Baustelle Linzer Luft: Madrid als Vorbild
LINZ. Der Feinstaubwert hat sich schon massiv verringert, bei Stickstoffdioxid liegt Linz jedoch nach wie vor über den EU-Grenzwerten. Die Großstadt Madrid zeigt vor wie Verbesserungen erzielt werden können

Lag 2017 das Jahresmittel von Stickstoffdioxid noch bei 47 Mikrogramm pro Kubikmeter, lässt sich 2018 schon eine Verbesserung verzeichnen. Beim Römerbergtunnel lag der Jahresmittelwert mit 43,4 Mikrogramm erstmals in der Nähe der Grenzwertes. Um diesen zu erreichen – er liegt bei 40 Mikrogramm –sind jedoch weitere Verbesserungen dringend notwendig. Um einem möglichen Vertragsverletzungsverfahren vorzubeugen, haben Land OÖ und Stadt Linz bereits ein Programm zur Verbesserung der Linzer Luft vorgestellt.
Vorteil für Madrid
Ein Vorbild für die Wirksamkeit von Maßnahmen ist Madrid, so Umweltlandesrat Rudi Anschober. Dort wurde unter anderem auf der ehemals sechsspurige Prachtstraße im Herzen Madrids, der Gran Via, im Winter letzten Jahres der Individualverkehr auf zwei Fahrspuren reduziert – Fußgänger, Radfahrer, Busse und Taxis haben nun Vorrang – neue Bäume und Parkbänke laden zum Verweilen ein. „Die umgesetzten Maßnahmen in Madrid zeigen, Bemühungen zur Sanierung der Luft wirken und gehen nicht zu Lasten der Wirtschaft. Mit Mut und weitsichtiger Planung bringen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftgüte neben gesundheitlichen und umweltpolitischen Vorteilen auch wirtschaftlich positive Impulse. So hat das Weihnachtsgeschäft 2018 in der Madrider Innenstadt trotz bzw. durch die neuen Verkehrsmaßnahmen ein kräftiges Umsatzplus gebracht“, so Anschober. „Ein Beschluss des Maßnahmenprogrammes im April in der Landesregierung muss nun der nächste Schritt sein.“
Das Maßnahmen-Paket „Linzer Luft“
- Vorantreiben von Nachrüstungen bei der Software als auch im Hardwarebereich bei Diesel-PKWs,
- das Forcieren der effektiven Kontrolle von Abgasmanipulationen,
- Maßnahmen zur Modernisierung des Taxibestandes in Linz
- ein Maßnahmenbündel, um den Anteil der E-Mobilität zu erhöhen,
- eine Vielzahl von Maßnahmen im öffentlichen Verkehr inklusive einem Konzept für Busschleusen an Linzer Einfallstraßen
- Maßnahmen für gebietsbezogene Verkehrsberuhigungsmaßnahmen
- Maßnahmen, um den Ausbau der Rad- und Fußinfrastruktur zu forcieren


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