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LINZ/OÖ. Jedes Jahr absolvieren mehr als 670 junge Menschen ihren Zivildienst im OÖ. Roten Kreuz. Besonders in Krisenzeiten ist ihr wertvolles Engagement überall spürbar. Doch es wird immer schwieriger, noch offene Stellen zu besetzen. Neben geburtenschwachen Jahrgängen verschärft der coronabedingte Ausfall von Stellungsterminen die Lage. Landesweit warten deshalb noch zahlreiche freie Plätze auf Bewerber, speziell für April und Juli.

  1 / 2   Mehr als 670 junge Menschen pro Jahr leisten ihren Zivildienst beim OÖ. Roten Kreuz. Einer von ihnen ist Fabian Glasner aus Linz. (Foto: OÖRK/Hartl)

„Besonders in herausfordernden Zeiten möchte ich Menschen helfen und mich sinnvoll für unsere Gesellschaft engagieren“, sagt Fabian Glasner. Seit Juli leistet der 20-jährige Zivildienst im OÖ. Roten Kreuz. „Es ist eine wertvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit. Mir gefällt der Kontakt mit Menschen und ich sammle viele Erfahrungen“, erzählt der gelernte Einzelhandelskaufmann aus Linz, der nach seiner Zivildienst-Zeit als Freiwilliger beim OÖ. Roten Kreuz bleiben will.

Beim OÖ. Roten Kreuz sind die jungen Männer hauptsächlich im Rettungsdienst tätig. In ihren Einsätzen stärken sie ihre Teamfähigkeit und übernehmen Verantwortung. Nach einer zwei Monate dauernden Ausbildung gelten Zivildiener als vollwertige Rettungssanitäter. Sie sind bei einem Drittel aller Rettungseinsätze dabei und unverzichtbar, um flächendeckend rasche Hilfe zu garantieren.

„Menschen, die sich für andere einsetzen, sind meist auch im späteren Arbeitsleben besonders aktiv und verantwortungsbewusst“, erklärt Walter Aichinger, Präsident des OÖ. Roten Kreuzes.

Bewährtes Modell seit 45 Jahren

Seit Februar 1975 bildet das OÖ. Rote Kreuz Zivildiener aus. Rund 80 Prozent von ihnen bleiben der landesweit größten humanitären Hilfsorganisation danach als freiwillige Mitarbeiter weiter treu. Diese Verbundenheit zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der jungen Männer ihren Zivildienst als positiv, sinnstiftend und bereichernd erlebt. „Auch unsere Bevölkerung profitiert vom Zivildienst“, betont Aichinger.

Demografischer Wandel und coronabedinger Ausfall von Stellungsterminen

Die Menschen werden zunehmend älter, die Zahl junger Menschen geht sukzessive zurück. „Es wird immer schwieriger, die offenen Zivildienststellen zu besetzen“, verrät der Rotkreuz-Präsident. Erschwerend kommt hinzu, dass 2020 wegen der Corona-Pandemie im Frühjahr keine Stellungstermine stattfanden, um die Präsenzdienst-Tauglichkeit junger Menschen festzustellen. Das wirkt sich direkt auf die kommenden Einrücktermine aus.

„Zivildiener sind ein wichtiges Bindeglied in unserem engmaschigen Netzwerk der Hilfe. Sie stützen unser Rettungssystem, das den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht“, weiß Aichinger.

Weitere Infos zum Zivildienst unter www.roteskreuz.at/ooe und www.helden-wie-wir.at


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