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„Kassasturz“ in Linz: 57 Millionen Euro direkter Schaden durch Covid-Pandemie

Jürgen Affenzeller, 09.12.2020 14:45

LINZ. Bis zum Oktober dieses Jahres hat die Stadt wegen Mindereinnahmen bzw. Mehrausgaben aufgrund der Pandemiebekämpfung einen direkten Schaden im Ausmaß von nahezu 57 Millionen Euro zu verkraften“, informierten am Mittwoch Finanzreferent Bürgermeister Klaus Luger und Stadtrat Michael Raml.

Corona hat auch finanzielle Auswirkungen auf Linz. (Foto: volker weihbold)
Corona hat auch finanzielle Auswirkungen auf Linz. (Foto: volker weihbold)

Die größten Einnahmepositionen des städtischen Haushaltes, die Ertragsanteile aus Bundessteuern, verringern sich um 28 Millionen Euro. Rückgänge durch die Wochenmärkte sowie des Urfahranermarkts wie sonstige Ausfälle werden derzeit mit knapp 700.000 Euro geschätzt. Durch Förderungen für Schanigärten, Warenkörbe sowie zusätzlichen Subventionen kommen hier noch Mehrausgaben von 4,3 Millionen Euro dazu. Betrachtet man die Linzer Wochenmärkte genauer, so verzeichneten diese einen Rückgang bei den Marktbeschickern von 24 Prozent wie auch bei den Händlertagen von 17 Prozent im Vergleich zum vergangenem Jahr.

Prognostiziertes Minus von 26 Prozent bei den Parkgebühren

Mit verringerten Einnahmen in Höhe von 15,4 Millionen Euro rechnet der Geschäftsbereich Abgaben und Steuern. Der Löwenanteil davon entfällt auf die Kommunalsteuer (14,2 Millionen Euro), weiters relevant betroffen sind die Einnahmen aus Parkgebühren sowie aus der Lustbarkeitsabgabe. So geht man beispielsweise von einem prognostizierten Minus von 26 Prozent bei den Einnahmen aus Parkscheinautomaten aus. Auch in der Überwachung, konkret bei der Ausstellung von Organmandaten in der Parkraumbewirtschaftung, ist ein Rückgang von 20 Prozent von Jänner bis September 2020 im Vergleich zu vergangenem Jahr erkennbar.

„Vier Millionen Euro beträgt zusätzlich der Verlust bei den Kindergärten/Krabbelstuben/Horten, weil dort der Besuch bekanntlich lange nicht möglich war, die Personalkosten jedoch weitergelaufen sind“, so Bürgermeister Klaus Luger.

60 Prozent weniger Besucher bei Veranstaltungen

Durch die Corona-Pandemie ergibt sich auch ein Rückgang der Einnahmen durch Vermietungen sowie Veranstaltungen. Diese werden mit knapp 1,1 Millionen Euro beziffert. Konkret bedeutet das einen Rückgang an Veranstaltungen um 46 Prozent sowie 58 Prozent bei der Anzahl von Besuchern.

1 Million Euro für in Not geratene Linzer

Der in Summe mit einer Million Euro dotiere Solidaritätsfonds richtet sich an alle Bürger, die in materielle bis hin zu existentiellen Notlagen geraten sind und die keinen Anspruch auf Unterstützung aus Fördertöpfen haben, die im Zuge der Corona-Krise auf Bundes- oder Landesebene eingerichtet wurden. Der Linzer Härtefonds, der vor allem bei der Delogierungsprävention hilft, wurde auf 100.000 Euro verdoppelt.

„Pakt für Linz“ geschnürt

Die Stadt Linz hat in der Krise unmittelbar reagiert und im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten mit dem ausgerufenen, 65 Millionen Euro umfassenden „Pakt für Linz“ der Bevölkerung und den besonders betroffenen Wirtschaftsbetrieben sofort geholfen.

„Diese Soforthilfe vor Ort war notwendig und richtig. Hier musste entsprechend der unterschiedlichen Betroffenheit und Voraussetzungen individuell gehandelt werden“, ziehen Bürgermeister Klaus Luger und Stadtrat Michael Raml Zwischenbilanz. „Es ist selbstverständlich, dass wir die Maßnahmen zur Krisenbewältigung der Bundes- und Landesregierung mittragen“, betont Bürgermeister Luger.

„Darüber hinaus unternehmen wir alles in unserer Macht Stehende, um die Bevölkerung zu schützen und bestmöglich zu unterstützen. Das alles hat am Ende des Tages aber einen Preis. Bis Oktober hat die Stadt Mindereinnahmen bzw. Mehrausgaben aufgrund der Pandemiebekämpfung einen direkten Schaden im Ausmaß von nahezu 57 Millionen Euro zu verkraften“, informieren Finanzreferent Bürgermeister Klaus Luger und Stadtrat Michael Raml.

 


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