voestalpine: Halbjahresergebnis trotz Verbesserung negativ
LINZ. Im Gegensatz zum ersten Quartal brachte das zweite Quartal für die voestalpine wieder eine Verbesserung. Das Halbjahresergebnis fällt dennoch negativ aus. Im Flachstahlbereich herrscht in Linz jedoch wieder Vollauslastung.

„Wir blicken auf ein sehr bewegtes Halbjahr zurück“, resümiert Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG. So gab es im April quer über alle Sparten und Regionen einen starken Nachfrageeinbruch aufgrund der Corona-Krise. „Auf der anderen Seite sehr positiv war die starke wirtschaftliche Erholung die wir in manchen Bereichen dann im 2. Quartal gesehen haben. Insbesondere zeigte sich die für uns wichtige Automobilindustrie mit einer guten Erholung.“ Unverändert schwierig blieb die Situation in den Segmenten Luftfahrt sowie Öl und Gas, die besonders hart von den Folgen der Pandemie betroffen sind. Die Technologiesegmente Bahninfrastruktur und Lagersysteme entwickelten sich in diesem sehr herausfordernden Umfeld weiterhin stabil. „Wir haben dort sehr gute Auftragseingänge.“
Positives operatives Ergebnis
Insgesamt lagen Umsatz und Ergebnis des voestalpine-Konzerns im 1. Halbjahr 2020/21 deutlich unter den Vergleichswerten des Vorjahres mit einem Umsatzrückgang um 21,9 Prozent von 6,5 auf 5,1 Milliarden Euro. Auf Ergebnisseite konnte die voestalpine trotz äußerst schwieriger Marktbedingungen in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres ein deutlich positives operatives Ergebnis (EBITDA) in Höhe von 395 Millionen Euro erwirtschaften, was dennoch einen Rückgang von -40,6 Prozent bedeutet. „Der Rückgang ist vor allem im ersten Quartal erfolgt“, so Finanzvorstand Robert Ottel.
Negatives Ergebnis nach Steuern
Der Rückgang beim Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel deutlich stärker aus und ist neben der rein operativen Entwicklung vor allem auf Sonderabschreibungen bei voestalpine Texas und voestalpine Tubulars (rund 200 Millionen Euro) aufgrund globaler Marktveränderungen verschärft durch die Covid-19-Pandemie zurückzuführen. In Summe fiel das EBIT von 230 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2019/20 auf aktuell -215 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr von 115 auf -276 Millionen Euro.
Vollauslastung in Linz
Nach dem Ende der Berichtsperiode kam es in vielen Regionen der Welt wieder zu einem markanten Anstieg der Covid-19-Infektionszahlen. In Europa reagierten viele EU-Mitgliedsstaaten erneut mit „Lockdown“-Maßnahmen unterschiedlicher Ausprägung. „Die Unsicherheit bei der Prognose ist jetzt wieder deutlich gestiegen“, so Eibensteiner. Allerdings: „Wir haben in unserem Werk in Linz für die nächsten Monate Vollauslastung geplant im Flachstahlbereich.“ Auch die Anzahl der Personen die sich in Kurzarbeit befinden ist gesunken. „Österreich hat jetzt noch circa 2.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit“ – vor allem in den Bereichen Luftfahrt sowie Öl und Gas in der Steiermark. Im ersten Quartal waren es rund 10.000.


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