Landeshauptmann Pühringer zieht Halbjahresbilanz
LINZ/OÖ. Landeshauptmann Josef Pühringer präsentierte die Bilanz zum ersten Halbjahr 2016. Bei den Exporten ist Oberösterreich weiterhin Spitzenreiter. Handlungsbedarf gibt es bei der anhaltend hohen Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent. Investitionen im Bereich Forschung und Bildung sowie Infrastruktur sollen den Wirtschaftsstandort Oberösterreich weiterhin stärken.

Gerade im Export liegen die großen Chancen für den Wirtschaftsraum Oberösterreich, wie auch die seit letzter Woche vorliegenden Bundesländer-Exportzahlen der Statistik Austria für das Jahr 2015 zeigen. Demnach führt Oberösterreich die Länderstatistik mit 25,7 Prozent an und liegt vor Niederösterreich mit 15,6 Prozent und der Steiermark mit 15 Prozent.
Herausforderung Arbeitsmarkt
Trotz Anziehen des Wirtschaftswachstums ist auf dem Arbeitsmarkt noch keine Trendwende in Sicht. Die Arbeitslosenquote liegt auf dem – für Oberösterreich hohen – Vorjahresniveau von 5,3%. Der Österreich-Schnitt liegt bei 8,1%. Im Juni waren in Oberösterreich 12.789 offene Stellen gemeldet. Hier soll der Pakt für Arbeit und Qualifizierung ansetzen. Im Fokus der Maßnahmen stehen Jugendliche, Frauen, ältere Arbeitnehmer, Menschen mit Migrationshintergrund sowie insbesondere auch die Qualifizierung von Fachkräften für die oberösterreichische Wirtschaft. Insgesamt werden mehr als 85.000 Personen von Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen des Pakts 2016 profitieren.
Flächendeckendes Breitband
Zum zentralen Schwerpunkt hat die Landesregierung einen flächendeckenden Breitbandausbau erklärt. Bis zum Jahr 2022 hat sich die Landesregierung vorgenommen in Oberösterreich eine Breitband-Versorgung mit 100 Mbit/s in Up- und Download in einem Technologie-Mix und mit Glasfaser als Basistechnologie zu erreichen.
Forschung
Sieben Projekte aus dem Bereich Smarte Mobilität fördern Oberösterreich und die Steiermark gemeinsam, um den Stärkefeldern Automotive und Mobilität weiteren Schwung zu verleihen. Die Themenschwerpunkte sind intelligente und sichere Transportsysteme, innovative Antriebskonzepte, Werkstofftechnik und Smart Production. Mit rund 500 Patentanmeldungen führt Oberösterreich das Bundesländerranking im Jahr 2015 an. Mit einer Forschungsquote von 3,17 Prozent liegt Oberösterreich derzeit über dem durchschnittlichen österreichischen Wert von 2,97 Prozent. Bis zum Jahr 2020 soll in Oberösterreich eine F&E-Quote von vier Prozent erreicht werden.
Bildung
Mit der neuen Initiative „Bildungsmonitoring“ will die Landesregierung erreichen, dass sich die Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft an benötigte Mitarbeiter künftig besser mit den Bildungsabschlüssen der Jugendlichen decken. Dabei sollen Bildungsangebote im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und Mitarbeiterbedarf der Wirtschaft gesteuert und beobachtet werden.
Im Schuljahr 2015/2016 sind mehr als 2.000 Flüchtlingskinder in das oberösterreichische Pflichtschulsystem eingetreten. Mit einem Wertekompass soll die Wertevermittlung unterstützt werden. Auch wenn Oberösterreich bei zahlreichen Bildungstests im Bundesländervergleich meistens überdurchschnittlich abschneidet, zeigen sich auch in unserem Bundesland Defizite – etwa bei der Lesekompetenz in den oberösterreichischen Volksschulen. Das Land OÖ will daher auf mehr individuelle Förderungen setzen. Eine zentrale Maßnahme ist die Einführung des oberösterreichischen Bildungskompasses. Damit erfolgt eine Informationsweitergabe im Hinblick auf Kompetenzen der Kinder bei Übertritt vom Kindergarten in die Volksschule. Den Volksschulen soll es dadurch ermöglicht werden, auf bereits vorhandene Kompetenzen aufzubauen.


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