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OÖ. Gegenüber Juli ist die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich im August leicht gesunken, auch der Anstieg gegenüber dem Vorjahr hat sich weiter reduziert. Die Quote liegt bei 6,2 Prozent, deutlich unter dem Österreich-Schnitt. Knapp 45 Prozent der aktuell arbeitslos vorgemerkten Personen verfügen laut AMS OÖ über keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Die Arbeitslosenquote lieg in OÖ im August 2020 bei 6,2 Prozent. (Foto: Volker Weihbold)
Die Arbeitslosenquote lieg in OÖ im August 2020 bei 6,2 Prozent. (Foto: Volker Weihbold)

Die Arbeitslosenquote liegt im August 2020 um 1,6 Prozent über dem Vorjahresniveau, bei 6,2 Prozent (Österreichschnitt: 9 Prozent, Wien 14,9 Prozent). Oberösterreich liegt im Bundesländervergleich weiterhin an dritter Stelle. Die Zahl der Beschäftigten lag bei 674.000 Personen (minus 8.000 bzw. minus 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr). Zugleich ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 11.404 oder 34,7 Prozent auf 44.278 Personen gestiegen, davon 22.056 Frauen und 22.222 Männer.

Bei den unter 25-Jährigen sind 5.914 Personen arbeitslos gemeldet (plus 31,8 Prozent im Jahresvergleich), bei den ab 55-Jährigen 8.359. Der größte relative Zuwachs findet sich in der Gruppe der 35 bis 39‐Jährigen (plus 1.517 auf 5.099; plus 42,4 Prozent).

Den Arbeitslosen stehen 17.980 offene Stellen gegenüber, um 4.848 bzw. 21,2 Prozent weniger als im Vorjahr. In Schulungen befanden sich im August 7.307 Personen (minus 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

44,8 Prozent der aktuell als arbeitslos vorgemerkten Personen verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung.

„Blaues Auge im Sommer, leichter Anstieg im Herbst“

„Die Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent ist im Vergleich zu den anderen Industriebundesländern niedrig, weil Oberösterreich auch die meisten Personen in Kurzarbeit aufweist – aktuell 94.000. Die Kombination aus Kurzarbeit und Branchen, die wieder Aufwind spüren, hat dazu geführt, dass wir im Sommer mit einem blauen Auge davongekommen sind. Für den Herbst erwarten wir einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit“, erläutert AMS-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer.

Achleitner: Herausfordernder Herbst

„Vor uns liegt ein herausfordernder Herbst, in dem wir in einigen Branchen weitere Corona-bedingten Schwankungen befürchten. Mit den Maßnahmen aus dem Pakt für Arbeit und Qualifizierung verstärken wir deshalb unsere Anstrengungen, die Menschen in Beschäftigung zu halten oder rasch wieder zu bringen“, bekräftigt Landesrat Markus Achleitner angesichts der veröffentlichen Zahlen. Qualifizierung sei das Gebot der Stunde, so Achleitner. „Gemeinsam mit dem AMS und dem Sozialministeriumsservice stellen wir im Jahr 2020 im Pakt für Arbeit und Qualifizierung insgesamt mehr als 247 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik in Oberösterreich zur Verfügung. 100.000 Menschen in unserem Land profitieren von diesem Paket.“

Mehr Ausbildungsangebote und regionale Unterschiede

Die Grüne Arbeitsmarktsprecherin, Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz sieht große Herausforderungen bei arbeitslosen Jugendlichen und Lehrstellensuchenden. Es brauche noch mehr Ausbildungsangebote - spezifisch abgestimmt auf die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft und auf jene der Jungendlichen. Ein Alarmzeichen für Sie: Dass 45 Prozent der Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung haben.

„Fakt ist, dass es bei der Jugendarbeitslosigkeit große Unterscheide unter den Bezirken gibt. In diesem Sinne müssen Maßnahmen auch die unterschiedlichen Gegebenheiten in den Bezirken und Regionen berücksichtigen. Wenn in einer Region die Wirtschaft etwa spezifische technische Fähigkeiten sucht, müssen sich Ausbildungsmaßnahmen daran orientieren. Dafür muss es mehr Mittel für Unterstützung und Beratung der Jugendlichen geben. Das Ziel muss sein, die Bedürfnisse der Wirtschaft und jener der Arbeit- und Lehrstellensuchenden jungen Menschen aufeinander abzustimmen. Derzeit klafft hier eine Lücke der vergebenen Potentiale“, betont Schwarz.


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