Teach For Austria: gleiche Chance für alle Schüler

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 19.10.2021 11:16 Uhr

LINZ. 2050: Jedes Kind hat die Chance auf ein gutes Leben – egal, wie viel Geld oder Bildung seine Eltern haben. Das ist die Vision der gemeinnützigen Organisation Teach For Austria. Und so helfen auch in diesem Schuljahr 34 Jungakademiker, sogenannte Fellows, Schülern mit schlechteren Startbedingungen dabei, erfolgreiche Bildungswege einzuschlagen. Die Bewerbung für das Fellowsprogamm 2022 läuft bereits.

Jeder Mensch ist einzigartig und hat Talente, die es zu entdecken und fördern gilt, um sich selbst verwirklichen zu können, so der Tenor der Junglehrer, die in enger Abstimmung mit der Bildungsdirektion für zwei Jahre als vollwertige Lehrkräfte mit Sondervertrag an sozial hoch belasteten Mittel- und Polytechnischen Schulen etwa in Linz im Einsatz sind. Alle Fellows haben zumindest ein Studium absolviert und haben bereits Berufserfahrung gesammelt oder waren ehrenamtlich tätig, etwa im Bereich Sprachassistenz oder Lernförderung. Dieses Wissen bringen sie – nach einer intensiven Vorbereitung im Rahmen von Online-Campus, Sommerakademie und praktischem Unterricht im Rahmen der Linzer Teach For Austria Sommerwochen – nun mit viel Engagement in den Klassen ein. 

Gute Startbedingungen für alle Schüler

Einige von ihnen haben selbst eine Migrations-Biographie und kennen die damit möglichen Hürden. Alle hatten das Glück, studieren zu dürfen. Grund dafür waren Eltern und Lehrer, die an sie geglaubt haben. Nun sehen sie sich an der Reihe, diese Rolle zu übernehmen. Sie wollen ihre Schüler bei der Entfaltung ihrer Potenziale unterstützen, ihre Motivation zum Lernen fördern und ihr Selbstvertrauen stärken. Ziel ist, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler den erfolgreichen Übertritt in eine weiterführende Ausbildung schaffen, unabhängig vom Geld und Bildungsstand der Eltern.

Dafür sorgt bei Teach For Austria ein besonderer Mindset: sich einem Problem stellen und über sich hinauswachsen. „Wenn die Dinge nicht so laufen wie gewünscht, steht für die Fellows im Mittelpunkt: Worauf habe ich Einfluss? Was kann ich (trotzdem) machen, damit die Schülerinnen und Schüler am Ende eine bestimmte Fähigkeit entwickeln? Das war gerade in der Zeit der Lockdowns wichtig. Denn je resilienter die Lehrkräfte sind, desto besser können sie ihre Schülerinnen und Schüler betreuen und stützen. Corona hatte enorme Auswirkungen auf die Situation der Kinder, denen über weite Strecken die Schule als sicherer Rückzugsort zum Lernen gefehlt hat. Gerade in Familien, die ihre Kinder beim Homeschooling nicht adäquat unterstützen oder die nötige technische Ausstattung aufbringen konnten, hat sich die Pandemie deutlich auf den Lernerfolg ausgewirkt“, erklärt Christiane Steinlechner, Regionalleiterin von Teach For Austria in Oberösterreich.

Jetzt für 2022 bewerben

Auswirkungen hatte Corona auf die Bildungsorganisation auch auf anderer Ebene: „Auch wenn allen klar ist, dass jetzt mehr denn je Unterstützung in den Klassen gebraucht wird, war es heuer für uns nicht leicht, neue Fellows zu rekrutieren. Viele Jungakademikerinnen und -akademiker waren angesichts der Ungewissheit am Arbeitsmarkt weniger bereit, erfolgversprechende Karrierepfade zu verlassen und sich auf neue Herausforderungen wie unser Leadership-Programm einzulassen. Umso erfreulicher ist die hohe Quote der Fellows in Oberösterreich, die ihren Einsatz verlängern und ‚ihre‘ Kinder weiter unterstützen: soeben von elf Fellows des Pionierjahrgangs sind noch aktiv, dazu kommen alle elf, deren Leadership-Programm heuer geendet hätte! So können wir mit insgesamt 34 Fellows an 13 Schulen unterstützend wirken. Unser Ziel für 2022 ist es, 15 neue Fellows aus Oberösterreich für Oberösterreich zu rekrutieren“, erklärt Steinlechner.

„Bildung ist die Chance für junge Menschen, sich für ihre Zukunft zu rüsten. Und die Möglichkeit für jede und jeden Einzelnen, seine Talente zu entfalten. Wir haben aufgrund von Corona deutlicher als zuvor gesehen, wie wichtig engagierte Pädagoginnen und Pädagogen für den Bildungserfolg der Kinder sind. Daher ist die Zusammenarbeit mit Teach For Austria, das sich als verlässliche Stütze der oberösterreichischen Bildungslandschaft etabliert hat, für uns von großer Bedeutung. Mir ist es wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler erfolgreiche Bildungswege einschlagen und ich schätze das Engagement der Fellows gerade in so fordernden Zeiten“, bekräftigt Bildungsreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander.

Die Bildungsinitiative Teach For Austria ist seit 2011 in Österreich aktiv. In dieser Zeit konnten knapp 400 Jungakademiker für rund 40.000 Kinder in sozial hoch belasteten Schulen einen erheblichen Unterschied bewirken. In Oberösterreich waren bzw. sind inklusive des aktuell vierten Jahrgangs seit 2018 40 junge Frauen und Männer in insgesamt 94 Lehrverpflichtungen für gerechtere Bildungschancen ihrer Schüler wirksam.

Jetzt für das kommende Teach For Austria Fellowship bewerben: Die erste Priority Deadline ist am 21. November. Die Assessments laufen bis Mai 2022. Informationen unter www.teachforaustria.at/jetzt-bewerben

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