WKO-Sparte Industrie präsentiert Corona-Masterplan
OÖ. Eine Befragung hat ermittelt, wie stark die oö. Industriebetriebe von der Coronakrise getroffen wurden - ein Großteil rechnet mit Problemen. Um dem gegenzuwirken hat die Sparte Industrie einen Corona-Masterplan erstellt.

„Die oö. Industrie ist natürlich massiv von der Corona-Krise betroffen, hat sie aber bisher sehr gut gemeistert. Jetzt ist es aber unbedingt an der Zeit, Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, die einen erfolgreichen Re-Start der Wirtschaft ermöglichen. Die Sparte Industrie hat daher eine Befragung ihrer Mitgliedsbetriebe durchgeführt und darauf aufbauend, Vorschläge unter dem Titel ,Corona-Masterplan‘ entwickelt“, sagt der neue Spartenobmann Erich Frommwald.
Fast alle Betriebe von Krise betroffen
An der Befragung haben sich 171 Industriebetriebe beteiligt. Lediglich zwei Betriebe geben an, von der Krise bisher wirtschaftlich nicht betroffen zu sein. Absatzprobleme im Ausland melden 62 Prozent der Befragten, Produktionsengpässe bei Lieferanten werden von 40 Prozent genannt. Der Großteil der Betriebe (57 Prozent) geht von einem Umsatzrückgang zwischen 10 und 30 Prozent bis zum Jahresende aus. Die Kurzarbeit wird von 78 Prozent der Befragten genutzt und ist damit das mit Abstand wichtigste Unterstützungsinstrument für die oö. Industrie.
Drei-Stufen-Plan
Der Corona-Masterplan der Sparte Industrie ist als drei-Stufen-Plan konzipiert: Es geht nun vor allem darum kurzfristige Maßnahmen (bis Ende Juni) zu realisieren und auch mittelfristige Maßnahmen (bis Ende 2020) zu entwickeln und zu beschließen. Zu den kurzfristigen Maßnahmen zählen die umgehende Durchführung von Genehmigungsverfahren, Investitionen der öffentlichen Hand sollten in vollem Umfang durchgeführt werden, keine Belastungen aus dem Thema „Energie & Klima, Investitions- und Kaufanreize setzen und die Optimierung der bestehenden Unterstützungsinstrumente. Die Industrie-Vorschläge für mittelfristige Maßnahmen sind: Steuerreform vorziehen, eine Offensive im Bereich Forschung & Entwicklung und Innovation, den Green Deal anpassen, Verfahrensvereinfachungen umsetzen und die Kurzarbeit verlängern.
Bis Herbst sollten dann langfristige Maßnahmen mit Wirksamkeit ab 2021 konzipiert werden. „Die nächsten Wochen und Monate müssen dafür genutzt werden, langfristige Konzepte für zentrale Handlungsfelder zu erarbeiten. Beispiele dafür sind aus Sicht der Sparte Industrie: Digitalisierungsstrategie für die Bildung, Leitbetriebe-/Headquarterstrategie oder eine Exportoffensive“, so Frommwald.


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