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Land Oberösterreich will Bewusstsein für frühzeitige Demenzprävention stärken

Anna Fessler, 05.09.2023 18:41

OÖ. Derzeit leiden etwa 130.000 Menschen in Österreich an Demenz, bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl verdoppeln. Das Land Oberösterreich will daher die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren. Zum Bewusstsein für die eigene Hirngesundheit sowie zur Bekanntheit des bestehenden Demenz-Angebots wurde eine Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse heute präsentiert wurden.

Von links: Die Leiterin der Oö. Demenzservicestellen Karin Laschalt, Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander, Paul Eiselsberg (IMAS International) (Foto: Land OÖ/Margot Haag)

Die Todesursache Demenz hat sich in Oberösterreich in den letzten zehn Jahren mehr als vervierfacht. In Oberösterreich wurde daher das Netzwerk Demenz gegründet und die Versorgungsinfrastruktur ausgebaut. Dazu gehören insbesondere die Demenzservicestellen in den Regionen, die Betroffene und Angehörige vor Ort unterstützen.

Sozialberatungsstellen als Erstanlaufstelle

Als Erstanlaufstelle bei Fragen zu Demenz, Pflege und Betreuung dienen die Sozialberatungsstellen des Landes Oberösterreich, die in jedem Bezirk stationiert sind. Auch in den Alten- und Pflegeheimen werden demenzspezifische Angebote ausgebaut und die Mitarbeiter geschult. Das Gesundheits- und das Sozialressort haben zudem eine Umfrage in Auftrag gegeben, um die Bekanntheit des Netzwerk Demenz und der Leistungen zu evaluieren sowie das Bewusstsein für die eigene Hirngesundheit in der Bevölkerung abzufragen.

IMAS-Umfrage zum Thema Demenz

Dazu wurden vom IMAS-Institut 700 Oberösterreicher im Alter ab 50 Jahren online und persönlich befragt. Die Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass zwar 43 Prozent aller Oberösterreicher ab 50 Jahren direkt oder indirekt von Demenz betroffen sind, aber nur jeder fünfte auf die eigene Hirngesundheit achtet. Die Umfrageteilnehmer waren mit ihrer geistigen Fitness zufriedener (93 Prozent = sehr zufrieden oder eher zufrieden) als mit der körperlichen (67 Prozent = Sehr zufrieden oder eher zufrieden).

Angebote zur Demenzprävention wenig bekannt

Die Mehrheit der Befragten (66 Prozent) machte sich keine oder nur wenige Sorgen, selbst an Demenz zu erkranken. 65 Prozent waren die ärztlichen Angebote zur Demenzvorbeugung wenig oder nicht bekannt, 76 Prozent kannten das Netzwerk Demenz OÖ nicht. Jedoch waren 65 Prozent der Umfrageteilnehmer daran interessiert, ihre Gedächtnisleistung testen zu lassen, insbesondere dann, wenn es einen Demenzfall im privaten Umfeld gab. An all diesen Punkten könne man ansetzen, so Paul Eiselsberg von IMAS International.

Das Netzwerk Demenz

Wer von Demenz betroffen ist oder Angehörige hat, die es sind, findet mit dem Netzwerk Demenz eine Anlaufstelle vor. Jeder Oberösterreicher kann innerhalb einer Autostunde (vorausgesetzt man steht nicht im Stau) eine der elf Demenzservicestellen in der Region erreichen. Dort kann man einen Demenzverdacht abklären lassen. Psychologen führen dazu kostenlose Tests durch. Bestätigt sich der Verdacht, erhalten Betroffene und Angehörige Auskunft über Behandlungsmöglichkeiten. Die Servicestellen können auch Überweisungen zu Fachärzten, Gedächtnisambulanzen und Memory-Kliniken in die Wege leiten. Auch Training für Betroffene sowie Begleitung und Schulung für pflegende Angehörige sind Teil des Angebots.

Demenz: nicht heilbar, aber behandelbar

„Durch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung werden die Demenzerkrankungen in den nächsten Jahren stetig zunehmen. Vorsorge und die rasche Diagnose müssen daher einen besonderen Stellenwert einnehmen. Mit den Demenzservicestellen stellen wir der Bevölkerung Einrichtungen zur Verfügung, die genau hier ansetzten können.“, so LH-Stellvertreterin Christine Haberlander.

Demenz ist zwar mit dem derzeitigen Stand der Medizin nicht heilbar, der Verlauf der Krankheit kann jedoch gedämpft werden. Dabei gilt: je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Chancen. „Die vorliegenden Umfrageergebnisse helfen uns, unsere Angebote noch besser zu gestalten, denn klar ist – wer Demenz frühzeitig erkennt, kann noch viel erreichen.“, sagt Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer.


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