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OÖ. Geschätzt rund und 50 bis 60 Prozent der Patienten sind mit ihren Gesundheitsbeschwerden in der Spitalsambulanz am falschen Ort. Wohin aber wende ich mich, wenn ich gesundheitliche Probleme habe? Hausarzt, Ambulanz – oder vielleicht ist gar kein Arzt nötig. Das Projekt „Wo bin ich richtig“ soll Orientierung bieten – nicht nur in Zeiten von Corona wichtig. Damit sollen nicht nur den Patienten unnötige lange Wege erspart werden, sondern auch Ressourcen im Gesundheitsbereich geschont werden.

  1 / 2   ÖGK-Landesstellenausschuss-Vorsitzender Albert Maringer, Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und Ärztekammer OÖ-Präsident Peter Niedermoser. (Foto: Land OÖ/Tina Gerstmair)

„Von 1.000 Fällen von Gesundheitsbeschwerden ist der Patient selbst der beste Arzt, wenn er die Gesundheitskompetenz hat. 90 Fälle sind beim Hausarzt richtig, neun beim Facharzt oder im Spital“, nennt Albert Maringer, Landesstellenausschuss-Vorsitzender der ÖGK eine Faustregel. Rund 50 bis 60 Prozent der Patienten in Ambulanzen seien zudem beim Hausarzt besser aufgehoben, unterstreicht Peter Niedersmoser, Präsident der Ärztekammer für OÖ.

„Wo bin ich richtig?“

Um hier Abhilfe zu schaffen wurde vor 2,5 Jahren das Projekt „Gesund werden: Wo bin ich richtig“ gestartet. Nun konnte eine große Weiterentwicklung präsentiert werden. Die neue Homepage www.wobinichrichtig.at bietet Orientierung im Gesundheitssystem und Tipps, was bei welchen Beschwerden zu machen ist. Inkludiert sind Antworten zu den gängigsten Beschwerden, die Homepage wird auch laufend aktualisiert. Für den niederschwelligen Zugang ist sie in verschiedenen Sprachen verfasst. Videos bieten zudem leicht verständliche Informationen.

Zudem gibt es auch Offline-Angebote wie Folder und Flyer, die etwa in Ambulanzen aufliegen.

„Wir wollen den Menschen, die Beschwerden haben, damit Sorgen nehmen und eine Handlungsanleitung geben, damit man nicht im Gesundheitswesen herumirrt. Die Wege für die Betroffenen können so verkürzt werden“, erläutert Gesundheits-Landesrätin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander.

Zudem sei wichtig, dass auf der Homepage valide und qualitätsvolle Infos zu finden sind – nicht wie oft bei „Dr. Google“.

Ressourcen schonen: Jeder kann beitragen

Dritter großer Vorteil: Den Mitarbeitern in den Spitälern bleibe mehr Zeit für die Patienten, wenn sie nicht Aufgaben erfüllen müssten, die vermeidbar wären. Jeder könne dazu beitragen, die Ressourcen zu schonen, indem er sich an die richtige Stelle wendet und nicht am falschen Platz „überversorgt“ oder weiterverwiesen werde.

Insektenstiche und Co: Bevölkerung muss wieder Gesundheitskompetenz aufbauen

Großes Anliegen des Projektes ist es auch, die Gesundheitskompetenz des Einzelnen wieder zu stärken. „Wir wollen die Patienten ermächtigen, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, so Maringer. Bei 900 von 1.000 Gesundheitsfällen könnte sich der Patient selbst organisieren. „Wir müssen es den Bürgern wieder ermöglichen, Gesundheitskompetenz aufzubauen“, appelliert auch Niedermoser. Früher sei es gang und gäbe gewesen, dass die Leute wussten, wann etwa ein Topfenwickler hilft.

Maringer und Niedermoser nennen hier Fälle wie Insektenstiche oder Rückenschmerzen. Einen Zecken könne man sich selbst entfernen, wenn man aber etwa Borreliose-Symptome habe, sei der Gang zum Arzt wichtig.

Klar ist auch: Wer ärztliche Hilfe braucht, soll diese - gerade in Zeiten von Corona - auch suchen und nicht wertvolle Zeit verstreichen lassen.

Gemeinsames, übergreifendes Projekt

Die Offensive wird gemeinsam von den OÖ. Gesundheitspartnern getragen: Land OÖ, Österreichische Gesundheitskasse, Ärztekammer für OÖ, die Spitalsträger in OÖ, Rotes Kreuz und FH Gesundheitsberüfe OÖ.


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