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Bau-ID-Card macht Schluss mit der Zettelwirtschaft auf den Baustellen

Tips Logo  Anzeige, 12.02.2020 10:00

OÖ. „Bis zu 17 Dokumente müssen wir für jeden Mitarbeiter tagesaktuell auf der Baustelle bereithalten – eine bürokratische Zettelwirtschaft, jetzt mit Ablaufdatum“, so Bauinnungsmeister Norbert Hartl im Gespräch mit Spartenobmann Michael Pecherstorfer.

Die Bau-Card ist wie ein Schlüssel mit den notwendigen Datenbanken verbunden. Auf der Karte sind keine Daten, sie öffnet nur den Zugang. So ist der Datenschutz gewahrt. Innungsmeister Norbert Hartl (l.) zeigt Spartenobmann Michael Pecherstorfer ein Vorbild der Bau-Card. Foto: WKOÖ/Wakolbinger

„Denn in der zweiten Jahreshälfte werden wir mit der Bau-ID-Card starten“, kündigt Hartl an. Auf der Card ist alles Notwendige – Arbeitserlaubnis, SV-Anmeldung, Zusatzberechtigungen wie Kranschein oder Staplerführerschein und vieles mehr – mit mobilen Endgeräten für Kontrolleure von Finanzpolizei, Arbeitsinspektorat oder Fremdenpolizei ablesbar. Laufen wird die Bau-ID-Card, die im Übrigen freiwillig ist, über die Bauarbeiterurlaubs- und Abfertigungskassa.

„Besonders wichtig ist, dass wir auch die Beschäftigten von Subunternehmen mit der Bau-ID-Card ausstatten können“, sagt Hartl. Während jetzt eine Baustellenkontrolle Stunden dauert, wird sie künftig in kürzester Zeit vorbei sein.

Für Pecherstorfer ist die Bau-ID-Card der Bauinnung ein „Musterbeispiel für den Nutzen der digitalen Transformation und ein Vorbild für echte Entbürokratisierung“. Derartigen Bürokratieabbau wünscht er sich „auch beim Arbeitnehmerschutz mit seinem Kumulationsprinzip, also dem Multiplizieren von Verwaltungsstrafen“.

Strenge Verwaltungsstrafen

Für den Bauarbeiter ohne Helm zahlt trotz Dienstanweisung der Arbeitgeber bis zu 800 Euro. Hartl nennt als weiteres bürokratisches Unding das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz. Dort hat man den Begriff KV-Lohn durch „Entgelt“ ersetzt, was die Lohnverrechnung am Bau mit seinen bis zu 41 Zulagen zur Sisyphusaufgabe macht.

Hartl: „Macht ein Lohnverrechner hier einen kleinen Fehler, dann zahlen wir selbstverständlich nach, aber dazu noch kumulierte Verwaltungsstrafen zu verhängen, ist völlig überzogen.“ Hier und in vielen anderen Bereichen muss der Staat endlich echte Entbürokratisierungen umsetzen, sind sich Hartl und Pecherstorfer einig.


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