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OÖ/LINZ. Das Land Oberösterreich ist über die Schiene OÖ GmbH Teil des Projektes „VDV-TramTrain“. Dabei haben sich sechs deutschsprachige Verkehrsunternehmen zu einer Art Käufervereinigung zusammengeschlossen, um gemeinschaftlich 504 Regionalstadtbahn-Fahrzeuge auszuschreiben. Das Projektvolumen der weltweiten Ausschreibung umfasst vier Milliarden Euro, mit der Gesamtausschreibung sollen bis zu einer Million Euro pro Fahrzeug eingespart werden.

  1 / 2   Simulation: Für die neuen Tram-Trains wird ein Basisfahrzeug entwickelt, das für die einzelnen Projektpartner individualisiert wird. (Foto: Tricon AG)

Zu der Käufervereinigung zusammengeschlossen haben sich die Schiene Oberösterreich, das Land Salzburg, VBK und AVG aus Karlsruhe, Saarbahn Netz und der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb. Gemeinsam haben diese 504 Fahrzeuge ausgeschrieben. Die Ausschreibung umfasst neben der Fahrzeugentwicklung, -produktion und -zulassung auch einen auf bis zu 32 Jahre angelegten anschließenden Instandhaltungsvertrag mit dem Hersteller. Gesamtprojektvolumen: Rund vier Milliarden Euro.

In den kommenden Monaten werden laut Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner die Angebote der Fahrzeughersteller erwartet. Durch die gemeinsame Ausschreibung des Großauftrags erwartet man sich Einsparungen von bis zu einer Million Euro pro Fahrzeug. „Das ist ein nie dagewesenes Projekt, von dem wir sehr profitieren werden. Es geht dabei um nichts Geringeres, als die Mobilitätszukunft unseres Landes und unserer Regionen abzusichern“, so Landesrat Steinkellner.

TramTrain verknüpft Straßen- und Eisenbahn

Auch die Vorteile der TramTrains im Betrieb seien überzeugend. „Hinter dem Begriff TramTrain verbirgt sich sinngemäß eine Verknüpfung zwischen Straßen- und Eisenbahn“, so Steinkellner. Während die Garnituren in der Region die Reisevorteile einer Eisenbahn wie Geschwindigkeiten, Sicherheitsnormen, Fahrkomfort, Sanitäranlagen erfüllen, fungieren sie innerstädtisch als Straßenbahn. „Diese Mehrsystemfahrzeuge sind durch ihre Ausstattung und Betriebseigenschaften sowohl auf die Bedürfnisse derjenigen Fahrgäste, die längere Fahrtstrecken mit der Stadtbahn zurücklegen, als auch für Fahrgäste, die innerstädtisch nur wenige Haltestellen fahren, in idealer Weise abgestimmt. Vor allem ermöglichen die TramTrain-Fahrzeuge auch umsteigefreie Direktverbindungen von der Region mitten in die Stadt. Von der Region bis zu Stadtgrenze haben die Fahrgäste somit den Vorteil schneller Reisezeiten und hohen Fahrgastkomforts. Innerhalb der Stadt kommen weitere Vorteile eines Straßenbahnsystems, wie attraktive, innerstädtische Umstiegsknoten und dichtere Haltestellenabstände hinzu“, ist Günther Steinkellner überzeugt.

Baukastensystem bringt spezifische Lösung

Die Entwicklungs- und Zulassungskosten der TramTrains werden von den Partnern geteilt, es wird eine Standardkonstruktion geben. Auf Basis dieser Konstruktion ist geplant, fünf weitere Varianten produzieren zu lassen, die den Anforderungen der unterschiedlichen Betreiber entsprechen. In Oberösterreich sollen die Wagen im Mittelteil zum Beispiel Regionalbahnsitze, Sitzgruppen und Gepäckabstellmöglichkeiten haben, während im vorderen und hinteren Teil etwa Mehrzweckabteilen für den Rollstuhl-, Kinderwagen- und Fahrradtransport eingplant sind. Die für den Einsatz auf den längeren Stadtbahnstrecken vorgesehenen Fahrzeuge sind mit Toiletten ausgestattet.

Erste Fahrzeuge 2026

Im Juli 2026 erwartet man die ersten Fahrzeuge für Oberösterreich - diese sollen vorerst auf der Linzer Lokalbahn zum Einsatz kommen.

Auch habe man nicht nur finanzielle Vorteile durch die Kooperation, auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Städten sei sehr positiv, so Steinkellner. So habe etwa Karlsruhe bereits durchgehende Schienenverbindungen zwischen den Innenstädten und den Regionen. In Oberösterreich ist die Durchbindung der Mühlkreisbahn zum Linzer Hauptbahnhof sowie der Bau der Stadtbahn nach Gallneukirchen/Pregarten geplant. „Hier gab es ein produktives, gegenseitiges zur Verfügung stellen von Fachwissen und Erfahrungswerten. Im Zentrum stand eine gemeinsame Zukunftsvision. Nämlich durch moderne und attraktive Lösungen möglichst viele Menschen zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr einzuladen“, freut sich der Infrastruktur-Landesrat.


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