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OÖ/LINZ. Arbeitslosigkeit gegenüber August gesunken, auch der Anstieg gegenüber dem Vorjahr hat sich weiter reduziert, zeigen die Arbeitsmarktdaten aus Oberösterreich für September 2020. Dennoch: Für Herbst und Winter erwartet AMS OÖ-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer steigende Arbeitslosenzahlen.

 (Foto: Volker Weihbold)
(Foto: Volker Weihbold)

„Der heimische Arbeitsmarkt hat sich im September auf hohem Niveau konsolidiert. Für den Herbst und Winter erwarte ich jedoch steigende Arbeitslosenzahlen, in vielen Firmen wird die Kurzarbeit beendet und es ist offen, welche Reaktionen im Anschluss daran stattfinden. Positiv ist, dass der Zugang an offenen Stellen erstmals wieder die Vorjahreszahlen erreicht hat“, fasst Gerhard Straßer zusammen.

5,5 Prozent Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosigkeit gegenüber August ist im September gesunken, auch der Anstieg gegenüber dem Vorjahr hat sich weiter reduziert. Die Arbeitslosenquote betrug in Oberösterreich im September 5,5 Prozent (Österreichschnitt: 8,4 Prozent), was einem Anstieg von 1,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die Zahl der Beschäftigten lag bei 678.000 Personen (minus 5.000 bzw. minus 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr). Zugleich ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 8.995 oder 29,2 Prozent auf 39.767 Personen gestiegen. In Schulungen befanden sich 8.625 Personen (minus 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Haupttrends in Oberösterreich

Im Vergleich zu 2019 stieg die Arbeitslosigkeit bei den Frauen um 4.094 auf 19.206 (pus 27,1 Prozent), bei den Männern zeigte sich ein Anstieg von 4.901 auf 20.561 (plus 31,3 Prozent). Bei den Jugendlichen (unter 25 Jahre) erhöhten sich die Vorgemerktenzahlen um 20,1 Prozent auf 5.201, bei Personen über 55 Jahre fiel der Anstieg vergleichsweise stärker aus (plus 1.607; plus 25 Prozent auf 8.027).

Der größte relative Zuwachs findet sich in der Gruppe der 35 bis 39‐Jährigen (plus 1.228 auf 4.499; plus 37,5 Prozent)

18.521 offene Stellen

Ende September standen beim AMS OÖ 18.521 offene Stellen zur Verfügung, um 3.665 bzw. 16,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zudem waren 2.446 sofort verfügbare Lehrstellen (plus 0,8 Prozent) und 667 sofort verfügbare Lehrstellensuchende (plus 48; plus 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr). gemeldet.

Stelzer und Achleitner appellieren, Lehrausbildung zu starten

„Während bundesweit rund ein Lehrstellensuchender auf eine offene Lehrstelle kommt, sind es aktuell in Oberösterreich gleich vier offene Lehrstellen, unter denen jeder Lehrstellensuchende auswählen kann. Wir appellieren daher an die Jugendlichen in Oberösterreich, eine Lehrausbildung zu starten und so die Chance zu nutzen, zu einer gefragten Fachkraft von morgen zu werden“, betonen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

Der herausfordernden Zeit im Herbst und Winter ist man sich bewusst. „Wir werden weiterhin alles unternehmen, damit möglichst viele Menschen in Beschäftigung gehalten oder wieder in Beschäftigung gebracht werden. Wir setzen hier voll auf Qualifizierung. Daher werden im heurigen Jahr  im Pakt für Arbeit und Qualifizierung insgesamt mehr als 247 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik in Oberösterreich zur Verfügung gestellt“, so die beiden.

Grüne: Klima- und zukunftsfitte Wirtschaft

Die Grünen OÖ fordern unterdessen erneut, das die OÖ. Wirtschaft neue Wege einschlägt. „Sie darf nicht festhalten an alten Technologien und Branchen. Sie muss vielmehr klima- und zukunftsfit gemacht werden. Das bringt auch den Arbeitnehmern neue Chancen“ so die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Ulrike Schwarz. „Wir brauchen Maßnahmen, mit denen Oberösterreich den ökonomischen Wandel nicht nur bewältigen, sondern aktiv gestalten und davon profitieren kann.“


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