2021: eines der erfolgreichsten Sportjahre, das Linz je erlebt hat
LINZ/OÖ. Ein aus sportlicher Sicht emotionales und zugleich sehr erfolgreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Weibliche und männliche Sportler aus der Region haben 2021 sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene ihr Können und ihren eindrucksvollen Willen - gepaart mit einer großen Portion Herzblut und Leidenschaft - unter Beweis gestellt. Tips gibt einen Überblick, wer, wann und wo aus Linz 2021 besonders erfolgreich war.

Wenn man das Sportjahr chronologisch durchgeht, so kommen dem oberösterreichischen Sportfan wohl zuallererst die Erfolge von Ski-Ass Vincent Kriechmayr in den Sinn. Denn der Gramastettner feierte im Jänner dieses Jahres einen Super-G-Sieg beim prestigeträchtigen Speed-Bewerb in Kitzbühel. Dieser Erfolg trug auch dazu bei, dass sich der 30-Jährige die Kristallkugel als bester Super-G-Fahrer der abgelaufenen Saison sicherte, nachdem er zuvor dreimal auf dem zweiten Platz in der oben genannten Disziplin landete. Doch der Reihe nach – Vincent Kriechmayr krönte sich im Februar dieses Jahres bei der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft im italienischen Cortina d‘Ampezzo zum Doppel-Weltmeister. Dort holte sich der damals 29-Jährige seine erste WM-Gold-Medaille (Super G) in seiner Karriere. Drei Tage später bescherte der Sohn einer Bauernfamilie Österreich seit 18 Jahren wieder WM-Gold in der Abfahrtsdisziplin. Er ist damit übrigens erst der dritte Skifahrer weltweit, dem bei einer Ski-WM diese beiden Gold-Erfolge gelangen. Der privat eher zurückgezogen lebende und die Scheinwerfer der Öffentlichkeit meidende Athlet ist damit endgültig an der absoluten Weltspitze des Speed-Skisports angekommen. Das nächste Großereignis wartet auf den Oberösterreicher im Februar des nächsten Jahres in Peking (China), wo die Olympischen Winterspiele anstehen.
Double für die Steelvolleys
Im April krönten sich die Volleyballerinnen von Linz-Steg zum Meister der österreichischen Damen-Volleyball-Bundesliga. Und das, obwohl das Team von Trainer Roland Schwab zuvor große Corona-Sorgen hatte – so fiel zwischen den Halbfinalspielen gegen Sokol/Post beinahe die komplette Mannschaft aus. Die Steelgirls schafften jedoch trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen den Einzug in das Finale. Dort trafen die Linz-Steg-Damen auf den UVC Graz, den sie in zwei Spielen eliminierten. Mit dem zweiten Staatsmeistertitel der Vereinsgeschichte holten die Steelvolleys den fünften Titel innerhalb von drei Jahren. Denn: Den Cup gewannen die Linzer Volleyballerinnen im vergangenen Jahr auch noch – wie schon 2020 und 2019.
Blau-Weißes Fußballmärchen
Der FC Blau-Weiß Linz feierte im Mai seinen ersten Meistertitel in der zweiten Fußball-Bundesliga. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Match am letzten Spieltag – Tag der Entscheidung – traf der Stahlstadtklub in Salzburg auf das Farmteam des FC Red Bull Salzburg, den FC Liefering – das dort erzielte 1:1 reichte zum Titel. Dieser kam überraschend und war keinesfalls zu erwarten. Doch die junge Mannschaft rund um Ex-Blau-Weiß-Trainer Ronald Brunmayr spielte die ganze Saison hinweg mutig auf, lief ihre Gegner hoch an, verzeichnete viele Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte und nutzte die dadurch entstandenen kurzen Wege zum gegnerischen Tor. Kurz gesagt: Der Fußball, der Blau-Weiß zum Meister machte, war mutig, jung und erfrischend. Erfolgstrainer Brunmayr kam den Linzern im darauffolgenden Sommer zwar abhanden, da er zur von Glasner trainierten Frankfurter Eintracht wechselte. Doch Nachfolger Gerald Scheiblehner setzte trotz vieler Abgänge von Schlüsselspielern, darunter der Wechsel des Top-Torjägers Fabian Schubert, das fort, was Brunmayr implementierte: hohes Pressing sowie pure Leidenschaft, was beides auch in dieser Spielzeit zum Erfolg führt. Die Scheiblehner-Elf überwintert auf dem fünften Tabellenplatz und ist mit nur zwei Punkten Rückstand auf Rang drei vorne mit dabei. Doch wie nach dem Meistererfolg möchte Blau-Weiß auch in dieser Saison nicht aufsteigen – Klub-Geschäftsführer Stefan Reiter gab als Aufstiegsziel die Saison 2022/23 aus.
Turbulentes Jahr für den LASK
Der Linzer ASK kam nach einem starken Herbst im Vorjahr im Frühjahr dieses Jahres in der Bundesliga-Meistergruppe etwas ins Straucheln. Waren die Linzer im Grunddurchgang noch Salzburg auf den Fersen, so vergrößerte sich der Abstand in der Rückrunde nach und nach. Auch deshalb, weil die Athletiker mit der Verletzung (Kreuzbandriss) von Stürmer Marko Raguz zu kämpfen hatten. Nichtsdestotrotz erreichte der LASK das Cup-Finale, das Schwarz-Weiß allerdings gegen Red Bull Salzburg klar 0:3 verlor. Im Sommer verließen die Linzer die defensiven Schlüsselspieler Andrés Andrade und Gernot Trauner. Dazu kamen viele Verletzungen von Stammspielern. Im Herbst schaffte der ASK trotzdem den Einzug in die neu geschaffene UEFA Conference League, in der sich die Linzer als Gruppensieger direkt für das Achtelfinale qualifizierten. In der Liga verbringen die Schwarz-Weißen die Winterpause auf dem neunten Platz mit sieben Punkten Vorsprung auf den Letztplatzierten.
Froschberg-Damen holten den 21. Meistertitel
Linz-Legende „Susi“ Liu Jia, Sofia Polcanova und Co. verteidigten auch in diesem Jahr erfolgreich den Meistertitel in der Damen-Tischtennis-Bundesliga. Zudem hievte Jia ihren Klub in das Viertelfinale der Champions League, wo Linz im Jänner auf den französischen Klub Clairefontaine trifft.


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