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LINZ. Ende letzter Woche wurde ein Corona-Cluster im Seniorenheim in der Linzer Dauphinestraße bekannt. Derzeit sind mehr als 20 Fälle bestätigt, viele weitere Testergebnisse stehen noch aus. Gesundheits-Stadtrat Michael Raml fordert jetzt eine Priorisierung von Tests für den Gesundheits- und Pflegebereich.

Letzte Woche wurde ein Corona-Cluster im Seniorenheim in der Linzer Dauphinestraße bekannt. Seit dieser Woche gelten erweiterte Schutzbestimmungen in den oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen (Symbolbild). (Foto: Land OÖ/Werner Dedl)

Seit Ende letzter Woche ist ein Corona-Cluster im Seniorenheim in der Linzer Dauphinestraße in Kleinmünchen bekannt. Aktuell sind über 20 Covid-19-Fälle bestätigt, viele weitere Testergebnisse stehen noch aus. „Das ist absolut unverantwortlich. Ich fordere die Priorisierung von Tests für den Gesundheits- und Pflegebereich. Es kann fatale Folgen haben, wenn Testergebnisse aus Seniorenheimen so viel Zeit in Anspruch nehmen. Es ist dringend notwendig, dass in solchen Fällen, wenn es um den Schutz der Senioren und Risikogruppen geht, die Tests vorgereiht werden“, fordert der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ).

Unnötige Einsamkeit

Sowohl die Unwissenheit über eine mögliche Erkrankung als auch die unnötig lange Warte- und Absonderungszeit verursache Probleme wie Einsamkeit. Bei älteren Menschen in Pflegeheimen ist das laut Raml besonders dramatisch, da sie länger als notwendig von ihren Verwandten isoliert werden. Einsamkeit erhöht das Sterberisiko um 25 Prozent, hat das Rote Kreuz vor kurzem belegt.

Zusätzlich zur Priorisierung fordert Raml eine Änderung der Teststrategie der Bundesregierung: „Offenbar wurde es auch nach vielen Monaten Corona-Krise nicht geschafft, die Laborkapazitäten zu erhöhen. Deshalb braucht es ein Umdenken bei der Teststrategie, damit weiterer Schaden für die Risikogruppen eingedämmt wird. Es ist nicht zielführend, alles und jeden zu testen. Wie man im aktuellen Fall sieht, schadet man dadurch sogar unter Umständen Risikopatienten“.

Erweiterte Schutzbestimmungen

Seit Dienstag, 20. Oktober gelten erweiterte Schutzbestimmungen in den oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen, informiert jetzt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ). Dazu zählen unter anderem das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die Besucher, das Fiebermessen im Eingangsbereich sowie die Bekanntgabe von Kontaktdaten. Für die Umsetzung der Maßnahmen wird Personal in den Alten- und Pflegeheime gebunden. „Nachdem die Gewerkschaften und die Arbeitgeber sich in den heurigen Pflegeverhandlungen darauf verständigt haben, dass zur Entlastung des Pflege- und Betreuungspersonals ab 1. Februar 2021 zusätzliche Hilfskräfte aufgenommen werden können, schlage ich vor, diese Maßnahme nun vorzuziehen und unverzüglich umzusetzen“, betont Gerstorfer. Sie wird Gespräche mit Gewerkschaften und Arbeitgebern führen.


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