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Eine hohe Wertschätzung für Lebensmittel, gesundes Selbstvertrauen der bäuerlichen Genossenschaften und besondere Hingabe für den Beruf des Bauern sind Stärken, die den Agrar-Standort Südtirol ebenso ausmachen wie eine gewisse Lockerheit und Verschmitztheit. Manches könnte Oberösterreich als positiver Denkanstoß dienen

  1 / 4   (v.l.) Die beiden Agrarlandesräte Arnold Schuller (Südtirol) und Max Hiegelsberger (Oberösterreich) besprachen Herausforderungen und Ansätze für die Landwirtschaft. Foto: Land OÖ/Stockinger

„Die Agrargenossenschaften verhandeln hier mit dem Handel auf Augenhöhe, da sind wir in Oberösterreich meilenweit davon entfernt“, so Agrarlandesrat Max Hiegelsberger im Zuge eines Treffens mit seinem Südtiroler Amtskollegen Arnold Schuller. Besonders beeindruckt zeigte sich Hiegelsberger nach dem Besuch zahlreicher Südtiroler Produktions- und Verarbeitungsbetriebe von der hohen Wertschätzung, die Lebensmittel und in weiterer Folge auch die Landwirtschaft in Norditalien genießen.

Kein Bauernsterben

Die Wertschätzung und das selbstbewusste Auftreten sind mit ein Grund, dass sich in Südtirol auch die Folgegeneration dazu entschließt, die Höfe ihrer Eltern und Großeltern zu übernehmen und das, obwohl die kleinen, oft abgelegenen Höfe häufig nicht im Vollerwerb geführt werden können. In Südtirol gebe es kaum Höfe, die aufgegeben und keine Flächen, die nicht mehr bewirtschaftet würden, erklärt Schuller. Er führt dies einerseits auf ein Programm zurück, mit dem Südtirol alle Bauernhöfe an das Straßennetz angeschlossen hat, aber auch auf das Selbstbewusstsein der Bauern, die mit Stolz die Höfe übernehmen und dafür auch Belastungen in Kauf nehmen würden.

Moderne Agrarwirtschaft

Auf seiner Informationsreise machte Agrarlandesrat Hiegelsberger auch Stopp im Tiroler Wörgl. Das dortige Werk der Tirol Milch wurde für die nachhaltige Produktionsweise bereist mehrfach prämiert. Eine enge Kooperation mit dem Standort in Geinberg erlaubt besonders effiziente Arbeit und die Herstellung kundengerechter Produkte.

Die Nutzung eines eigenen Biomassekraftwerkes, die Versorgung der umliegenden Siedlungen mit Fernwärme und die Installation von Solaranlagen brachten dem Werk in Wörgl den klima:aktiv Preis sowie den Energy Globe Award Tirol ein.Agrarlandesrat Max Hiegelsberger machte sich vor Ort ein Bild von der modernen Anlage, die auch für die oberösterreichischen Standorte der Berglandmilch von großer Be-deutung ist.Zunehmend an Bedeutung gewinnen Produkte, bei denen der Käse bereits geschnitten ist und der Kunde verschiede Sorten in einer Packung vorfindet. „Der Verkauf an der Theke ist leider etwas rückläufig, der Kunde tendiert zum Regal“, bestätigt Josef Braunshofer, Geschäftsführer der Berglandmilch.Am Standort in Geinberg hat man sich auf dieses Segment spezialisiert. Pro Jahr werden hier 35.000 Tonnen Käse geschnitten, gerieben und portioniert. Auch das Räuchern des Berglandmilch-Käses wird zentral am Standort in Geinberg erledigt.


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