Erderhitzung durch Klimakrise setzt auch den Wäldern rund um Linz zu
LINZ/STEYREGG. Bei einem Besuch im 440 Hektar umfassenden Forst am Pfenningberg verschaffte sich Umwelt-Landesrat Rudi Anschober gemeinsam mit Wald-Experten einen Einblick in den Zustand der Wälder rund um Linz und die Frage, wie der Wald der Zukunft aussehen wird.

Der Sommer 2019 war in Österreich der zweitwärmste seit Messbeginn 1767 – er lag um 2,7 Grad über dem Mittel und damit knapp hinter dem Rekord aus dem Jahr 2003. Zudem war er mit 30 Prozent weniger Niederschlag einer der sieben trockensten Sommer der Messgeschichte. Die Zahl der Hitzetage (mindestens 30 Grad) lag um etwa das Zwei- bis Dreifache über einem durchschnittlichen Sommer.
„Die Klimakrise schafft ein neues Waldsterben. Dieses Waldsterben bedroht die zentralen Funktionen des Waldes und damit auch die Klimaschutzfunktion des Waldes. Dies wiederum heizt die Klimakrise an, weil die Schutzfunktionen des Waldes geschwächt werden“, weiß Klimaschutz-Landesrat Rudi Anschober um die dramatische Dynamik.
Borkenkäfer bereitet große Probleme
Dazu kommt noch die Borkenkäfer-Plage, die durch die Trockenheit im Frühjahr noch verschärft wurde: 2018 fielen rund zwei Millionen Festmeter an Schadholz an, 1,25 Millionen Festmeter davon gingen allein auf das Konto des Borkenkäfers. Von den rund 80 Hektar an Fichtenbeständen am Pfenningberg sind bereits 30 Hektar dem Käfer zum Opfer gefallen.
„Wir versuchen, die Restbestände und Aufforstungen so vital und gesund wie möglich zu halten. Deshalb werden die Kahlflächen am Pfenningberg mit Mischbeständen aufgeforstet, um diesem Klimaereignis entgegenzuwirken“, weiß Leopold Jungbauer von der Forstverwaltung Steyregg.
Dazu werden speziell Baumarten, die der Seehöhe und Stufe angepasst sind, verwendet, wie etwa Tannen, Lärchen, Douglasien, Kiefern oder Eichen. Der Käferbefall ist jedoch auch mit einer Wertminderung aufgrund von Überangebot und Verblauung des Holzes verbunden, was sich wieder betrieblich gesehen für die Forstverwaltung und den gesamten Holzmarkt negativ auswirkt. „Deshalb sind wir angehalten, die betroffenen Bestände aufzuarbeiten, umzuwandeln und diese auf gesunde Mischwälder umzustellen“, so Jungbauer.
Dem Mischwald gehört die Zukunft
Auch in höheren Lagen wird es im Wald der Zukunft verstärkt Mischwälder geben müssen, denn der Borkenkäfer drängt jedes Jahr höher hinauf, auch in bisher scheinbar geschützte Lagen. „Um speziell die frisch bepflanzten Flächen in einem gesicherten Ausmaß aufzubringen, wird dort eine gesunde Relation zwischen Wald und Wild getroffen werden müssen“, ergänzt Eduard Hochbichler vom Institut für Waldbau von der BOKU Wien.


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