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"Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie viel Potential in der Zivilgesellschaft steckt"

Nora Heindl, 02.12.2020 15:11

LINZ. 2008 als Pilotprojekt vom Sozialressort des Landes OÖ und vom Sozialministerium ins Leben gerufen, ist das Unabhängige LandesFreiwilligenzentrum – kurz ULF – heute das Kompetenzzentrum in Oberösterreich, wenn es um freiwilliges Engagement geht. Am Tag der Freiwilligenarbeit (5. Dezember) werden nun die nächsten beiden Kapitel dieser Erfolgsstory aufgeschlagen: „dieziwi„, ein neuer Verein für freiwilliges Engagement in Österreich, und ein neuer OÖ Landespreis.

 (Foto: Florian Voggeneder)
(Foto: Florian Voggeneder)

„“dieziwi“ steht für „Die Zivilgesellschaft wirkt“ und wird zivilgesellschaftliches Engagement in ganz Österreich stärken“, kündigt Nicole Sonnleitner, bislang Leiterin des ULF und ab sofort auch Geschäftsführerin des neuen Vereins zur Förderung freiwilligen, zivilgesellschaftlichen Engagements in Österreich, an. „Wir werden alles daransetzen, die vielen tollen Initiativen der vergangenen Monate so zu unterstützen, sodass aus spontanen Hilfsaktionen nachhaltige soziale Innovation wird, die nicht nur einzelnen Menschen in der Krise hilft, sondern uns als Gesellschaft insgesamt weiterbringt.“ Das Unabhängige LandesFreiwilligenzentrum wird in gewohnter Form mit seinen Leistungen innerhalb des neuen Vereins weiterbestehen.

„Dass „dieziwi“ nicht in Wien, sondern hier in Oberösterreich angesiedelt wird, unterstreicht, welch großartige Arbeit im ULF seit nunmehr zwölf Jahren geleistet wird“, hebt Sozial- Landesrätin Birgit Gerstorfer hervor. „dieziwi“ soll daran nichts ändern, sondern im Gegenteil, weiterhin vom ULF profitieren. 

OÖ Landespreis „dieziwi21

Das Land OÖ will in Sachen zivilgesellschaftliches Engagement auch in Zukunft vorangehen, Neues initiieren und ausprobieren. „Gemeinsam mit dem ULF starten wir deshalb hier und heute einen neuen Wettbewerb“, so Gerstorfer.

Die vergangenen Monate hätten gezeigt, wieviel Potenzial in der Zivilgesellschaft steckt. Durch die Pandemie wurden viele (schon vorher existierende) soziale Problemlagen ins Licht gerückt: soziale Isolation, Einsamkeit, soziale Benachteiligung, Altersdiskriminierung, Gewalt. Auch das Thema Digitalisierung mit all den Vorteilen, aber auch Nachteilen, ist im Freiwilligenwesen angekommen. Viele Initiativen, die entstanden sind, beschäftigen sich mit diesen Themen und wollen Lösungen finden und einen Beitrag leisten.

Um an solchen Ideen weiterzuarbeiten und diese nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern, ruft Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer gemeinsam mit dem Verein „dieziwi – Die Zivilgesellschaft wirkt“ am 7. Dezember den Landespreis „dieziwi21“ aus. „Es ist unglaublich, wie hoch der Einsatz in dieser neuerlichen Krise ist und wie innovativ neue Ideen in Bezug auf das Engagement sind. Denn gerade in der Corona-Pandemie ist es uns nicht möglich, auf viele bekannte, traditionelle Formen des Engagements, die meist der Kontakt, die Begegnung eint, zurückzugreifen. Es müssen neuen Möglichkeiten gefunden werden, die soziale Nähe erlauben, aber physischen Kontakt verringern. Mit dem Preis dieziwi21 wollen wir diesen Ideen eine Starthilfe geben“, so die Sozial-Landesrätin.

Drei Hauptpreise im Gesamtwert von 12.000 Euro

Gesucht werden bis 31. März 2021 innovative Ideen für Projekte, die freiwilliges, zivilgesellschaftliches Engagement fördern oder dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden. Gefragt sind Ideen, die uns als Gesellschaft bereichern. Einreichen können oö. Initiativen, Kollektive, Vereine, Gemeinden und Privatpersonen – wichtig ist dabei, dass nicht einzelne Personen gewinnen, sondern ihre Ideen und Projekte ausgezeichnet werden. Der Aspekt der Beteiligung der Zielgruppe wird großgeschrieben, damit diese Ideen und Projekte auch wirklich bedürfnisorientiert umgesetzt werden können. Besonders wichtig ist der Innovationsgrad der Ideen, denn es geht darum, neue Formen von Engagement zu finden, die für zukünftige Entwicklungen wichtig sind.

Vergeben werden drei Hauptpreise im Gesamtwert von 12.000 Euro. Zudem werden die Projekte auf Wunsch mittels Coaching und Organisationsentwicklung professionell begleitet und es können Weiterbildungsangebote genutzt werden: „Es geht darum, die Gewinnerinnen und Gewinner bestmöglich zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen an ihren Ideen zu arbeiten, damit diese auch nachhaltig sind“, so Nicole Sonnleitner, die ihr Know-how als Coach und Organisationsentwicklerin einbringen wird.

Wenn möglich, soll die Preisverleihung im Rahmen der 10. Freiwilligenmesse am 11. Juni 2021 stattfinden.

Internationaler Tag der Freiwilligen am 5. Dezember

Freiwilliges Engagement ist in Österreich weit verbreitet. Laut Freiwilligenbericht des Sozialministeriums 2019 engagieren sich 46 Prozent der über 15-Jährigen formell und/oder informell. Sowohl in Freiwilligenorganisationen als auch in der Nachbarschaftshilfe sind jeweils rund 2,3 Millionen Menschen engagiert. Da rund 1,2 Mio. Freiwillige in beiden Bereichen tätig sind, sind hochgerechnet rund 3,4 Mio. Menschen in Österreich freiwillig engagiert. Besonders hoch ist die Beteiligung der 60- bis 69-Jährigen mit 57 Prozent. Aber auch die unter 30-Jährigen sind mit einem hohen Anteil – 43 Prozent – engagiert.

Viele Motive sprechen dafür, sich freiwillig zu engagieren: anderen zu helfen ist nur eines davon. Immer mehr gewinnen Motive wie „ich möchte etwas Sinnvolles tun, meine Kompetenzen weitergeben, der Gesellschaft etwas zurückgeben, soziale Kontakte knüpfen“ und vieles mehr an Bedeutung.

Jedes Jahr am 5. Dezember ist der Internationale Tag der Freiwilligen, ein Gedenk- und Aktionstag zur Anerkennung und Förderung freiwilligen Engagements. Ein Anlass, um Wertschätzung und Anerkennung auszusprechen: „In allen gesellschaftlich wichtigen Bereichen engagieren sich Menschen und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag. Die Pandemie hat uns gezeigt, dass dieses Engagement unersetzbar ist. Dafür gilt mein großer Dank und meine aufrichtige Wertschätzung an alle, die ihre Zeit unbezahlt zur Verfügung stellen. Sie leben Zusammenhalt und Solidarität!“ betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

In den vergangenen Jahren wurde dieser Tag vom ULF immer mit einer Dankes-Feier gewürdigt, für heuer hat man sich etwas anderes einfallen lassen, den „Kleinen Adventkalender, der GUT(ES) tut“. Dieser kann sowohl als Do-it-yourself Anleitung downgeloadet oder beim ULF auch in Printform bestellt werden.


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