringen Einkommen auskommen müssen. Seit 2009 hilft das OÖ. Rote Kreuz mit Rotkreuz-Märkten. Der Bedarf an Hilfe steigt kontinuierlich.

Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Kompetenz

Alleine im Vorjahr verzeichneten die Märkte landesweit rund 68.700 Einkäufe. „In Oberösterreich haben wir die bundesweit höchste Kundenbindung“, so OÖ. Rotkreuz-Präsident Walter Aichinger über die Ergebnisse einer aktuellen, österreichweiten Kundenbefragung. Ausschlaggebend dürften Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Kompetenz der in den Rotkreuz-Märkten freiwillig tätigen Mitarbeiter sein. 92 Prozent der befragten Kunden bewerten diese als „hervorragend“ oder „sehr gut“. Der Bundesschnitt liegt bei 77 Prozent.

Wegwerfen von Lebensmittel kommt nicht in Frage

Die durchschnittliche Rotkreuz-Markt-Kundschaft in Oberösterreich ist mehrheitlich weiblich, zu 50 Prozent im Ruhestand und spricht zu 81 Prozent die „Erstsprache Deutsch“. Gekaufte Waren wegzuwerfen kommt für 96,4 Prozent der Befragten nicht in Frage. 32 Prozent der Kunden bekommen von einer Oberösterreichischen Sozialberatungsstelle den Hinweis, Lebensmittel oder Textilien in einem Rotkreuz-Markt einkaufen zu können.

Schon vor der Corona-Krise galten 153.000 Menschen laut Statistik Austria in Oberösterreich als armutsgefährdet. Ihr Leben ist geprägt von großen finanziellen und auch seelischen Sorgen. „Armut ist oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Existenzsorgen und Nöte spielen sich meistens hinter verschlossenen Türen ab“, weiß Aichinger.

In einem Rotkreuz-Markt einkaufen dürfen Personen, die über ein monatliches Einkommen von maximal 1.000 Euro verfügen.


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